Seit Mitte des 20. Jahrhunderts sammeln sich Forschungen zu Persönlichkeitsmerkmalen von Entrepreneuren aus dem ökonomischen, psychologischen und soziologischen Blickwinkel.
Der Versuch, Entrepreneurship auf Grundlage von Persönlichkeitsmerkmalen zu erklären, wurde jedoch in der Vergangenheit oftmals kritisiert. So wird argumentiert, dass Entrepreneurship ausgesprochen vielfältiges Verhalten voraussetzt, um mit bestimmten Charakteristika erklärt werden zu können. Aufgrund solcher Kritik wurde in der Vergangenheit sogar oftmals gefordert, dahingehende Forschung komplett einzustellen. Doch spätestens seit dem Startup-Boom der letzten Jahre und dem Erfolg von Pitch-Serien im abendlichen Fernsehprogramm rücken eben solche Untersuchungen zum geeigneten Unternehmertyp wieder vermehrt in den Fokus – die Ergebnisse John B. Miners aus dem Jahre 1996 scheinen heute, mehr als 20 Jahre später, so aktuell und gefragt wie nie.
In dieser Ausarbeitung werden die Unternehmertypen nach Miner vorgestellt und vor dem Hintergrund anderer Untersuchungen beleuchtet, um zur Lösung folgender Frage beizutragen: Wie viele Unternehmertypen gibt es tatsächlich?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Unternehmertypen nach Miner
2.1 Der Umsetzer
2.1.1 „Need to achieve“
2.1.2 „Desire for feedback“
2.1.3 „Desire to plan and set goals“
2.1.4 „Strong personal initiative“
2.1.5 „Strong personal commitment to their organization“
2.1.6 „Believe that one person can make a difference“
2.1.7 „Belief that work should be guided by personal goals, not those of others“
2.1.8 „The Achieving Route“
2.2 Der Superverkäufer
2.2.1 „Capacity to understand and feel with another“
2.2.2 „Desire to help others“
2.2.3 „Belief that social processes are very important“
2.2.4 „Need to have strong positive relationships with others“
2.2.5 „Belief that a sales force is crucial to carrying out company strategy“
2.2.6 „The Selling Route“
2.3 Der Manager
2.3.1 „Desire to be a corporate leader“
2.3.2 „Decisiveness“
2.3.3 „Positive attitudes to authority“
2.3.4 „Desire to compete“
2.3.5 „Desire for power“
2.3.6 „Desire to stand out from the crowd“
2.3.7 „The Managing Route“
2.4 Der Ideenexperte
2.4.1 „Desire to innovate“
2.4.2 „Love of ideas“
2.4.3 „Belief that new product development is crucial to carrying out company strategy“
2.4.4 „Good intelligence“
2.4.5 „Desire to avoid taking risks“
2.4.6 „The Idea Generating Route“
2.5 Der komplexe Unternehmer
2.6 Der unspezifische Unternehmer
2.7 Besonderheiten von Unternehmereigenschaften bei Frauen
3. Hintergrund und Einschätzung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die von John B. Miner identifizierten Unternehmertypen und deren jeweilige Persönlichkeitsmerkmale, um zu ergründen, wie diese Profile den unternehmerischen Erfolg beeinflussen und welcher Pfad für welchen Typ am erfolgversprechendsten ist.
- Kategorisierung von vier primären Unternehmertypen (Umsetzer, Superverkäufer, Manager, Ideenexperte).
- Analyse der für den Erfolg entscheidenden Persönlichkeitsmuster und "Routes".
- Differenzierung des "komplexen" Unternehmers sowie unspezifischer Profile.
- Untersuchung geschlechtsspezifischer Besonderheiten bei der Unternehmensgründung.
- Kritische Einordnung von Miners Ansatz im Kontext psychologischer Theorien.
