In der frühen Kirche waren die Aufgaben der 3 Ämter (Diakon, Priester/ Presbyter, Bischof) teilweise sehr unterschiedlich geregelt, als heute. Dies gilt insbesondere auch für die Aufgaben währende der Liturgie. Eine antike und teilweise rätselhafte Quelle aus dieser Zeit, ist die Traditio Apostolica, die dem Heiligen Hippolyt von Rom zugeschrieben wird. In dieser Arbeit wird ein Teil dieser Quelle analysiert und untersucht, wie die unterschiedlichen Aufgaben der Amtsinhaber und Laien vor, während und nach der Taufe in der frühen Kirche aussahen.
Im Folgenden wird ein kurzer Vergleich zwischen dem heutigen Kirchenrecht und der Taufordnung der TA, sowie ein Überblick über das Katechumenat, sowie über die Taufliturgie nach der Ordnung der TA gegeben. Im Anschluss wird die Quelle in den historischen Kontext eingeordnet und eine Quellenkritik durchgeführt. Abschließend wird die Frage nach der Aufgabe der verschiedenen Ämter vor und während der Taufe anhand der vorangegangenen Analyse beantwortet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung: Einführung in die Traditio Apostolica und in die Fragestellung
2 Taufliturgie, historischer Kontext, Quellenanalyse und -interpretation
2.1 Taufe im CIC und in der Traditio Apostolica
2.2 Katechumenat und Taufe in der TA
2.2.1 Katechumenat – Vorbereitung auf den Empfang des Taufsakraments und Aufnahme in die Kirche
2.2.2 Taufliturgie – Handlung der Taufe und dazugehörige Riten
2.2.2.1 Vorbereitung auf den Tauftag
2.2.2.2 Taufliturgie am Tauftag
2.3 Historischer Hintergrund
2.3.1 Die Taufe bis hin zur Entstehungszeit der TA
2.3.2 Die TA im historischen Kontext
2.3.2.1 Christen und Kirche in der römischen Gesellschaft im 2./3. Jahrhundert
2.3.2.2 Innerkirchliche Ordnung und Probleme bis zur Entstehungszeit der TA
2.3.2.3 Ämter der frühen Kirche im 3. Jahrhundert nach dem Verständnis der TA
2.4 Quellenkritik
2.4.1 Inhaltsangabe
2.4.2 Äußere Quellenkritik
2.4.2.1 Verfasser, Datierung, Ort und Entstehungsgeschichte
2.4.2.2 Gattungskritik und Quellensystematisierung
2.4.3 Innere Quellenkritik
2.4.3.1 Tendenzkritik
2.4.3.2 Beurteilung des Aussagewerts
2.4.4 Quelleninterpretation – Wer ist für die eigentliche Taufe zuständig?
3 Fazit: Die Taufe mit allen Amtsträgern
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Aufgaben der verschiedenen kirchlichen Amtsträger bei der Taufliturgie in der frühen Kirche, basierend auf der frühchristlichen Kirchenordnung „Traditio Apostolica“ (TA) aus dem dritten Jahrhundert.
- Analyse des Ämterverständnisses in der Traditio Apostolica
- Untersuchung des historischen Kontextes der frühchristlichen Taufe
- Quellenkritische Einordnung der TA als liturgische Ordnung
- Vergleich der antiken Taufpraxis mit dem heutigen Kirchenrecht (CIC)
- Klärung der Rollenverteilung zwischen Bischof, Presbyter, Diakon und Laien bei der Taufe
Auszug aus dem Buch
Quelleninterpretation – Wer ist für die eigentliche Taufe zuständig?
