Frauen als Sinnbild für Schönheit und Verführung und gleichzeitig Symbol für Zerstörung und das Böse – diese Vorstellung ist sogar schon in den ältesten Schriften tief verwurzelt. Sie beginnt bereits bei der Lilith-Figur in der Bibel, reicht über Sirenen und Medusa bishin in die Vampirerzählungen der Gegenwart.
Vampire bevölkern Film, Musik und Literatur - doch die Hauptrolle übernimmt in der Regel der männliche Vampir. Wie steht es um die Vampirinnen? Gibt es diese überhaupt? Welche Rollen spielen Femme fatal, Vamp und Frauenbewegung und wie hat sich das Bild des weiblichen Vampirs im Laufe der Geschichte verändert?
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbilder aus Realität und Mythologie
2. Vampirinnen der deutschen Literatur
3. Fraeunbewegung, Femme fatale und Vamp
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische und literarische Entwicklung der Figur des weiblichen Vampirs, wobei der Fokus auf dem Wandel des Frauenbildes von antiken mythologischen Vorbildern bis hin zur modernen Darstellung als selbstbestimmte oder manipulative Femme fatale und Vamp liegt.
- Historische Ursprünge des Vampirglaubens und mythologische Vorbilder (z.B. Lilith, Lamia).
- Darstellung weiblicher Vampire in der deutschen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts.
- Die Verknüpfung der Vampirfigur mit Frauenbewegungen und Emanzipation.
- Der Wandel der Vampirfigur: Von der Femme fragile zur Femme fatale und zum Vamp.
- Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Motivation und Vorgehensweise von Vampiren.
Auszug aus dem Buch
3. Frauenbewegung, Femme fatale und Vamp
„Einmal kommt ja die Frau, die uns unbewußt an allen anderen Frauen rächt und die uns radikal frißt. Mit Haut und Haaren, Leib und Seele. Auch nicht ein Seelenzipfelchen bleibt unverspeist.“ – dies wusste bereits der Dichter Klabund seinem Freund Hermann Hesse zu berichten.
An dieser Stelle soll auch noch einmal auf Lilith zurückgekommen werden. Diese Gestalt wurde zum Symbol des Feminismus und der weiblichen Sexualität. Sie wurde zum Zeichen für Sinnlichkeit und Selbstständigkeit und zahlreiche feministische Buchhandlungen benannten sich nach ihr. Nicht die todbringende, bösartige Seite sollte dabei angesprochen werden, sondern die Selbstbestimmtheit, die Freiheit und der eigene Wille der Frau. Das Recht auf Sinnlichkeit wird so zur Geltung gebracht.
Vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jh. rückte der Vampir als Frau in den Vordergrund der Vampirliteratur.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorbilder aus Realität und Mythologie: Dieses Kapitel beleuchtet die historischen Wurzeln des Vampirglaubens und stellt mythologische Vorbilder wie Lilith und Lamia als erste Verkörperungen des weiblichen Bösen vor.
2. Vampirinnen der deutschen Literatur: Hier wird die literarische Adaption weiblicher Vampire in Werken von Autoren wie Goethe, Hoffmann und Heine untersucht, wobei der Fokus auf dem Übergang von mythologischen Sagen zu literarischen Charakteren liegt.
3. Fraeunbewegung, Femme fatale und Vamp: Dieses Kapitel analysiert die Verbindung zwischen dem Vampir-Motiv, der Frauenbewegung des 19. Jahrhunderts und den Frauentypen der Femme fatale sowie des Vamps im 20. Jahrhundert.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Vampiren zusammen und reflektiert die zeitgenössische Faszination für das Motiv als machtvolles und reizvolles Symbol.
Schlüsselwörter
Vampirismus, Weiblicher Vampir, Mythologie, Lilith, Lamia, Literaturgeschichte, Romantik, Femme fatale, Femme fragile, Vamp, Feminismus, Geschlechterrollen, Erotik, Emanzipation, Vampirfilm
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der literarischen und kulturellen Figur des weiblichen Vampirs und untersucht, wie sich deren Darstellung von antiken Mythen bis in die Moderne gewandelt hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die mythologischen Ursprünge (z.B. Lilith), die literarische Verarbeitung in der deutschen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts sowie die soziologische Verknüpfung mit Emanzipationsbewegungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Motiv des weiblichen Vampirs als Projektionsfläche für männliche Ängste, weibliche Erotik und später als Ausdruck weiblicher Selbstbestimmung genutzt wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die Primärtexte (Dichtungen) und Sekundärliteratur zur Vampirforschung miteinander in Bezug setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung antiker Vorbilder, der spezifischen Ausgestaltung weiblicher Vampire in der deutschsprachigen Literatur sowie der Einordnung der Figur in den Kontext der Femme fatale und des Vamps.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wesentliche Begriffe sind Vampirismus, Femme fatale, Emanzipation, Lilith, Geschlechterrollen und literarische Vampirmotive.
Wie unterscheidet sich der weibliche Vampir laut der Autorin von seinem männlichen Gegenstück?
Der weibliche Vampir ist oft weniger auf eine rein gewaltsame Vernichtung fixiert; sein Handeln ist häufiger von Liebe, emotionaler Bindung oder dem Wunsch nach Rache für erlittene Demütigungen geprägt.
Warum wird Lilith in dieser Arbeit als zentrale Figur hervorgehoben?
Lilith dient als fundamentales Gegenmodell zur mütterlichen Eva-Figur und wird als Symbol für weibliche Selbstständigkeit, sexuelle Autonomie und den Widerstand gegen Unterordnung interpretiert.
- Arbeit zitieren
- Jana Mussik (Autor:in), 2011, Die Rolle des weiblichen Vampirs in der Literatur, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/444956