Forschung zur mentalen Belastung am Arbeitsplatz wird ein immer wichtigerer Forschungszweig in der Psychologie. Wir stellen das Demand/Control-Modell als Beispiel für eine Theorie zur Belastung/Beanspruchung und den FEMA (Fragebogen zur Erfassung mentaler Arbeitsbelastung) vor. Anschließend vergleichen wir die mentale Belastung bei monotonen und kognitiv anspruchsvollen Aufgaben. Teilnehmer unserer Studie waren zwei Studentinnen der Psychologie. Erhoben wurde mit Hilfe des FEMA sowie EEG und Blickbewegungskamera. Die Ergebnisse zeigen, dass es beim Vergleich von monotonen mit kognitiv anspruchsvollen Aufgaben wesentliche intraindividuelle Unterschiede bezüglich der Belastung gibt. Bei einer monotonen Tätigkeit wird im psychischen Funktionsbereich des Denkens weder eine Belastung noch eine Beanspruchung oder eine Leistung empfunden. Der Bereich der Wahrnehmung kommt bei kognitiv anspruchsvollen Aufgaben überhaupt nicht zum Tragen. Der alleinige Gedanke an die Ausführung einer monotonen Tätigkeit wird als belastender empfunden als die tatsächlich durchgeführte monotone oder sogar kognitiv anspruchsvolle Aufgabe.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theorieteil
2.1 Belastung und Beanspruchung
2.2 FEMA
2.2.1 Konstruktion
2.2.2 Gütekriterien
2.2.3 Anwendungsfelder
3 Methodenteil
4 Ergebnisse
5 Diskussion
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht und vergleicht die mentale Belastung bei der Ausführung von monotonen im Gegensatz zu kognitiv anspruchsvollen Arbeitsaufgaben unter Anwendung des FEMA-Fragebogens sowie physiologischer Messmethoden.
- Analyse des Belastungs-Beanspruchungs-Konzepts
- Vorstellung und Erläuterung des FEMA (Fragebogen zur Erfassung mentaler Arbeitsbelastungen)
- Untersuchung intraindividueller Belastungsunterschiede
- Vergleich von Monotonie-Aufgaben und Stroop-Tests
- Diskussion über den Einfluss subjektiver Arbeitseinstellungen auf die Belastungswahrnehmung
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Konstruktion
Aus einem Itempool von 150 Items wurden mittels Expertenratings 50 Items extrahiert, die die psychischen Funktionsbereiche Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis und Ausführung erfassen (Tielsch et al., 1993). Die „allgemeinen“ Formulierungen der Items ermöglichen eine Passung auf viele unterschiedliche Arbeitsplätze (Tielsch et al., 1993).
Der FEMA besteht aus vier Teilen, die nacheinander bearbeitet werden:
1. Im ersten Teil sollen die 50 Items (Arbeitsanforderungen) bezüglich ihrer Häufigkeit im Arbeitsalltag eingeschätzt werden (siehe Abbildung 4, Teil 1). Es wird mittels einer dreistufigen Skala von „nie“ bis „ständig“ geantwortet. Arbeitsanforderungen, die nie vorkommen, werden aus der weiteren Analyse ausgeschlossen. Dadurch kommt es zu einer Einengung der Untersuchung auf Arbeitssituationen mit subjektiver Relevanz. (Tielsch et al., 1993)
2. Im zweiten Teil wird die Belastungsintensität erhoben (siehe Abbildung 4, Teil 2). Die Arbeitsanforderungen werden bezüglich ihrer subjektiven Belastung eingeschätzt, unabhängig von ihrer subjektiven Beanspruchung. Zur Beantwortung steht eine sechsstufige Skala von „nicht schwierig“ bis „sehr schwierig“ zur Verfügung. Der Term „Schwierigkeit“ wird verwendet, da Probanden diesen Begriff eher mit Belastung verbinden. (Tielsch et al., 1993)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die hohen Kosten psychischer Belastungen in der modernen Arbeitswelt und unterstreicht die Notwendigkeit valider Messinstrumente wie des FEMA.
2 Theorieteil: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen wie das Demand/Control-Modell sowie die Struktur und Gütekriterien des FEMA-Fragebogens detailliert vorgestellt.
3 Methodenteil: Hier wird das Untersuchungsdesign der Studie beschrieben, in der zwei Probandinnen mittels FEMA, EEG und Blickbewegungskamera unter verschiedenen Aufgabenbedingungen untersucht wurden.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Daten zu den drei Bewertungsindizes des FEMA (Belastung, Beanspruchung, Leistungsfähigkeit) aufgeschlüsselt nach psychischen Funktionsbereichen.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, wobei insbesondere die Diskrepanzen zwischen objektiven Anforderungen und der subjektiven Wahrnehmung bei monotonen Aufgaben kritisch hinterfragt werden.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Befunde zusammen und betont die Bedeutung individueller Einstellungen sowie die Grenzen der angewandten Methodik.
Schlüsselwörter
mentale Belastung, Belastungs-Beanspruchungs-Konzept, tätigkeitsspezifische Informationsverarbeitung, Monotonie, psychische Funktionsbereiche, Beanspruchung, Leistungsfähigkeit, FEMA, Arbeitsplatzgestaltung, Arbeitszufriedenheit, kognitive Anforderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der Erforschung mentaler Belastungen am Arbeitsplatz mithilfe des FEMA-Fragebogens.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentral sind die theoretischen Modelle zur Belastung und Beanspruchung, die Konstruktion des FEMA-Fragebogens sowie der empirische Vergleich von monotonen und anspruchsvollen Tätigkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, intraindividuelle Unterschiede bei der Belastungswahrnehmung während unterschiedlicher Arbeitsaufgaben aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit verwendet ein within-subject-design mit zwei Probandinnen, die mittels FEMA, EEG und Blickbewegungskamera untersucht wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des FEMA, die Darstellung des methodischen Vorgehens und eine detaillierte Ergebnisanalyse inklusive Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind mentale Belastung, Monotonie, Beanspruchungs-Konzept und psychische Funktionsbereiche.
Warum zeigt die Kategorie "Denken" bei monotonen Tätigkeiten oft einen Nullwert?
Die Autoren vermuten, dass bei stumpfsinnigen, rein repetitiven Tätigkeiten kognitive Anforderungen so gering sind, dass sie subjektiv als gar nicht vorhanden oder nicht relevant wahrgenommen werden.
Welche Rolle spielt die subjektive Einstellung bei der Belastungswahrnehmung?
Die Ergebnisse legen nahe, dass die bloße Vorstellung einer monotonen Tätigkeit belastender empfunden werden kann als die tatsächliche Ausführung, was auf die Bedeutung der Arbeitseinstellung hinweist.
- Arbeit zitieren
- Marie-Rose Degg (Autor:in), 2014, Belastungsforschung in der Arbeitswelt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/448876