Die Frage, wie und wodurch der Mensch seinen Wissensstand erweitern kann, spielt seit jeher eine zentrale Rolle im Leben des Selbigen. Sei es im Bereich der Philosophie, im Fachgebiet Literatur- und Sprachwissenschaft oder in den Naturwissenschaften, in allen Wissenschaften steht die Frage nach den Möglichkeiten der Erkenntnisgewinnung im Mittelpunkt der Forschung.
Diese Arbeit beschäftigt sich im Rahmen dieser Problematik mit dem Thema "Tierversuche" und will dieses für eine Unterrichtseinheit in der Grundschule aufbereiten. Die Unterrichtseinheit wird hierbei auf mehrere Unterrichtsstunden aufgeteilt, die jeweils einen anderen Schwerpunkt der thematischen Bearbeitung aufweisen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Unterrichtsplanung
2.1 Tierversuche – Versuch einer Verortung des Unterrichtsthemas im Perspektivrahmen und im Bildungsplan Sachunterricht
2.2 Grundlegende Überlegungen zu der Unterrichtseinheit
3 Unterrichtseinheit Tierversuche – Darstellung und didaktische Erläuterungen zu den einzelnen Phasen der Unterrichtseinheit
3.1 Erste Unterrichtsstunde – Philosophieren mit Kindern
3.2 Zweite Unterrichtsstunde – Der Weltraumhund Laika
3.3 Dritte Unterrichtsstunde – Philosophieren mit Kindern
3.4 Vierte und fünfte Unterrichtsstunde – Die Stationsarbeiten
3.5 Sechste Unterrichtsstunde: Abschluss
4 Fazit
5 Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, das ethisch sensible und komplexe Thema der Tierversuche didaktisch für den Sachunterricht in der Grundschule aufzubereiten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Schüler der 3. oder 4. Klasse altersgerecht an Problemlöse- und Methodenkompetenz herangeführt werden können, ohne dabei durch übermäßig schockierende Darstellungen überlastet zu werden, während gleichzeitig eine kritische Auseinandersetzung mit Erkenntnisinteressen und alternativen Handlungsmöglichkeiten gefördert wird.
- Didaktische Verortung im Bildungsplan und Perspektivrahmen Sachunterricht
- Methodik des Philosophierens mit Kindern als Einstieg in moralische Dilemmata
- Naturwissenschaftliches und technisches Lernen durch handlungsorientierte Stationsarbeit
- Reflexion des Spannungsfeldes zwischen Erkenntnisdrang und Tierschutz
- Einsatz von Alltagsbeispielen (z.B. Hautcremes) zur Sensibilisierung für die Lebenswelt
Auszug aus dem Buch
3.1 Erste Unterrichtsstunde – Philosophieren mit Kindern
In der ersten Unterrichtsstunde zum Thema Tierversuche sollen die Kinder zunächst einen Einstieg vollziehen, der sich noch abseits des eigentlichen Unterrichtsthemas befindet. Mit den Grundschülern soll als erstes die Frage diskutiert werden „Welchen Wert haben Tiere für euch?“. Wichtig ist es in diesem Zusammenhang die Frage vor allem auch in Abgrenzung zu dem Wert von Mitmenschen zu besprechen.
Die konkrete Fragestellung soll die Kinder hierbei in vielfacher Hinsicht zum Denken anregen. Als erstes kann die Fragestellung dazu genutzt werden, dem einzelnen Schüler bewusst zu machen wie er eigentlich selbst zu Tieren steht und inwieweit er/sie das Zusammenleben mit Tieren als minder- oder gleichwertig in Bezug auf das Zusammenleben mit Menschen bewertet. Zweitens schließt die Fragestellung direkt an die Erfahrungswelt der Kinder an. Diese besitzen entweder selbst Haustiere, die für sie ggf. „zur Familie gehören“, oder sie wissen, dass Tiere als Nutztiere für den Menschen dienen. Andere Kinder haben wiederum Erfahrungen mit Tieren in Zoos oder Tierparks gemacht. Diese verschiedenen und vielseitigen Erfahrungen können im Rahmen der Einheit gewinnbringend im Sinne der Fragestellung genutzt werden (vgl. Meyer 1999, S. 122).
