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Stellvertretung, Repräsentation und Autorisierung in der Vertragstheorie von Thomas Hobbes

Title: Stellvertretung, Repräsentation und Autorisierung in der Vertragstheorie von Thomas Hobbes

Seminar Paper , 2015 , 35 Pages , Grade: 17 Punkte (sehr gut)

Autor:in: Anonym (Author)

Law - Philosophy, History and Sociology of Law

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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit befasst sich zunächst mit der Frage, wie der Begriff der Stellvertretung bei Thomas Hobbes zu verstehen ist und vergleicht dies mit dem modernen deutschen Stellvertretungsrecht nach dem BGB. Anschließend wird der Zusammenhang von Stellvertretung und Staatswesen bei Hobbes dargelegt, um dann die Bedeutung der Autorisierung des Souveräns für seine Vertragstheorie zu erläutern. Zuletzt zeigt die Arbeit die Unzulänglichkeiten der Vertrags- und Staatskonstruktion nach Hobbes auf und endet mit einer Schlussbetrachtung zu Autorität und politischer Mach

Die Frage nach legitimer Autorität, welche soziale Organisationsformen und politisches Handeln rechtfertigen kann, spielt seit jeher eine zentrale Rolle in Rechtsphilosophie und politischer Philosophie. Alle modernen Staaten beanspruchen Autorität über ihre Bürger, was für Green als wesentliches Merkmal zur Unterscheidung von Staaten und bloßen „Räuberbanden“ gilt. Politik kann nach Wolff als Ausübung von Staatsgewalt und als Versuch, auf diese Ausübung Einfluss zu nehmen, definiert werden. Staat sei demnach eine Personengruppe, welche innerhalb eines vorgegebenen Territoriums die höchste Autorität über eine bestimme Einwohnerschaft habe.

Obwohl Thomas Hobbes gemeinhin nicht als Repräsentationstheoretiker angesehen wird, ist die Konzeption von Stellvertretung und Autorisierung des Souveräns auch ein wesentliches Kernelement seiner Gesellschaftsvertragstheorie. Die Grundbedingungen von Autorenschaft, Stellvertretung und Autorisierung erläutert Hobbes in Kapitel XVI seines Hauptwerks, dem Leviathan. Dieses Kapitel scheint auf den ersten Blick nichts zur Substanz und Kontinuität von Hobbes’ Argumentation in den Kapiteln XIII, XIV, XV, XVII und XVIII beizutragen und daher nach Gauthier als „somewhat irrelevant appendix or addendum“. Trotz der Kürze des Kapitels bereitet es bei genauerer Betrachtung jedoch die terminologische und theoretische Grundlage für die Entstehung des Staatswesens sowie die Legitimierung eines Herrschaftsrechts des Souveräns als autorisiertem Stellvertreter. Damit ist es von wesentlicher Bedeutung für die politische Theorie von Thomas Hobbes. Zudem expliziert Kapitel XVI des Leviathan Hobbes’ Sicht auf die menschliche Natur und die Bedingungen für eine aktive Teilnahme am Staatswesen.

