Diese Proseminararbeit widmet sich dem schwierigen Thema der Dogmatik beziehungsweise Prolegomena.
Dabei betrachtet die Hausarbeit nicht nur den Religionsbegriff an sich, sondern auch den von Friedrich Schleiermacher und Ludwig Feuerbach. Zudem vergleicht der Autor den Begriff der Religion der benannten Philosophen, wobei ihm nachfolgend aufschlussreiche Schneisen in das Denken Schleiermachers und Feuerbachs zu schlagen gelingt und im Übrigen deren Religionsbegriffe konstruktiv weitergedacht werden.
Betrachtet und verarbeitet werden dabei die Werke Schleiermachers „Die Reden über die Religion“ sowie seine nachfolgende Dogmatik „Der christliche Glaube“ und Feuerbachs „Das Wesen des Christentums“ sowie „Das Wesen der Religion“.
Dem Vergleich muss vorangehen, was Schleiermacher und Feuerbach konkret unter Religion verstehen.
Damit soll nicht nur eine Untersuchung zentraler Punkte vorgenommen, sondern nachfolgend auch beleuchtet werden, welcher Religionsbegriff stich- sowie, mit Blick auf die Gegenwart, nachhaltiger ist.
Bestimmt Schleiermacher den Religionsbegriff neu, um damit theologisch zu operieren, konstruiert Feuerbach einen Religionsbegriff, um nicht nur am Christentum Kritik zu üben, sondern auch, um eine Umstellung aller Theologie auf Anthropologie zu erreichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Religionsbegriff
2.1 Definition
2.2 Der Religionsbegriff im Wandel
2.3 Zwischenergebnis
3. Schleiermachers Religionsbegriff
3.1 Herkunft und Verortung der Religion
3.2 Gegenstand der Religion
3.3 Wesen der Religion
3.4 Zwischenergebnis
4. Feuerbachs Religionsbegriff
4.1 Herkunft und Verortung der Religion
4.2 Gegenstand der Religion
4.3 Wesen der Religion
4.4 Zwischenergebnis
5. Vergleich
5.1 Herkunft und Verortung der Religion bei Schleiermacher und Feuerbach
5.2 Gegenstand der Religion bei Schleiermacher und Feuerbach
5.3 Das Wesen der Religion bei Schleiermacher und Feuerbach
6. Fazit
6.1 Fazit zu den Einleitungsgedanken
6.2 Fazit zu der Betrachtung und dem Vergleich
6.3 Abschließende Gedanken
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, einen systematischen Vergleich der Religionsbegriffe von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher und Ludwig Feuerbach anzustellen. Dabei steht insbesondere die Analyse des „Abhängigkeitsgefühls“ als zentrales Element im Fokus, um zu erörtern, wie beide Denker Religion verorten, definieren und in ihrem Wesen bestimmen.
- Vergleichende Analyse des Religionsbegriffs bei Schleiermacher und Feuerbach
- Untersuchung der Konzepte von Herkunft, Verortung und Gegenstand der Religion
- Diskussion des „Abhängigkeitsgefühls“ als gemeinsamer Nenner und Trennlinie
- Auseinandersetzung mit der Projektionstheorie Feuerbachs im Kontrast zur Theologie Schleiermachers
- Reflexion über die Relevanz der Religionsbegriffe im heutigen gesellschaftlichen Kontext
Auszug aus dem Buch
3.1 Herkunft und Verortung der Religion
Mit Schleiermachers Bestimmung der Religion stellt er Religion unabhängig dar von sowohl Denken als auch moralischem Handeln und lehnt es somit ab, sie unter die Metaphysik oder unter die Ethik zu fassen; sondern setzt er Religion als Drittes neben Metaphysik und Moral.
