Gesten haben eine große Bedeutung in den Bereichen Erziehung, Bildung und Sozialisation.
Das Wissen über Gesten wird im Laufe der Zeit erworben, selbst wenn dies oftmals auf unbewusster Art geschieht, spielt es eine große Rolle für die Steuerung des sozialen Handelns und besitzt zudem noch eine große kulturelle Bedeutung.
„Gesten machen menschliches Verhalten kalkulierbar“ (Wulf 2011)
Gesten sind Teil der Sprache, haben jedoch zugleich auch ein „Eigenleben“. Sie vermitteln verbale und nonverbale Informationen und fördern somit das gegenseitige Verstehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufbau der Arbeit
2.1 Ziel der Arbeit
3. Autoren des Buches „Die Geste in Erziehung, Bildung und Sozialisation
4. Geste
5. Gesten in Erziehungs- und Bildungsprozesse
6. Gesten im Familienleben
7. Befremdete Gesten und die stille Macht der Gesten
8. Zusammenfassende Schlussfolgerung
9. Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Seminararbeit
Diese Arbeit untersucht die zentrale Rolle von Gesten in Erziehungs-, Bildungs- und Sozialisationsprozessen, indem sie aufzeigt, wie diese nonverbalen Ausdrucksformen soziale Interaktionen modulieren, Räume konstituieren und zur individuellen sowie kollektiven Bildung beitragen.
- Theoretische Grundlagen und Bedeutung des Gestengebrauchs
- Differenzierung von Gesten in unterschiedlichen sozialen Räumen
- Einfluss von Gesten auf die Interaktion im schulischen Bildungskontext
- Funktionsweisen von Gesten im familiären Zusammenleben
- Die stille Macht der Gesten und ihre pädagogische Implikation
Auszug aus dem Buch
4. Geste
Die Bedeutung von Geste ändert sich in Abhängigkeit von Raum und Zeit. (Bremmer/Rodenburg 1992; Calibris 1990; Morris 1995, 1979). Manche Gesten sind an bestimmte soziale Räume, Zeitpunkte und Institutionen gebunden, wie z.B. Kirchen, Gericht, Krankenhaus oder Schule.
Einige Gesten sind wiederum geschlechts- und klassenspezifisch. Dies zeigt sich z.B. in der Art wie Frauen und Männer sitzen (Sitz- bzw. Beinposition), oder auch z.B. beim Sprechen, Essen, Trinken. Allgemein kann gesagt werden, dass Körpergesten dazu dienen soziale und kulturelle Differenzen herzustellen, auszudrücken und zu erhalten. (vgl. Wulf et. al. 2011, S. 8f)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz von Gesten für die soziale Steuerung und deren kulturelle Bedeutung ein.
2. Aufbau der Arbeit: Dieser Abschnitt skizziert den methodischen Ablauf und die inhaltliche Struktur der Seminararbeit.
2.1 Ziel der Arbeit: Hier wird das Hauptanliegen formuliert, die modulierende Wirkung von Gesten auf Bildungsprozesse aufzuzeigen.
3. Autoren des Buches „Die Geste in Erziehung, Bildung und Sozialisation: Es werden die beteiligten Wissenschaftler und ihre jeweiligen Arbeitsschwerpunkte kurz vorgestellt.
4. Geste: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Geste und beleuchtet deren Abhängigkeit von soziokulturellen Kontexten.
5. Gesten in Erziehungs- und Bildungsprozesse: Der Fokus liegt hier auf der Wirkung von Zeigegesten und raumkonstituierenden Gesten im schulischen Alltag.
6. Gesten im Familienleben: Anhand einer Fallstudie werden die Wirkungsweisen Gestaltung, Verortung und Einfühlung innerhalb der Familie analysiert.
7. Befremdete Gesten und die stille Macht der Gesten: Das Kapitel untersucht anhand eines prominenten Beispiels, wie Gesten zur Unterwerfung unter Autoritäten beitragen.
8. Zusammenfassende Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Bedeutung von Gesten als unbewusste, aber essenzielle Kommunikationselemente zusammen.
9. Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten Quellen und Publikationen aufgelistet.
Schlüsselwörter
Gesten, Erziehung, Bildung, Sozialisation, Pädagogische Anthropologie, Nonverbale Kommunikation, Körpergestik, Soziale Interaktion, Familienrituale, Raumkonstituierung, Stille Pädagogik, Zeigegeste, Bildungsforschung, Kultursoziologie, Symbolische Ordnung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Gesten als wesentlichem Bestandteil menschlicher Kommunikation und deren Einfluss auf Erziehungs- und Bildungsprozesse.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten zählen der allgemeine Gestengebrauch, die Rolle von Gesten in der Schule, deren Funktion innerhalb von Familien sowie die Machtaspekte nonverbaler Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Gesten Bildungsprozesse modulieren und zur individuellen sowie kollektiven Bildungsentwicklung beitragen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlicher Literatur und der Analyse von ethnographischen Fallstudien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Im Hauptteil werden verschiedene Gestenformen, ihre geschlechts- und klassenspezifischen Ausprägungen sowie deren Wirkung in institutionellen und privaten Lebensbereichen detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gestik, Erziehung, Sozialisation, pädagogische Anthropologie und interkulturelle Bildung geprägt.
Wie beeinflussen Gesten das Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler?
Gesten schaffen symbolische Ordnungen und Hierarchien, die Lehrkräften und Schülern Sicherheit vermitteln und Erwartungen im Unterrichtsverlauf definieren.
Was versteht die Autorin unter „befremdeten Gesten“?
Der Begriff bezieht sich auf eine Untersuchung von Birgit Althans, die analysiert, wie durch den Gebrauch von Gesten in autoritären Kontexten gelernt wird, sich einer „stillen Pädagogik“ unterzuordnen.
Welche Rolle spielt die „Einfühlung“ im familiären Kontext?
Einfühlung wird als notwendige Voraussetzung betrachtet, um soziale Situationen innerhalb der Familie korrekt zu deuten und antizipieren zu können.
- Arbeit zitieren
- Esma Benli-Genc (Autor:in), 2017, Was erzählen Gesten? Gesten in Erziehungs- und Bildungsprozesse, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/450931