Excerpt


Gliederung

A. Einleitung: Autorität und Autorisierung als Voraussetzungen für eine legitime Herrschaftsform

B. Von Personen, Autoren und der Stellvertretung von Dingen - zu Kapitel XVI des Leviathan

I. Grundbegriffe der Stellvertretung nach Thomas Hobbes

II. Vergleich mit dem deutschen Stellvertretungsrecht aus moderner Perspektive

III. Die Maske des Schauspielers

C. Stellvertretung und Staatswesen

I. Die Einheit des Staatswesens - Einheit des Vertreters, nicht des Vertretenen

II. Die Fähigkeit zu Autorenschaft und Autorisierung als Grundbedingung für eine aktive Staatsbürgerschaft

D. Bedeutung des Ermächtigungsakts für die Vertragskonstruktion nach Thomas Hobbes

I. Die Autorisierung des Souveräns - Genese eines politischen Herrschaftsrechts

II. Fingierte Autorenschaft als Widerlegung des Unrechtsarguments

III. Ein Vertretungsrecht ohne korrespondierende einklagbare Pflichten

E. Unzulänglichkeiten der Hobbes’schen Vertretungs- und Staatstheorie

I. Unbeschränkte und unwiderrufliche Blankovollmacht

II. Normative Grenzen jeder legitimen Herrschaft?

F. Schlussbetrachtung: Autorität und politische Macht

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Konzepte von Stellvertretung, Repräsentation und Autorisierung in Thomas Hobbes’ Werk "Leviathan". Ziel ist es, zu untersuchen, wie diese Begriffe die Entstehung und Legitimation des modernen Staatswesens begründen, und diese mit modernen rechtlichen sowie staatstheoretischen Perspektiven kritisch zu vergleichen.

  • Grundlagen der Stellvertretung bei Thomas Hobbes
  • Vergleich der hobbes'schen Konzepte mit dem deutschen Stellvertretungsrecht
  • Die Entstehung des politischen Körpers durch den Akt der Autorisierung
  • Die Rolle der Autorenschaft für die Staatsbürgerschaft
  • Kritische Analyse der Unzulänglichkeiten in Hobbes’ Staatskonstruktion

Auszug aus dem Buch

I. Grundbegriffe der Stellvertretung nach Thomas Hobbes

Zu Beginn von Kapitel XVI definiert Hobbes den Begriff der Person und unterscheidet dabei zwischen natürlichen und künstlichen Personen. Eine Person ist demnach jemand, dessen Handlungen und Worte als seine eigenen gelten oder als solche, die eine andere Person oder eine Sache vertreten. Erstere Personen definiert Hobbes als natürliche und letztere als künstliche oder fingierte. Wenn es sich um eine künstliche Person handelt, erfolgt eine Zuschreibung entweder tatsächlicher oder fiktiver Natur.11 Der Begriff der künstlichen Person kann daher mit dem des Vertreters gleichgesetzt werden. So stellte Hobbes in der lateinischen Version des Leviathan der natürlichen Person noch die stellvertretende oder repräsentative Person als persona repraesentativa gegenüber.12 Diese Terminologie überrascht den modernen Leser angesichts der Tatsache, dass die gegenwärtige Rechtsterminologie zwischen natürlichen Personen im Sinne von Menschen und künstlichen oder juristischen Personen im Sinne von Unternehmen und Zusammenschlüssen von Menschen, also „künstlichen Gebilden“, denen die Rechtsordnung Rechtsfähigkeit verleiht, unterscheidet. Juristische Personen oder Rechtspersonen werden wie natürliche Personen behandelt und können beispielsweise Rechtsgeschäfte abschließen, Eigentum erwerben und vor Gericht klagen oder verklagt werden.13

Während nach unserem Verständnis der vertretungsberechtigte Geschäftsführer einer Handelsgesellschaft als natürliche und das von ihm vertretene Unternehmen als juristische Person oder Rechtsperson bezeichnet wird, wäre der das Unternehmen vertretende Geschäftsführer für Hobbes eine künstliche Person, deren Handlungen als „eigene“ des Unternehmens gelten und diesem zugeschrieben werden können.14 Wesentlich für die Konstruktion der Stellvertretung ist nach Hobbes, dass die Handlungen und Worte der künstlichen Person vom Vertretenen, dem Autor, als eigene anerkannt werden und der Vertreter daher mit Autorität handelt.15

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Autorität und Autorisierung als Voraussetzungen für eine legitime Herrschaftsform: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung von legitimer Autorität für die politische Theorie und führt in das zentrale Thema der Stellvertretung bei Thomas Hobbes ein.

B. Von Personen, Autoren und der Stellvertretung von Dingen - zu Kapitel XVI des Leviathan: Dieses Kapitel erläutert Hobbes’ Definition von natürlichen und künstlichen Personen und setzt sie in Bezug zum modernen deutschen Stellvertretungsrecht.

C. Stellvertretung und Staatswesen: Hier wird dargelegt, wie die Stellvertretung die notwendige Einheit des Staates begründet und welche Rolle Autorenschaft für Staatsbürger spielt.

