Immer wieder wird sich mit der Frage auseinandergesetzt, welche primäre Zielsetzung der Sportunterricht haben sollte. Muss der Unterricht dazu dienen, die motorische Leistungsfähigkeit der SchülerInnen zu verbessern oder sollten primär andere Ziele, wie beispielsweise die Förderung des sozialen Lernens verfolgt werden?
Im Rahmen dieser Arbeit soll versucht werden, die Zielsetzungen des Sportunterrichts herauszuarbeiten um zu klären, ob Training als primäre Intervention verfolgt werden kann.
Dafür werden zunächst die Ergebnisse zweier Studien zusammengefasst, welche die organisatorischen Probleme und Rahmenbedingungen des Sportunterrichts thematisieren. Anschließend werden zwei Studien analysiert, welche mögliche Trainingsinterventionen im Sportunterricht darstellen.
Darauf aufbauend wird eine mögliche Beantwortung der Einstiegsfrage im Fazit dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Training
3. Ziele des Sportunterrichts nach dem Lehrplan
4. Probleme bei der Durchführung des Sportunterrichts
4.1 Studie: Bewegungszeit als Qualitätskriterium des Sportunterrichts
4.1.1 Ergebnisse
4.1.2 Diskussion
4.2 Studie: Belastungszeiten und Anstrengung im Sportunterricht
4.2.1 Ergebnisse
4.2.2 Diskussion
5. Darstellung von Trainingsinterventionen
5.1 Studie: Trainierbarkeit Fitness im Schulsport
5.1.1 Untersuchungsmethodik
5.1.2 Hypothesen
5.1.3 Ergebnisse
5.1.4 Diskussion
5.2 Studie: Hochintensives Intervalltraining im Sportunterricht
5.2.1 Einleitung
5.2.2 Untersuchungsmethodik und Ergebnisse
5.2.3 Diskussion
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit das sportliche Training als primäre Intervention im Sportunterricht fungieren kann, unter Berücksichtigung der bestehenden organisatorischen Rahmenbedingungen und Zeitvorgaben. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, ob und wie die motorische Leistungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler durch gezielte, zeitsparende Interventionsprogramme verbessert werden kann, ohne den breiten Bildungsauftrag des Schulsports zu vernachlässigen.
- Analyse der Ist-Situation und der Bewegungszeiten im Sportunterricht
- Evaluation von Trainingsprogrammen zur Steigerung der motorischen Fitness
- Vergleich von Hochintensivem Intervalltraining (HIIT) und Grundlagenausdauertraining (GAT)
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Anstrengungsbereitschaft und Leistungszuwachs
- Diskussion über die Rolle des Schulsports zwischen Leistungsforderung und Persönlichkeitsbildung
Auszug aus dem Buch
5.2.3 Diskussion
Engel et al. untersuchten durch die sechswöchige Ausdauertrainingsintervention (HIIT und GAT) die Effekte auf die motorischen Leistungsvariablen, das subjektive Belastungsempfinden und die psychische Stimmung der SchülerInnen.
Die wesentlichen Ergebnisse waren die signifikanten Verbesserungen der motorischen Leistungen beider Interventionsgruppen. Allerdings konnte durch das HIIT die Anzahl der Sit-ups mehr verbessert werden als durch das GAT. Zusätzlich wird für die Durchführung des HIITs 30% weniger Trainingszeit benötigt und es führt zu positiveren Werten der Items der Stimmung „Valenz“ und „Energiegeladenheit“.
Beide Ausdauertrainingsinterventionen führen somit zu einer verbesserten motorischen Leistungsfähigkeit der SchülerInnen. Das HIIT ist jedoch zeitsparender, effektiver und hat eine positivere Stimmung als Folge. Deshalb kann durch die Ergebnisse dieser Studie die Eignung des HIITs im Sportunterricht der Klassen fünf bis sieben bestätigt werden. Vor Allem wegen der räumlichen und zeitlichen Einschränkungen des Sportunterrichts ist das Hochintensive Intervalltraining eine gute Trainingsmethode, die auch im Kindes- und Jugendalter Anwendung finden kann. (Engel et al. 2017)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob Training als primäre Intervention im Sportunterricht dienen kann, und skizziert den Aufbau der Untersuchung mittels Studienanalysen.
