Der steigende Druck der Konkurrenz, dynamische Märkte, sowie international verteilte, branchennotwendige Kompetenzen von Fachkräften und Akademikern wirken auf Unternehmen in unserem Umfeld ein. Seit den 90er Jahren kamen Übernahmen und Fusionen immer öfter zustande. Besonders komplexere, multinationale Konzerne bedienen sich am sogenannten Konzept „Mergers & Acquisitions“.
Solche Zusammenschlüsse von Konzernriesen werden oftmals in den Medien als „Milliardendeals“ bezeichnet und involvieren meist Unternehmen, die sich auf ihre eigentliche Kernkompetenz konzentrieren und expandieren möchten (bspw. PSA-Opel oder Vodafone-Mannesmann), oder zur Erweiterung des bestehenden Unternehmensnetzwerkes mittels einem neueren Standbein sich erweitern (bspw. Bayer-Monsanto oder Facebook-Whatsapp).
Die Erfolgsquote von M&A liegt bei lediglich 56 Prozent. Schuld daran sind die sogenannten „weicheren“ Faktoren, inmitten die Unternehmenskultur, die oftmals den Erfolg von M&A ausbleiben lassen. Ziel dieser vorliegenden Arbeit ist es, zwischen den theoretischen Grundlagen der Unternehmenskultur eine Verknüpfung zu dem Praxisbeispiel, der Übernahme PSA-Opel herzustellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Problemstellung
2. Begriffsbestimmungen
2.1 Mergers & Acquisitions (M&A)
2.1.1 Akquisition
2.1.2 Fusion
2.2 Unternehmenskultur
2.2.1 Wie wichtig ist die Unternehmenskultur?
3. Der M&A-Prozesses
3.1 Pre-Merger-Phase
3.2 Merger-Phase
3.3 Post-Merger-Phase
3.4 Motive für M&A
3.5 (Miss-)Erfolgsbilanz von Akquisitionen und Fusionen
4. Integration der Unternehmenskulturen
4.1 Herausforderungen
4.2 Cultural-Due-Diligence (CDD)
4.3 Gestaltung der Kulturintegration
4.3.1 Integrationsansatz von Cartwright & Cooper
4.3.2 Akkulturationsmodell von Nahavandi/Malezadeh
5. Praxisbeispiel: Übernahme PSA-Opel
5.1 Situationsbeschreibung
5.2 Analyse
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Unternehmenskultur bei Unternehmenskäufen und Fusionen (M&A). Das primäre Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen der Kulturintegration mit einem realen Praxisbeispiel zu verknüpfen, um Erfolgsfaktoren und Risiken bei der Gestaltung von Kulturwandelprozessen aufzuzeigen.
- Grundlagen von Mergers & Acquisitions und Unternehmenskultur
- Phasenmodelle des M&A-Prozesses
- Kulturelle Integrationsmodelle nach Cartwright & Cooper sowie Nahavandi/Malekzadeh
- Cultural-Due-Diligence als Analyseinstrument
- Fallstudie zur Übernahme von Opel durch die Groupe PSA
Auszug aus dem Buch
4.1 Herausforderungen
Zusammenschlüsse stellen im Bezug zur Unternehmenskultur massive Veränderungen dar.
„Mergers and acquisitions can be considered to differ from any other processes of major organizational change in three important aspects: the speed of change, the scale of change and the critical mass of the unknown they present for both parties.” (Cartwright & Cooper, 1992, S. 32)
Nach der These von Cartwright und Cooper sind als drei Kernpunkte bei der Zusammenführung von Unternehmenskulturen zu beachten: die Schnelligkeit des Wechsels, das Verhältnis des Wechsels und das kritische Ungewisse. Diese drei Punkte zerren stark an der Psyche von Führungskräften und Mitarbeitern und verbreiten Unsicherheit, erst recht aufgrund des kritischen Ungewissen. Es kann Unsicherheit durch die richtige Steuerung der Unternehmenskultur vermindert, bzw. vermieden werden. In der nachfolgenden Tabelle 4.1: Eigenschaften der Organisationskultur und deren Problematik werden die jeweiligen Eigenschaften der Organisationskultur (siehe Definition der Organisationskultur, Kapitel 2.2) mit der Problematik bei M&A verglichen:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der M&A-Prozesse ein, beleuchtet die steigende Bedeutung von Übernahmen und definiert die zentrale Rolle der Unternehmenskultur für den Erfolg solcher Vorhaben.
2. Begriffsbestimmungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen für Mergers & Acquisitions sowie die Definition und Bedeutung der Unternehmenskultur als System gemeinsamer Werte und Normen gelegt.
3. Der M&A-Prozesses: Das Kapitel gliedert den komplexen Integrationsprozess in Pre-Merger-, Merger- und Post-Merger-Phasen und erläutert Motive sowie die häufigen Ursachen für das Scheitern von Fusionen.
4. Integration der Unternehmenskulturen: Dieser Kernbereich diskutiert Herausforderungen der kulturellen Anpassung und stellt wissenschaftliche Modelle wie die Cultural-Due-Diligence und Akkulturationsmodelle vor.
5. Praxisbeispiel: Übernahme PSA-Opel: Dieses Kapitel analysiert die konkrete Übernahme von Opel durch die Groupe PSA unter Berücksichtigung der kulturellen Rahmenbedingungen und der Rolle der Mitarbeiter.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung, dass die Integration der Unternehmenskultur ein kritischer Erfolgsfaktor ist, und empfiehlt parallele kulturelle Ansätze sowie die Arbeit in gemischten Teams.
Schlüsselwörter
Mergers & Acquisitions, M&A, Unternehmenskultur, Kulturwandel, Integrationsprozess, Cultural-Due-Diligence, Akkulturation, Change Management, Erfolgsfaktoren, Organisationspsychologie, PSA-Opel, Unternehmenskultur, Veränderungsmanagement, Personalmanagement, Führungskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen und kulturellen Dimension bei Unternehmenskäufen und Fusionen und beleuchtet, warum diese Faktoren maßgeblich für den Erfolg oder Misserfolg entscheiden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Hauptthemen zählen die Definition von M&A, der Ablauf von Fusionsphasen, die Bedeutung der Unternehmenskultur sowie Modelle zur kulturellen Integration und Analyse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, eine Brücke zwischen der theoretischen Literatur zum Kulturwandel und der praktischen Anwendung anhand des Beispiels der Opel-Übernahme durch PSA zu schlagen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden Literaturanalysen, der Vergleich bestehender Integrationsmodelle (z.B. von Cartwright & Cooper) sowie eine fallstudienbasierte Analyse angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Phasenmodelle von M&A, die Problematik von Kulturkonflikten bei Zusammenschlüssen und die detaillierte Darstellung von Integrationsmodellen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Unternehmenskultur, M&A, Akkulturation, Cultural-Due-Diligence und der Fall PSA-Opel.
Warum spielt die Unternehmenskultur bei der Opel-Übernahme eine Rolle?
Weil die Mitarbeiter trotz der wirtschaftlichen Probleme von Opel eine Schlüsselrolle einnehmen und durch die Übernahme durch PSA eine neue Motivation und Orientierung benötigen.
Welche Akkulturationsmodelle werden im Dokument vorgestellt?
Das Dokument stellt unter anderem das Akkulturationsmodell von Nahavandi und Malekzadeh vor, welches die Phasen Kontakt, Konflikt und Adaption umfasst.
- Arbeit zitieren
- Lukas Fürst (Autor:in), 2018, Gestaltung eines Kulturwandels bei Übernahmen oder Fusionen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/443856