„Ihr Wesen ist weder Denken noch Handeln, sondern Anschauung und Gefühl. Anschauen will sie das Universum, in seinen eigenen Darstellungen und Handlungen will sie andächtig belauschen, von seinen unmittelbaren Einflüssen will sie sich in kindlicher Passivität ergreifen und erfüllen lassen.“
Somit setzt er den Religionsbegriff selbstständig, und bestimmt Religion als eigenständige Kultursphäre, zum anderen verortet er Religion ins Innere des Menschen; „Religion hat ihren Ort im menschlichen Bewusstsein.“
„Daß sie aus dem Inneren jeder besseren Seele notwendig von selbst entspringt, daß ihr eine eigne Provinz im Gemüte angehört [...].“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Vergleichs zwischen Schleiermacher und Feuerbach unter besonderer Berücksichtigung des Begriffs der Religion.
2. Der Religionsbegriff: Untersuchung der Schwierigkeiten bei einer allgemeinen Definition von Religion und die Beobachtung des Wandels des Begriffs über die Jahrhunderte.
3. Schleiermachers Religionsbegriff: Analyse von Schleiermachers Verständnis von Religion als Anschauung und Gefühl sowie die Verortung im menschlichen Bewusstsein.
4. Feuerbachs Religionsbegriff: Darstellung von Feuerbachs Projektionstheorie, bei der Religion als Ausdruck menschlicher Bedürfnisse und als anthropologische Größe interpretiert wird.
5. Vergleich: Direkte Gegenüberstellung der beiden Positionen hinsichtlich Herkunft, Gegenstand und Wesen der Religion unter dem Aspekt des Abhängigkeitsgefühls.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Reflexion über die Bedeutung der unterschiedlichen Religionsverständnisse für die Gegenwart.
Schlüsselwörter
Religion, Religionsbegriff, Schleiermacher, Feuerbach, Abhängigkeitsgefühl, Anschauung, Gefühl, Projektionstheorie, Anthropologie, Theologie, Bewusstsein, Wesen der Religion, Religionskritik, Glauben, Natur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht vergleichend die Religionsbegriffe von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher und Ludwig Feuerbach, wobei das „Abhängigkeitsgefühl“ eine zentrale Rolle in der Argumentation spielt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen umfassen die Herkunft, den Gegenstand und das Wesen der Religion sowie die Frage, wie sich diese Aspekte bei den beiden Denkern unterscheiden und überschneiden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie Schleiermacher und Feuerbach Religion definieren und ob trotz ihrer unterschiedlichen Ansätze ein gemeinsames Verständnis oder ein spezifischer „Nenner“ für den Religionsbegriff identifiziert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Methode (Vergleichsanalyse), bei der primärtexte der Autoren (wie Schleiermachers „Reden“ und Feuerbachs „Das Wesen des Christentums“) in Bezug auf ihre zentralen Argumentationslinien untersucht werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der jeweiligen Religionskonzepte beider Autoren, gefolgt von einem direkten Vergleich in den Punkten Herkunft, Gegenstand und Wesen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Religionsbegriff, Abhängigkeitsgefühl, Projektionstheorie, Anthropologie, Bewusstsein und Schleiermacher bzw. Feuerbach als Protagonisten.
Wie unterscheidet sich die Verortung der Religion bei Schleiermacher von jener bei Feuerbach?
Während Schleiermacher Religion als eine eigenständige Provinz des menschlichen Gemüts (Gefühl/Anschauung) ansieht, betrachtet Feuerbach sie primär als anthropologische Projektion, bei der der Mensch sein eigenes Wesen in die Welt der Götter hinausverlagert.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Relevanz der Religion heute?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Benennen von Religion als „Abhängigkeitsgefühl“ im modernen Kontext sinnvoll bleibt, da es die Suche des Menschen nach einer Orientierung außerhalb seiner selbst beschreibt, selbst wenn der traditionelle Gottesglaube abnimmt.
- Arbeit zitieren
- Elias Murot (Autor:in), 2018, Zum Religionsbegriff bei Friedrich Schleiermacher und Ludwig Feuerbach, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/451868