Im Zuge dieser Arbeit soll überprüft werden, inwiefern eine kommunale Bildungslandschaft in der Lage ist, soziale Ungleichheit in Bezug auf Bildung zu verringern.
Die Bildungsexpansion in den 60ern und 70ern forderte Chancengleichheit, damit jedes Kind, egal welcher Schicht es angehört, gleiche Chancen beim Zugang zur Bildung hat. Das Thema Bildung im Zusammenhang mit sozialer Herkunft geriet jedoch nach der Bildungsexpansion immer weiter aus dem Sichtfeld der Öffentlichkeit. Erst die Ergebnisse der PISA-Studien von 2001 haben das Thema Bildung wieder verstärkt in das öffentliche Interesse und die Politik gerückt. Durch die PISA-Studien wurde nicht nur deutlich, dass deutsche Schüler im internationalen Vergleich stark zurückliegen, sondern auch, dass der Zusammenhang zwischen Leistungskompetenz und sozialer Herkunft immer noch stark vertreten ist. Dadurch kam die Debatte um soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit im Bildungssystem wieder auf.
Im Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes wird eine Vorgabe getroffen, niemand wegen seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen zu benachteiligen oder zu bevorzugen. Wie kommt es also dazu, dass trotz gesetzlich propagierter Chancengleichheit diese in Bezug auf die soziale Herkunft im Bildungssystem nicht besteht? Dass Kinder aus unteren Schichten weniger häufig eine Gymnasialempfehlung bekommen wie Kinder aus mittleren oder höheren Schichten?
Bildungslandschaften haben es sich zum Ziel gesetzt, eine gut ausgebaute, konzeptionell aufeinander bezogene und verlässlich miteinander verknüpfte Bildungsstruktur zu schaffen. Dies soll die gesellschaftliche Teilhabe der BürgerInnen eines Gemeinwesens fördern und zu mehr Chancengleichheit und Bildungsgleichheit beitragen. Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Schichten sollen so angemessen gefördert und ihre Chancen auf dem späteren Arbeitsmarkt vergrößert werden.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Begriffserklärungen
- 2.1 Bildung
- 2.2 Bildungsungleichheit
- 2.3 Soziale Ungleichheit
- 2.4 Chancengleichheit
- 3. Kommunale Bildungslandschaften
- 3.1 Beispiel „Bildungslandschaft Altstadt Nord“ (Köln)
- 3.2 Auswirkungen von Bildungslandschaften auf Bildungsungleichheit
- 4. Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, inwiefern kommunale Bildungslandschaften dazu beitragen können, soziale Ungleichheit in Bezug auf Bildung zu reduzieren. Im Mittelpunkt stehen die Herausforderungen und Chancen, die sich aus der unterschiedlichen Verfügbarkeit von Bildungskapital und den Auswirkungen auf den Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen sozialen Schichten ergeben.
- Bildungskapital als zentrale Ressource für individuelle Lebenschancen
- Herausforderungen der Bildungsungleichheit in modernen Gesellschaften
- Auswirkungen von sozialen Barrieren und schichtspezifischen Sprachentwicklungen auf den Bildungserfolg
- Die Rolle von kommunalen Bildungslandschaften in der Förderung von Chancengleichheit
- Analyse des Beispiels „Bildungslandschaft Altstadt Nord“ in Köln
Zusammenfassung der Kapitel
- Kapitel 1: Einleitung: Die Einleitung stellt den Zusammenhang zwischen Bildungskapital, sozialer Herkunft und Chancengleichheit im Bildungssystem dar. Sie beleuchtet die Bedeutung der Bildungsexpansion der 60er und 70er Jahre sowie die Ergebnisse der PISA-Studien, die das Thema Bildung wieder in den Fokus gerückt haben.
- Kapitel 2: Begriffserklärungen: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Bildung, Bildungsungleichheit, soziale Ungleichheit und Chancengleichheit. Dabei wird der Einfluss des Bildungskapitals im Sinne von Pierre Bourdieu sowie die Herausforderungen und Auswirkungen von sozialer Ungleichheit auf den Bildungserfolg beleuchtet.
- Kapitel 3: Kommunale Bildungslandschaften: Dieses Kapitel fokussiert auf die Konzepte und Ziele von kommunalen Bildungslandschaften. Es wird das Beispiel der „Bildungslandschaft Altstadt Nord“ in Köln analysiert, um die praktischen Implikationen und Auswirkungen auf die Bildungslandschaft und die Reduzierung von Bildungsungleichheit zu verdeutlichen.
Schlüsselwörter
Bildungskapital, Bildungsungleichheit, soziale Ungleichheit, Chancengleichheit, kommunale Bildungslandschaften, soziale Mobilität, Bildungserfolg, Bildungsteilhabe, Integration, Inklusion, soziale Barrieren, schichtspezifische Sprachentwicklungen, PISA-Studien, Lebenschancen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Kommunale Bildungslandschaft?
Es ist eine vernetzte Struktur lokaler Bildungsakteure, die konzeptionell zusammenarbeiten, um Bildungschancen vor Ort zu verbessern und soziale Barrieren abzubauen.
Warum besteht trotz Grundgesetz keine echte Chancengleichheit?
Die soziale Herkunft beeinflusst den Bildungserfolg massiv; Kinder aus bildungsfernen Schichten erhalten bei gleicher Leistung oft seltener Gymnasialempfehlungen als Kinder aus höheren Schichten.
Welche Rolle spielt das "Bildungskapital" nach Bourdieu?
Bildungskapital ist eine Ressource, die innerhalb der Familie weitergegeben wird. Wer über weniger Kapital verfügt, hat größere Schwierigkeiten, im formalen Bildungssystem erfolgreich zu sein.
Was ist die "Bildungslandschaft Altstadt Nord" in Köln?
Es ist ein Praxisbeispiel für ein vernetztes Bildungsprojekt, das verschiedene Einrichtungen im Stadtteil verknüpft, um Kinder aus unterschiedlichen sozialen Schichten besser zu fördern.
Wie beeinflussen PISA-Studien die Debatte?
Die PISA-Ergebnisse von 2001 zeigten deutlich, dass in Deutschland der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Leistungskompetenz international besonders stark ausgeprägt ist.
Können Bildungslandschaften soziale Ungleichheit wirklich verringern?
Die Arbeit untersucht, inwieweit durch bessere Vernetzung und gezielte Förderung die negativen Effekte der sozialen Herkunft abgemildert werden können.
- Quote paper
- Nina Hamberger (Author), 2018, Abbau von Bildungsungleichheit in Kommunalen Bildungslandschaften, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/452235