D. Bedeutung des Ermächtigungsakts für die Vertragskonstruktion nach Thomas Hobbes: Das Kapitel analysiert den Prozess der Autorisierung, durch den der Souverän entsteht und eine unbeschränkte Vollmacht zur Sicherung des Friedens erhält.

E. Unzulänglichkeiten der Hobbes’schen Vertretungs- und Staatstheorie: Die Arbeit kritisiert die formale Natur der hobbes'schen Konzepte und zeigt Defizite hinsichtlich normativer Herrschaftsbegrenzungen auf.

F. Schlussbetrachtung: Autorität und politische Macht: Die abschließende Betrachtung resümiert die Beziehung zwischen der Macht des Souveräns und den Begrifflichkeiten von Autorität in der politischen Philosophie.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Leviathan, Stellvertretung, Autorisierung, Autorität, Repräsentation, Staatsbürgerschaft, Gesellschaftsvertrag, Souverän, Künstliche Person, Rechtsphilosophie, politische Theorie, Autorenschaft, Rechtsgeschäft, Staatswesen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Seminararbeit befasst sich mit der Analyse der Begriffe Stellvertretung, Repräsentation und Autorisierung in der Vertragstheorie von Thomas Hobbes, insbesondere basierend auf Kapitel XVI des "Leviathan".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Feldern gehören die Definition der Person bei Hobbes, der Vergleich mit dem deutschen Stellvertretungsrecht, die Entstehung des Staates durch den Akt der Autorisierung sowie die Kritik an der unbeschränkten Macht des Souveräns.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu verstehen, wie Hobbes die Konzepte der Autorisierung und Stellvertretung zur Legitimierung eines Herrschaftsrechts einsetzt und inwieweit diese Theorie moderne Anforderungen an eine legitime, normativ begrenzte Herrschaft erfüllt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine rechts- und staatsphilosophische Analyse durchgeführt, die Hobbes’ Theorien mit modernen rechtlichen Institutionen (insbesondere dem BGB) und anderen politischen Theoretikern wie Arendt, Raz oder Wolff vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Grundbegriffe, die Anwendung dieser Begriffe auf das Staatswesen, die Analyse des Ermächtigungsakts sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den theoretischen Unzulänglichkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Thomas Hobbes, Leviathan, Stellvertretung, Autorisierung, Autorität, Repräsentation und Staatsbürgerschaft charakterisieren.

Wie unterscheidet sich Hobbes' Verständnis von "künstlicher Person" von unserem heutigen Verständnis?

Für Hobbes ist die künstliche Person primär der Vertreter, dessen Handlungen dem Autor zugeschrieben werden, während heute juristische Personen wie Unternehmen als Rechtssubjekte mit eigener Rechtsfähigkeit gelten.

Warum hält Hobbes die Autorisierung des Souveräns für unwiderruflich?

Da die Untertanen durch den Vertrag ihr Recht zur Selbstregierung auf den Souverän übertragen haben, kann dieser nicht ohne weiteres abgesetzt werden, da er selbst keine Vertragspartei ist, sondern als alleiniger Vertreter des kollektiven Willens fungiert.

Inwiefern ist das hobbes'sche Modell aus Sicht der Autorin oder des Autors defizitär?

Das Modell wird als zu formal-logisch und unvollständig kritisiert, da es keine einklagbaren Rechte für Staatsbürger vorsieht und normative Schranken gegen Machtmissbrauch fehlen.

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Details

Title
Stellvertretung, Repräsentation und Autorisierung in der Vertragstheorie von Thomas Hobbes
College
University of Frankfurt (Main)
Course
Blockseminar im Schwerpunktbereich Grundlagen des Rechts
Grade
17 Punkte (sehr gut)
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2015
Pages
35
Catalog Number
V446966
ISBN (eBook)
9783668834668
ISBN (Book)
9783668834675
Language
German
Tags
Hobbes Gesellschaftsvertrag Autorisierung Autorität Leviathan Souverän Autorisierung des Souveräns
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2015, Stellvertretung, Repräsentation und Autorisierung in der Vertragstheorie von Thomas Hobbes, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/446966
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