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Umsetzer
Als Umsetzer („Personal Achiever“) beschreibt Miner Personen mit einer hohen Wahrscheinlichkeit, erfolgreiche Unternehmer zu werden. Hierbei handelt es sich um den klassischen Unternehmer, wie man ihn sich vorstellt. Der Umsetzer bringt ein hohes Maß an Energie in das Unternehmen und investiert ebenso viele Arbeitsstunden in seine Aufgaben. Bei diesem Unternehmenstyp ist Feedback gerne gesehen, er plant gerne und setzt Ziele für zukünftige Erfolge. Mit viel Initiative und Einsatz für das Unternehmen und der Ansicht, dass nicht die Handlungen anderer, sondern eigene Taten das eigene Leben beeinflussen, möchte der Umsetzer seine Arbeit von eigenen Zielen geführt sehen – nicht von denen eines anderen.
Den Umsetzer charakterisieren sieben wechselwirkende Eigenschaften hinsichtlich unternehmerischen Erfolgs. Personen, deren Persönlichkeit einen Großteil dieser Merkmale aufweist, werden von Miner dazu angewiesen, Unternehmer zu werden. Unter den vier Typen ist der Umsetzer die einzige Person, die fast ausschließlich als Entrepreneur erfolgreich sein kann – unter anderen Voraussetzungen können sie durchaus scheitern (vgl. Miner 1996, 9).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Persönlichkeitstheorien im Entrepreneurship ein und stellt die Relevanz der Forschungsarbeit von John B. Miner dar.
2. Unternehmertypen nach Miner: Dieses Kapitel erläutert die von Miner definierten vier Haupttypen (Umsetzer, Superverkäufer, Manager, Ideenexperte) sowie den komplexen und unspezifischen Unternehmer und geht auf geschlechtsspezifische Unterschiede ein.
3. Hintergrund und Einschätzung: Der abschließende Teil setzt Miners Erkenntnisse in Bezug zu McClellands Motivationsforschung und reflektiert kritisch über die Grenzen psychologischer Typologien bei der Vorhersage unternehmerischen Erfolgs.
Schlüsselwörter
John B. Miner, Unternehmertypen, Entrepreneurship, Umsetzer, Superverkäufer, Manager, Ideenexperte, Persönlichkeitsmerkmale, Leistungsmotivation, David McClelland, Unternehmensgründung, Entrepreneurial Success, Führung, Psychologie, Geschäftserfolg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Typologie von Unternehmerpersönlichkeiten nach dem Ansatz von John B. Miner.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Zentrum stehen die Identifikation und Charakterisierung spezifischer Unternehmertypen sowie die Frage, welcher Erfolgspfad (Route) für welchen Typ am besten geeignet ist.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die von Miner definierten Unternehmertypen darzustellen und zu beleuchten, wie viele verschiedene Typen es gibt und wie sie sich in ihren Erfolgswegen unterscheiden.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für diese Analyse verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse des Werkes von John B. Miner (insbesondere "The 4 Routes to Entrepreneurial Success") und setzt diesen Ansatz in den Kontext klassischer psychologischer Theorien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung der vier Unternehmertypen (Umsetzer, Superverkäufer, Manager, Ideenexperte), die Analyse komplexer und unspezifischer Unternehmer sowie die Betrachtung von Besonderheiten bei weiblichen Gründern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen: John B. Miner, Unternehmertypen, Entrepreneurship, Leistungsmotivation, Persönlichkeitsmerkmale und Erfolgspfade.
Was unterscheidet den "Umsetzer" von anderen Typen?
Der Umsetzer ist der klassische "Self-Starter", der stark durch eigene Leistungsziele motiviert ist und fast ausschließlich als eigenständiger Unternehmer erfolgreich agieren kann.
Warum ist das Konzept des "komplexen Unternehmers" relevant?
Der komplexe Unternehmer vereint mehrere Persönlichkeitsmuster in sich, was ihm laut Miner einen Wettbewerbsvorteil bietet, da er in jungen Unternehmen flexibler verschiedene Rollen und Aufgaben übernehmen kann.
Welche kritische Sichtweise äußert die Autorin zu Miners Ansatz?
Die Autorin hinterfragt, ob psychologische Tests allein den Erfolg vorhersagen können und weist darauf hin, dass externe Faktoren wie Glück, finanzielle Mittel und individuelle Entwicklungsverläufe nicht außer Acht gelassen werden dürfen.
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- Nini Lovevalley (Author), 2018, Vier Wege zum unternehmerischen Erfolg. Der Ansatz von John B. Miner, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/449910