Leistungserhebung und Leistungsbewertung gehören zum Alltag jedes Schülers und jeder Schülerin, aber auch zum täglichen Berufsleben jeder Lehrkraft. Beide Aspekte nehmen im Schulleben neben der Vermittlung von Wissen und Kompetenzen einen hohen Stellenwert ein. Diese Ausarbeitung konzentriert sich auf die Bewertung von mündlicher Leistung im Unterricht.
Um eine Diskussion zu ermöglichen und ein Fazit ziehen zu können, wird der Begriff Leistung zunächst definiert. Aufbauend darauf sollen Leistung, Leistungserhebung und Leistungsbewertung im Kontext Schule näher beleuchtet und mündliche Leistung als Begriff eingegrenzt werden.
Im weiteren Verlauf wird sich auf die Leistungserhebung und Leistungsbewertung in deutschen Schulen fokussiert. Hierbei werden Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern verdeutlicht und ausgearbeitet. Im Anschluss daran erfolgt ein Vergleich mit der mündlichen Leistungsbewertung in Schulen anderer europäischer Länder, durch den Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet werden.
Zuletzt werden noch Risiken der traditionellen Leistungsbewertung und die daraus folgende notwendige Reformierung der mündlichen Leistungsbewertung in deutschen Schulen thematisiert. Schlussendlich wird ein Fallbeispiel von mündlicher Leistungsbewertung unter den zuvor ausgeführten Aspekten beleuchtet und diskutiert.
Leistung wird im Allgemeinen definiert als „der Vollzug und das Ergebnis einer Tätigkeit, die mit Anstrengung verbunden, auf die Erlangung eines Ziels gerichtet und auf Gütemaßstäbe und Anforderungen bezogen ist“ (Sacher W. , Leistungen entwickeln, überprüfen und beurteilen. Bewährte und neue Wege für die Primar- und Sekundarstufe, 2014).
Leistungserhebung kann auf unterschiedlichste Art erfolgen. Die Erhebung der Leistung wird meist über einen festgelegten Zeitraum anhand von festgelegten zu erreichenden Zielen durchgeführt. Am Ende der Leistungserhebung erfolgt dann die Leistungsbewertung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Leistungsbewertung – Bezugsnormen und Funktionen
3. Leistungsbewertung von sonstiger Mitarbeit in deutschen Schulen
4. Leistungsbewertung von sonstiger Mitarbeit in anderen europäischen Ländern
5. Risiken der traditionellen Leistungsbewertung von sonstiger Mitarbeit
6. Ansätze zur Reformierung der Leistungsbewertung sonstiger Mitarbeit
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Praxis der mündlichen Leistungsbewertung im Schulalltag, mit einem besonderen Fokus auf die sogenannten Leistungen der "sonstigen Mitarbeit". Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen traditionellen Bewertungsansätzen und der Forderung nach einer chancengerechten sowie prozessorientierten Leistungsrückmeldung aufzuzeigen, um schließlich Ansätze für eine Reformierung der Bewertungspraxis zu identifizieren.
- Grundlagen der Leistungsbewertung und relevante Bezugsnormen
- Analyse der Bewertungssituation in verschiedenen deutschen Bundesländern
- Vergleichende Perspektive: Bewertungssysteme im europäischen Ausland
- Kritische Reflexion potenzieller Urteilsfehler und Risiken
- Entwicklung und Diskussion zeitgemäßer Reformansätze für die Schulpraxis
Auszug aus dem Buch
5. Risiken der traditionellen Leistungsbewertung von sonstiger Mitarbeit
Die Tatsache, dass es in Deutschland für die Leistungsbewertung so gut wie keine Normen oder Richtlinien gibt, birgt viele Risiken, die im Folgenden erörtert werden sollen. Zunächst muss erst einmal das Problem aufgeführt werden, dass der Beobachtungszeitraum pro Schüler oder Schülerin in einer Unterrichtsstunde ziemlich gering und die Anzahl der zu beobachtenden Schülerinnen und Schüler zu groß für eine Lehrkraft allein sind (Sacher W. , Leistungen entwickeln, überprüfen und beurteilen. Bewährte und neue Wege für die Primar- und Sekundarstufe, 2014). Des Weiteren ist es für die Lehrkraft schwer, eine Bewertungssituation zu schaffen, die nicht konstruiert oder simuliert ist. Schülerinnen und Schüler bemerken meist, wenn sie beobachtet werden, was sie verunsichern und das Ergebnis verfälschen kann. Aber auch die Beobachtung während des Instruierens, also beiläufig zum Unterrichtsgeschehen, ist nicht risikolos. Da die Lehrkraft ihre Aufmerksamkeit nicht voll und ganz der Beobachtung und Bewertung der Schülerinnen und Schüler widmen kann, geht sie Gefahr ein, ihre Wahrnehmungen zu selektieren. Dabei können Urteilsfehler auftreten:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der mündlichen Leistungsbewertung ein und stellt anhand eines Fallbeispiels die Problematik der aktuellen Bewertungspraxis dar.
