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Eine Interpretation von Georg Trakls Gedicht "Abendländisches Lied" (1913)

Title: Eine Interpretation von Georg Trakls Gedicht "Abendländisches Lied" (1913)

Scientific Essay , 2018 , 31 Pages

Autor:in: Dr. Jan Leichsenring (Author)

German Studies - Literature of History, Eras

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Diese Interpretation in möglichst einfacher Sprache soll besonders SchülerInnen, StudentInnen und Lehrenden helfen, einen Zugang zu den Gedichten Georg Trakls zu finden. Das Gedicht „Abendländisches Lied“ ist ein gutes Beispiel nicht nur für Trakls Schaffen, sondern auch allgemein für die expressionistische und symbolistische deutsche Lyrik kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Es gehört zu Trakls letzten Gedichten, die ab Dezember 1913 entstanden sind. Veröffentlicht wurde es erstmals am ersten Januar 1914 in der Zeitschrift „Der Brenner“.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

Georg Trakl: Abendländisches Lied

1 Der Titel des Gedichts: Abendländisches Lied

2 Erste Strophe

2.1 O der Seele nächtlicher Flügelschlag

2.2. Hirten gingen wir einst an dämmernden Wäldern hin

2.3 Und es folgte das rote Wild, die grüne Blume und der lallende Quell demutsvoll

2.4 O, der uralte Ton des Heimchens

2.5 Blut blühend am Opferstein

2.6 Und der Schrei des einsamen Vogels über der grünen Stille des Teichs.

3 Zweite Strophe

3.1 O, ihr Kreuzzüge und glühenden Martern des Fleisches

3.2 Fallen purpurner Früchte im Abendgarten, wo vor Zeiten die frommen Jünger gegangen

3.3 Kriegsleute nun, erwachend aus Wunden und Sternenträumen

3.4 O, das sanfte Zyanenbündel der Nacht.

4 Dritte Strophe

4.1 O, ihr Zeiten der Stille und goldener Herbste, da wir friedliche Mönche die purpurne Traube gekeltert;

4.2 Und rings erglänzten Hügel und Wald. O, ihr Jagden und Schlösser;

4.3 Ruh des Abends, da in seiner Kammer der Mensch Gerechtes sann, in stummem Gebet um Gottes lebendiges Haupt rang.

5 Vierte Strophe

5.1 O, die bittere Stunde des Untergangs, da wir ein steinernes Antlitz in schwarzen Wassern beschaun.

5.2 Aber strahlend heben die silbernen Lider die Liebenden: Ein Geschlecht.

5.3 Weihrauch strömt von rosigen Kissen und der süße Gesang der Auferstandenen.

6 Zusammenfassung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Interpretation verfolgt das Ziel, Schülern, Studenten und Lehrenden einen fundierten Zugang zu Georg Trakls Gedicht „Abendländisches Lied“ zu ermöglichen. Dabei wird das Gedicht als exemplarisches Werk für die expressionistische und symbolistische Lyrik kurz vor dem Ersten Weltkrieg analysiert, wobei die Verflechtung von kulturellen, religiösen und historischen Motiven im Zentrum der Untersuchung steht.

  • Analyse der zentralen Metaphorik und Symbolik in Trakls Werk.
  • Untersuchung der christlich geprägten Deutung von Geschichte und Untergang.
  • Deutung der Verbindung zwischen individueller Identität und kollektivem Bewusstsein.
  • Erarbeitung der Bedeutung von Naturmotiven als religiöse Chiffren.

Auszug aus dem Buch

2.1 O der Seele nächtlicher Flügelschlag

Das Gedicht beginnt mit der Zeile „O der Seele nächtlicher Flügelschlag“. Was soll das heißen? „O“ ist ein Ausruf oder eine Anrufung. Das sagte man, wenn man über etwas besonders Großartiges, Überwältigendes redete. Wenn heute in Fantasyfilmen jemand einen König anredet, dann sagt er auch: „O mein König!“ Das kommt daher, dass der König etwas Besonderes ist. Früher redete man wirklich so, wenn man wichtige Persönlichkeiten ansprach. Aber man schrieb auch so in Liedern oder Gedichten, wenn es um etwas Besonderes ging, das einen überwältigte.

„Der Seele nächtlicher Flügelschlag“ scheint also etwas Besonderes, Überwältigendes zu sein. Aber was? Als Seele bezeichnete man früher ungefähr das, was man heute als Psyche bezeichnet. Wenn man sich etwas vorstellt oder etwas empfindet, dann gehört das zur Seele. Die Seele ist das, was Vorstellungen und Empfindungen hat. Wenn Trakl schreibt, dass die Seele nachts mit den Flügeln schlägt, dann heißt das: Nachts empfinden wir nicht nur anders als tagsüber und wir stellen uns andere Dinge vor als tagsüber. Sondern wir können uns auch besser alles Mögliche vorstellen, weil wir nachts weniger ablenkt sind als tagsüber. Nachts kann die Seele sozusagen fliegen, während sie tagsüber laufen muss. Das heißt, tagsüber funktioniert unsere Vorstellungskraft nicht ganz so gut wie nachts. Und was machen wir nachts noch, auch wenn wir schlafen? Wir träumen. Der Traum gehört auch zur Seele. Träumen kann man die verrücktesten Sachen. Zum Beispiel kann man über die Vergangenheit träumen. Man kann träumen, wie man im Mittelalter als Hirte, Mönch oder Ritter gelebt hat. Weil das ganz schön bemerkenswert ist, dass wir solche Sachen träumen können, schreibt Trakl ganz überschwänglich: „O der Seele nächtlicher Flügelschlag“!

