Für den Übersetzungsvergleich wurde neben den formorientierten Bibeltexten von Luther, Elberfelder, Zürcher und Schlachter auch die Übersetzung des Kommentators Hartmut Schmid herangezogen. Die Übersetzungen unterscheiden sich zum einen darin, dass sich die Wortstellung innerhalb der Sätze unterscheiden. Darüber hinaus wurden manche hebräische Begriffe verschieden übersetzt.
Das Buch der Könige lässt sich inhaltlich in drei Blöcke einteilen. Zunächst beginnt es mit Salomos Thronbesteigung und Regierung (1Kön 1-11), thematisiert dann das geteilte Reich Juda und Israel (1Kön 12 - 2Kön 17) und anschließend Juda alleine (2Kön 18-25). Die vorliegende Erzählung befindet sich im mittleren Block des Königebuches. Auffallend ist bei diesem Bericht, dass von manchen Könige sehr kurz berichtet wird, obwohl sie eine lange Zeit regierten.
Inhaltsverzeichnis
1. Übersetzungsvergleich
2. Literarischer Kontext und Text
2.1.Literarischer Kontext
2.2.Textschaubild
2.3.Handlungsbogen
2.4.Textgliederung
3. Historischer Kontext
4. Kommentierung
4.1. Das Wort gegen den Altar in Bethel (V1-10)
4.2. Der Mann Gottes und der Prophet aus Bethel (V11-32)
4.3. Die Unbußfertigkeit Jerobeams (V33f)
4.4. Rückschlüsse bei Betrachtung der Erzählung in ihrer Gesamtheit
5. Theologische Linien
6. Praktischer Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet eine tiefgehende exegetische Untersuchung der Erzählung über den Mann Gottes in 1. Könige 13. Das zentrale Ziel ist es, durch die Analyse des literarischen und historischen Kontextes sowie eine detaillierte Kommentierung die theologische Bedeutung der Erzählung herauszuarbeiten, insbesondere im Hinblick auf die Themen Gehorsam, Umkehr und die Konsequenzen von Götzendienst.
- Literarische Analyse und Struktur der Erzählung (Chiasmus)
- Die Rolle und Bedeutung des „Wortes des Herrn“
- Historischer Hintergrund der Regierungszeit Jerobeams I.
- Unterscheidung zwischen falscher und wahrer Prophetie
- Die Thematik der Unbußfertigkeit und deren Folgen
Auszug aus dem Buch
2.1.Literarischer Kontext
Das Buch der Könige lässt sich inhaltlich in drei Blöcke einteilen. Zunächst beginnt es mit Salomos Thronbesteigung und Regierung (1Kön 1-11), thematisiert dann das geteilte Reich Juda und Israel (1Kön 12 - 2Kön 17) und anschließend Juda alleine (2Kön 18-25). Die vorliegende Erzählung befindet sich im mittleren Block des Königebuches. Auffallend ist bei diesem Bericht, dass von manchen Könige sehr kurz berichtet wird, obwohl sie eine lange Zeit regierten. Die Erzählung des Königebuchs hat demnach wenig Interesse an politischen und wirtschaftlichen Leistungen, sondern „vor allem [an] der Schilderung des Abfalls vom Glauben bzw. der Restauration des wahren Gottesdienstes“ (Egelkraut 2012, 438). Es wird deutlich, dass Israels Erfolg bzw. Untergang nicht „vom politischen Geschick des jeweiligen Königs“ (Ebd., 438), sondern von der ungeteilten Zuwendung der Herzen zu JHWH abhängig ist.
König Jerobeam ist der erste König des Nordreichs nach der Abspaltung von Juda und ist eine zentrale Figur der vorliegenden Perikope. Er steht im weiteren Buch exemplarisch für das sündige Verhalten aller israelischen Könige, welche nicht ungeteilt JHWH vertrauten, sondern „[..] in dem Weg Jerobeams und in seiner Sünde [wandelten], durch die er Israel zur Sünde verführt hatte“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Übersetzungsvergleich: Dieses Kapitel erläutert die Auswahl der verwendeten Bibelübersetzungen und begründet die Wahl der Textbasis für die Exegese basierend auf textnaher und semantischer Präzision.
2. Literarischer Kontext und Text: Es wird die Einbettung der Erzählung in das Königebuch sowie die strukturelle Analyse mittels Chiasmus und Textschaubild dargelegt.
3. Historischer Kontext: Hier werden die politisch-historischen Hintergründe der Abspaltung des Nordreichs unter Jerobeam I. beleuchtet.
4. Kommentierung: Das Hauptkapitel bietet eine detaillierte Vers-für-Vers-Exegese des biblischen Textes, unterteilt in das Auftreten des Mannes Gottes, die Interaktion mit dem alten Propheten und das Fazit zur Unbußfertigkeit.
5. Theologische Linien: Dieses Kapitel fasst die zentralen theologischen Aussagen über Gehorsam und Umkehr im Kontext der prophetischen Überlieferung zusammen.
6. Praktischer Ausblick: Es wird ein Konzept vorgestellt, wie die exegetischen Erkenntnisse im Rahmen der ‚GodlyPlay‘-Methode in einem Jugendkreis vermittelt und reflektiert werden können.
Schlüsselwörter
1. Könige 13, Jerobeam, Mann Gottes, Altar, Bethel, JHWH, Gehorsam, Ungehorsam, Wort des Herrn, Prophetie, Götzendienst, Umkehr, Exegese, Nordreich, Gotteserkenntnis
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Ausarbeitung der Erzählung über den Mann Gottes in 1. Könige 13, die eine zentrale Rolle im Bericht über das Wirken von König Jerobeam I. einnimmt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen Gehorsam und Ungehorsam gegenüber Gott, die Bedeutung prophetischer Ankündigungen, die Unterscheidung zwischen wahrer und falscher Prophetie sowie die Konsequenzen von Götzendienst.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die tiefgehende exegetische Analyse der Erzählung, um zu verdeutlichen, wie das „Wort des Herrn“ und die Notwendigkeit zur Umkehr in der biblischen Erzählung dargestellt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt die historisch-kritische Exegese, den Vergleich verschiedener Bibelübersetzungen, literaturwissenschaftliche Methoden wie die Analyse eines Chiasmus sowie religionspädagogische Ansätze für den praktischen Teil.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Kommentierung der drei Erzählphasen (Prophezeiung gegen den Altar, Begegnung mit dem alten Propheten aus Bethel, Fazit zur Unbußfertigkeit) sowie die Reflexion theologischer Linien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind „Wort des Herrn“, „Gehorsam“, „Umkehr“, „Götzendienst“ und die spezifische Figur des „Mannes Gottes“ im Kontext des nordisraelitischen Königtums.
Warum spielt der „alte Prophet“ aus Bethel eine so problematische Rolle?
Er fungiert als ambivalente Figur, die durch eine Lüge den Mann Gottes zu Fall bringt, gleichzeitig aber als echter Prophet Gottes agiert, was die Spannung der Erzählung maßgeblich erhöht.
Wie lässt sich die „Unbußfertigkeit Jerobeams“ begründen?
Trotz massiver Zeichen wie dem zerberstenden Altar und der Heilung seiner Hand hält Jerobeam an seinem politisch motivierten Kult fest, was laut Text zur Dynastie-Vernichtung führt.
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- Erich Böke (Author), 2017, Exegese zu 1. Könige 13. Übersetzungsvergleich, literarischer und historischer Text, Kommentierung, theologische Linien und praktischer Ausblick, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/445154