Ziel der Unterrichtsstunde soll vorrangig die thematische Einstimmung sein, wobei die Kinder über die zu erwartenden positiven Einstellungen zu Tieren im weiteren Verlauf des Unterrichts und dem später aufgeführten thematischen Schwerpunkt der Tierversuche zu einer kognitiven Dissonanz geführt werden sollen. Wie lassen sich der Wunsch nach Gleichberechtigung von Mensch und Tier und der (in Teilen von der Gesellschaft geforderte) Drang des Menschen nach Erkenntnis vereinbaren? Warum nutzt der Mensch die Tiere zur Befriedigung seines Erkenntnisinteresses und warum nicht sich selbst? Gibt es keine Alternativen zu Tierversuchen? Dies alles könnten Fragen sein, die im Rahmen der Unterrichtseinheit entstehen könnten und die als „moralische Dilemmata“ oder „gesellschaftliche Probleme“ (Jablonski 2003: S. 197) zentral die Interessen der Kinder ansprechen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, wie Erkenntnisgewinnung durch Tierversuche in einer Grundschul-Unterrichtseinheit thematisiert werden kann.
2 Die Unterrichtsplanung: Hier erfolgt die Einordnung des Themas in den Bildungsplan sowie die Erläuterung grundlegender organisatorischer und pädagogischer Überlegungen.
3 Unterrichtseinheit Tierversuche – Darstellung und didaktische Erläuterungen zu den einzelnen Phasen der Unterrichtseinheit: Dieses Kapitel beschreibt detailliert den Ablauf der sechs Unterrichtsstunden, vom philosophischen Einstieg bis hin zur Stationsarbeit und dem Abschluss.
4 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betont den Wert des handlungsorientierten Ansatzes zur kritischen Reflexion der Umwelt.
5 Literaturverzeichnis: Dies stellt das Verzeichnis der verwendeten fachwissenschaftlichen Literatur und Internetquellen dar.
Schlüsselwörter
Tierversuche, Sachunterricht, Grundschule, Philosophieren mit Kindern, Handlungsorientierung, Erkenntnisinteresse, Stationsarbeit, Naturwissenschaften, Technik, Ethik, Kompetenz, Unterrichtsplanung, Tierschutz, Alternativmethoden, Lernumgebung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit behandelt die didaktische Konzeption einer Unterrichtseinheit zum Thema Tierversuche für den Sachunterricht in der Grundschule.
Was sind die zentralen Themenfelder der Unterrichtseinheit?
Die Themenfelder umfassen den ethischen Umgang mit Tieren, wissenschaftliche Erkenntnisprozesse, historische Beispiele und die Auseinandersetzung mit alternativen Testmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Ziel ist es, die Problemlöse- und Methodenkompetenz der Schüler zu schulen und sie zu befähigen, ihre Umwelt kritisch zu reflektieren, anstatt sie nur als gegeben hinzunehmen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Die Arbeit stützt sich primär auf das problemorientierte Lernen, das Philosophieren mit Kindern sowie handlungsorientierte Stationsarbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Planung der einzelnen Unterrichtsstunden, die von einem philosophischen Einstieg über die Analyse von Fallbeispielen bis hin zu praktischen Experimenten an Stationen reicht.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Handlungsorientierung, Tierversuche, Sachunterricht, ethische Reflexion und Kompetenzentwicklung.
Warum wird Laika, der Weltraumhund, als Beispiel angeführt?
Die Geschichte von Laika dient als ansprechendes, nicht zu schockierendes Beispiel, um den Übergang von einer allgemeinen Wertediskussion hin zum konkreten Thema der Tierversuche in der Forschung zu ermöglichen.
Welche Rolle spielt die Station "Max Pettenkofer" im Unterrichtskonzept?
Diese Station thematisiert die historische Dimension, indem sie den Selbstversuch Pettenkofer als Gegenpol zum Tierversuch aufzeigt, um den menschlichen Drang nach wissenschaftlichem Fortschritt zu veranschaulichen.
- Quote paper
- Christian Appel (Author), 2012, Tierversuche. Eine Unterrichtseinheit im Fach Sachunterricht (Grundschule), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/444944