2. Leistungsbewertung – Bezugsnormen und Funktionen: Das Kapitel definiert den Leistungsbegriff und erläutert verschiedene Bezugsnormen sowie die gesellschaftlichen und pädagogischen Funktionen der Leistungsbewertung.
3. Leistungsbewertung von sonstiger Mitarbeit in deutschen Schulen: Hier wird die Gesetzeslage in Deutschland beleuchtet und die unterschiedliche Handhabung der Leistungsbewertung in diversen Bundesländern aufgezeigt.
4. Leistungsbewertung von sonstiger Mitarbeit in anderen europäischen Ländern: Dieser Abschnitt vergleicht die Bewertungssysteme ausgewählter europäischer Länder, wie beispielsweise Österreich und die Schweiz, mit der deutschen Situation.
5. Risiken der traditionellen Leistungsbewertung von sonstiger Mitarbeit: Das Kapitel thematisiert potenzielle Urteilsfehler und methodische Risiken, die durch die fehlende Standardisierung der Bewertung im Unterricht entstehen können.
6. Ansätze zur Reformierung der Leistungsbewertung sonstiger Mitarbeit: Es werden alternative Wege diskutiert, um die Bewertung von Schülern transparenter, prozessorientierter und weniger fehleranfällig zu gestalten.
7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet kritisch das eingangs genannte Beispiel der Bewertungspraxis von Frau Sommer.
Schlüsselwörter
Leistungsbewertung, sonstige Mitarbeit, Schulleistung, Pädagogik, Bezugsnorm, Chancengleichheit, Urteilsfehler, Reformpädagogik, Schülerbeobachtung, Kompetenzorientierung, formative Bewertung, Schulgesetz, Notengebung, Feedback, Unterrichtsqualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bewertung mündlicher Leistungen und der sogenannten sonstigen Mitarbeit in Schulen und analysiert, inwieweit die aktuelle Praxis den pädagogischen Ansprüchen gerecht wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die rechtlichen Rahmenbedingungen der Notengebung, der Vergleich europäischer Bewertungssysteme sowie die Identifikation von Urteilsfehlern bei der Lehrkraft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der traditionellen, oft subjektiven Bewertung der sonstigen Mitarbeit und der Notwendigkeit einer gerechteren, transparenten Leistungsrückmeldung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie einer vergleichenden Betrachtung schulgesetzlicher Regelungen und didaktischer Konzepte zur Leistungsbeurteilung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen, eine Analyse der bundeslandspezifischen und europäischen Rechtslagen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit Fehlerquellen bei der Bewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Leistungsbewertung, sonstige Mitarbeit, pädagogische Funktion, Chancengleichheit, Urteilsfehler und formative Leistungsrückmeldung.
Wie unterscheidet sich Österreichs Bewertungssystem von dem in Deutschland?
Österreich nutzt im Vergleich zu Deutschland eine einheitliche staatliche Verordnung (LBVO) für die Leistungsbeurteilung, die wesentlich striktere Vorgaben und Kriterien für die Mitarbeit festlegt.
Welche Rolle spielt die "soziale Bezugsnorm" in der Bewertung?
Die soziale Bezugsnorm vergleicht die Einzelleistung eines Schülers mit der Gruppe, was laut Arbeit das Risiko birgt, ein Konkurrenzverhalten zu provozieren, das das Klassenklima negativ beeinflussen kann.
Was schlägt der Autor zur Verbesserung der Bewertungssituation vor?
Es wird vorgeschlagen, die Schüler stärker in den Bewertungsprozess einzubeziehen, Selbsteinschätzungen zu fördern und Bewertungsbögen für eine umfassendere Analyse sozial-kommunikativer Kompetenzen zu nutzen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Leistung, Leistungserhebung und Leistungsbewertung in deutschen Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/443193