2. Definition Training: Hier wird der Begriff des sportlichen Trainings als komplexer Handlungsprozess zur planmäßigen Leistungssteigerung definiert.
3. Ziele des Sportunterrichts nach dem Lehrplan: Dieses Kapitel beschreibt den Doppelauftrag des Schulsports, der sowohl die Erziehung zum Sport als auch die Erziehung im und durch den Sport umfasst.
4. Probleme bei der Durchführung des Sportunterrichts: Die Problematik geringer tatsächlicher Bewegungszeiten durch organisatorische Hürden wird anhand zweier Studien analysiert.
5. Darstellung von Trainingsinterventionen: In diesem Hauptteil werden spezifische Interventionsstudien, wie das Fitnesstraining und hochintensives Intervalltraining, im schulischen Kontext detailliert vorgestellt.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Sportunterricht zwar zur Fitnesssteigerung beitragen kann, aber aufgrund begrenzter Kapazitäten keine alleinige Trainingsinstanz sein sollte.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Trainingsintervention, Bewegungszeit, motorische Leistungsfähigkeit, Hochintensives Intervalltraining, HIIT, Schulsport, Anstrengungsbereitschaft, Fitness, motorische Grundfertigkeiten, Trainingsmethode, Unterrichtseffizienz, Gesundheitsbewusstsein, Leistungssteigerung, Grundlagenausdauertraining
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen, sportliches Training als primäre Interventionsmethode in den regulären Sportunterricht zu integrieren, wobei besonders die zeitlichen Rahmenbedingungen kritisch betrachtet werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die Analyse der Bewegungszeiten im Sportunterricht, die Evaluierung der kurzfristigen Trainierbarkeit von Fitness sowie der Vergleich zwischen HIIT und traditionellen Trainingsformen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, ob der Sportunterricht die Kapazitäten besitzt, um als Trainingsinstanz zur signifikanten Verbesserung der motorischen Leistungsfähigkeit zu dienen, ohne den breiten Bildungsauftrag zu verlieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Es handelt sich um eine systematische Literatur- und Studienanalyse, bei der empirische Ergebnisse zu Bewegungszeiten und Interventionsstudien (z.B. mittels IPPTP-Test und Borg-Skala) ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse organisatorischer Probleme (Bewegungszeitdefizite) und die detaillierte Vorstellung und Diskussion konkreter Interventionsstudien, wie etwa ein acht-wöchiges Fitnesstraining oder ein sechswöchiges HIIT-Programm.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Sportunterricht, HIIT, motorische Leistungsfähigkeit, Bewegungszeit und Trainingsintervention charakterisiert.
Warum wird im Fazit von einer alleinigen Trainingsrolle des Sportunterrichts abgeraten?
Aufgrund der begrenzten Zeitressourcen und des breiten Bildungsauftrags des Sportunterrichts kann dieser nicht als reiner "Reparaturbetrieb" oder Trainingsinstanz fungieren, sondern sollte eher eine Moderatorfunktion zur Förderung der Gesundheitsbildung einnehmen.
Welche Vorteile bietet das Hochintensive Intervalltraining (HIIT) laut der untersuchten Studie?
HIIT erweist sich im Schulsport als zeitsparender, effektiver und führt zu positiveren Stimmungswerten bei den Schülern im Vergleich zum herkömmlichen Grundlagenausdauertraining (GAT).
Welche Rolle spielen die organisatorischen Rahmenbedingungen laut Hoffmann (2009)?
Die Studie belegt, dass fast die Hälfte der zur Verfügung stehenden Sportstunden für organisatorische Angelegenheiten wie Erklärungen oder Aufbauten verloren geht, was die Netto-Bewegungszeit für die Schüler signifikant einschränkt.
- Arbeit zitieren
- Torben Tesche (Autor:in), 2018, Training als primäre Intervention des Sportunterrichts. Geht das?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/446469