In der TA ist die gesamte „Initiationsliturgie“ die Taufe, wo das Taufbad eine zentrale Handlung darstellt. Ebenso gehören nach dem Verständnis der TA die Salbungen, die Frage nach dem Wiedersagen des Bösen, die anschließende Handauflegung des Bischofs und die Eucharistiefeier auch zur Taufe dazu. Daraus lässt sich Schlussfolgern, dass alle erwähnten Handlungen für die Taufe existenziell waren. Dies hat zur Folge, dass es nicht nur den einen Täufer gab, sondern jedes kirchliche Amt seine eigenen Aufgaben bei der Taufe hatte. Die TA erwähnt dazu zwei Diakone, welche die Gefäße mit dem Öl tragen und einen weiteren Diakon, der mit dem Täufling ins Wasser hinabsteigt. Neben dem Diakon findet der Presbyter Erwähnung, als der Amtsträger, der die Ganzkörpersalbungen durchführt und sogar ggf. den Wasserritus vollzieht. Außerdem hat auch der Bischof seine eigenen Aufgaben. Der Bischof soll die Gebete über die beiden Öle sprechen, er kann auch der Täufer sein, der den Wasserritus vollzieht und er nimmt die Neugetauften nach dem Taufbad in Empfang, legt ihnen die Hände auf und salbt sie mit dem Öl der Danksagung. Neben den Amtsträgern haben auch Laien Aufgaben während der Vorbereitung auf die Taufe und auch in der Liturgie. Während des Katechumenats bekommen die Taufbewerber einen Lehrer zur Seite gestellt, der „gleichgültig ob er Kleriker oder Laie ist“, den Taufbewerbern die Hände auflegt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Traditio Apostolica und in die Fragestellung: Das Kapitel führt in die Traditio Apostolica als bedeutende frühchristliche Quelle ein und formuliert das Ziel, die Rollen der Amtsträger in der damaligen Taufliturgie zu untersuchen.
2 Taufliturgie, historischer Kontext, Quellenanalyse und -interpretation: Dieser Hauptteil bietet einen Vergleich mit dem heutigen Kirchenrecht, beschreibt das Katechumenat und die Taufriten, ordnet die Quelle historisch ein und unterzieht sie einer tiefgehenden Quellenkritik.
3 Fazit: Die Taufe mit allen Amtsträgern: Das Fazit fasst zusammen, dass in der TA zur Taufliturgie das Zusammenwirken aller kirchlichen Ämter notwendig war und bewertet den Aussagewert der Quelle trotz ihrer komplexen Überlieferungsgeschichte.
Schlüsselwörter
Traditio Apostolica, Alte Kirche, Taufliturgie, Ämterverständnis, Kirchenordnung, Katechumenat, Quellenkritik, Bischof, Presbyter, Diakon, Initiationsliturgie, Taufbad, Salbung, Drittes Jahrhundert, Historischer Kontext.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Rollenverteilung und Aufgaben der verschiedenen kirchlichen Amtsträger bei der Feier der Taufe in der frühen Kirche, basierend auf der Kirchenordnung „Traditio Apostolica“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind das Ämterverständnis der frühen Kirche, der Ablauf der Initiationsliturgie, die Bedeutung des Katechumenats und die historische Einordnung der Quelle selbst.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, basierend auf einer Analyse der Traditio Apostolica zu klären, welche spezifischen Aufgaben Bischöfe, Presbyter, Diakone und Laien während der Vorbereitung und Durchführung der Taufe hatten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der Quellenanalyse und -interpretation, unterteilt in äußere und innere Quellenkritik, sowie einen historischen Kontextvergleich.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen Vergleich mit dem heutigen Kirchenrecht, eine detaillierte Beschreibung der Taufliturgie nach der TA, eine historische Einordnung sowie eine methodische Quellenkritik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Traditio Apostolica, Taufliturgie, Ämter der frühen Kirche, Katechumenat und die historische Quellenkritik.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Weiheämtern“ und anderen Ämtern in der TA eine Rolle?
Die Unterscheidung ist deshalb wichtig, weil die TA eine klare Trennung zwischen Klerikern und Laien zieht, wobei nur den Klerikern spezifische liturgische Handlungen wie die Gebete über die Öle oder die Taufe selbst zukamen.
Welche besondere Rolle kommt dem Diakon in der in der TA beschriebenen Taufe zu?
Der Diakon hatte neben unterstützenden Tätigkeiten wie dem Tragen der Öle auch die zentrale Aufgabe, mit dem Täufling in das Wasser hinabzusteigen, was seine aktive Rolle in der Taufliturgie unterstreicht.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Piechowiak (Autor:in), 2017, Wer tauft? Die verschiedenen Ämter bei der Taufe in der alten Kirche nach der Traditio Apostolica, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/449703