Zusammenfassung der Kapitel

1 Der Titel des Gedichts: Abendländisches Lied: Das Kapitel erläutert den kulturellen Kontext des Begriffs „Abendland“ und dessen tiefe Verknüpfung mit dem christlichen Erbe Europas.

2 Erste Strophe: Es erfolgt eine detaillierte Analyse der Naturbilder, wobei Hirten, Wild und Quelle als Symbole für eine archaische, durch die Schöpfung geprägte Welt gedeutet werden.

3 Zweite Strophe: Dieses Kapitel thematisiert den Übergang zur Darstellung von Gewalt, Krieg und den „Martern des Fleisches“ im Kontext der christlichen Heils- und Gewaltgeschichte.

4 Dritte Strophe: Hier wird der wehmütige Rückblick auf friedliche Zeiten als Verlusterfahrung analysiert, wobei das „Ich“ im Kontext religiöser Sinnsuche und Gebetsstille betrachtet wird.

5 Vierte Strophe: Das Kapitel schließt das Gedicht interpretativ ab, indem es den Untergang als existenzielle Krise und die Auferstehung als Hoffnung durch göttliche Liebe deutet.

6 Zusammenfassung: Die Arbeit fasst zusammen, dass das Gedicht eine gesellschaftlich-kulturelle Krise abbildet, die jedoch in einer universellen religiösen Hoffnung für alle Menschen mündet.

Schlüsselwörter

Georg Trakl, Abendländisches Lied, Expressionismus, Symbolismus, Europa, Abendland, Christentum, Schöpfung, Untergang, Auferstehung, Identität, Lyrische Analyse, Religionsgeschichte, Geschichte, Hoffnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Interpretation grundlegend?

Die Arbeit bietet eine Zeile-für-Zeile-Interpretation von Georg Trakls Gedicht „Abendländisches Lied“, wobei sie den historischen, religiösen und kulturellen Kontext des expressionistischen Werkes erhellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind der Untergang des Abendlandes, der christliche Einfluss auf die europäische Kultur, die Darstellung von Gewalt und Erlösung sowie die Rolle von Naturmotiven als religiöse Symbole.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es, den Sinn des Gedichts von seinem Ende her zu erschließen, indem die religiöse Heilszukunft auf die geschichtliche Krisenerfahrung des lyrischen Ichs bezogen wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philologische Werkinterpretation, die motivgeschichtliche und geistesgeschichtliche Bezüge (insbesondere zum Christentum) heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich nach den Strophen des Gedichts und analysiert die verwendeten Bilder und Symbole hinsichtlich ihrer Bedeutung für die europäische Geschichte und Identität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie Abendland, Schöpfung, Auferstehung, Identitätsauflösung und christliche Erlösung definieren.

Wie deutet der Autor die „lallende Quelle“?

Die lallende Quelle wird als Sinnbild für eine Welt gedeutet, die zwar von Gott geschaffen wurde, deren Sinn jedoch für den Menschen im Alltag nur undeutlich, also gleichsam „lallend“, erfahrbar ist.

Was bedeutet das „Ein Geschlecht“ am Ende des Gedichts?

Dieser Begriff wird als Aufhebung geschlechtlicher Unterschiede, als Ausdruck für die Menschheit oder als androgynes Ideal gedeutet, das die Isolation des Individuums überwindet.

Welche Rolle spielen die „Liebenden“?

Die Liebenden werden als Akteure dargestellt, die durch ihre wechselseitige Beziehung die „Schwärze“ des Untergangs überwinden und als Vorboten der Auferstehung fungieren.

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Details

Title
Eine Interpretation von Georg Trakls Gedicht "Abendländisches Lied" (1913)
College
University of Erfurt
Author
Dr. Jan Leichsenring (Author)
Publication Year
2018
Pages
31
Catalog Number
V441179
ISBN (eBook)
9783668797222
ISBN (Book)
9783668797239
Language
German
Tags
Georg Trakl 20. Jahrhundert Expressionismus Symbolismus Lyrik Dichtung Gedicht Interpretation österreichische Literatur Literaturgeschichte Germanistik Dichter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Jan Leichsenring (Author), 2018, Eine Interpretation von Georg Trakls Gedicht "Abendländisches Lied" (1913), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/441179
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