Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob Medien die Politikverdrossenheit fördern. Dabei soll der Fokus auf dem Medium Fernsehen und den Printmedien liegen, da sie selbst im Zeitalter des Internets noch immer die meist genutzten Informationsquellen sind. In Kapitel 1 soll zunächst der Begriff „Politikverdrossenheit“ genauer definiert werden, um eine Grundlage für die gestellte Frage zu schaffen. Anschließend werden im zweiten Kapitel die grundlegenden Funktionen der Medien in Bezug auf die Politik genauer betrachtet, bevor es anschließend im dritten Kapitel um die Darstellung der Politik in den Medien Fernsehen und Print geht. Dabei sollen Unterschiede zwischen den verschiedenen Medien herausgearbeitet werden. Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst, um die Kernfrage dieser Hausarbeit zu klären.
„Gehen Sie zur Wahl! Überlassen Sie ihre Stimme nicht anderen. Denn: Wer nicht wählt, lässt nur andere über die Zukunft unseres Landes entscheiden.“ So versuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, die wahlberechtigten Bürger der Bundesrepublik Deutschland zur Bundestagswahl aufzurufen. Deutschlandweit war die Wahlbeteiligung bei den drei letzten Bundestagswahlen vor 2017 stetig zurückgegangen. Einerseits könnte diese Entwicklung als Vertrauensbeweis für eine stabile Regierung interpretiert werden, andererseits auch als Anzeichen für eine zunehmende Politikverdrossenheit. Schuld daran wird unter anderem den Medien zugeschrieben. Die Mehrheit aller Bürger beziehen ihr politisches Wissen hauptsächlich aus den Medien, wie dem Fernsehen, Radio oder der Zeitung. Dies sind die wesentlichen Zugänge, um sich über das politische Geschehen zu informieren und sich eine eigene Meinung zu bilden. Als Folge dessen haben Medien durch ihre Monopolstellung in der politischen Informationsbeschaffung, eine wichtige Funktion als Vermittler zwischen der Politik und den Bürgern übernommen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition des Begriffs „Politikverdrossenheit“
3. Funktionen und Aufgaben der Medien
4. Darstellung der Politik in den Medien
4.1. Fernsehen
4.2. Printmedien
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Fragestellung, ob und inwiefern Medien zur Entstehung oder Verstärkung von Politikverdrossenheit bei den Bürgern beitragen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der vergleichenden Betrachtung der Informationsvermittlung durch Fernsehen und Printmedien.
- Rolle der Medien als Vermittler zwischen Politik und Gesellschaft
- Definition und wissenschaftliche Einordnung des Begriffs Politikverdrossenheit
- Analyse der Darstellungsweisen politischer Themen im Fernsehen
- Untersuchung der Wirkungsweise von Printmedien im politischen Kontext
- Vergleich der Informations- und Unterhaltungsfunktion in verschiedenen Medien
Auszug aus dem Buch
4.1. Fernsehen
Zuerst wird die Darstellung der Politik im Fernsehen untersucht. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass das Fernsehen ein breites Angebot an Möglichkeiten bietet, sich zu informieren. Es gibt unter anderem die klassischen Nachrichten, die den Zuschauern die Informationen des aktuellen Weltgeschehen vermitteln, Talkshows, in denen ein politisches Thema diskutiert wird oder Sendungen und Filme, die auf einer emotionalen Unterhaltungsebene politische Themen behandeln. Beispiele hierfür sind „Anne Will“, „Tatort“ oder auch „Lindenstraße“.
Betrachtet man zunächst die klassischen Nachrichten, fand eine Studie von Westerstahl& Johannson heraus, dass die Politikberichterstattung zunehmend von Kritik geprägt ist (Wolling,1999, S.46). Auf Grund dieses Ergebnisses, lässt sich annehmen, dass das Publikum folglich ein negatives Gesamtbild über die Politik entwickelt, welches zur Abkehr von dieser führen kann (Wolling, 1999, S.45). Diese Annahme wird dadurch unterstützt, dass es den Adressaten nicht möglich ist, den Inhalt der Nachrichten hinsichtlich ihrer Wahrheit zu prüfen (Holtz-Bacha,1990, S.33). Wird ihnen also in einer Nachrichtensendung eine negative Botschaft vermittelt, nehmen sie diese auf und empfinden diese als die Realität. Sie haben jedoch die Möglichkeit, durch die Nutzung zusätzlicher Medien, wie z.B. der Zeitung, sich weitere Informationen über dieses Thema zu beschaffen. Im Fernsehen bleibt häufig wenig Zeit detailliert über ein Thema zu berichten und es wird mit vielen Bildern gearbeitet. Eine Zeitung hingegen, kann die Informationen in geschriebene Worte verfassen und benötigt weniger Bilder. Dementsprechend kann die gleiche Botschaft, unterschiedliche Interpretationen beim Rezipienten hervorrufen, je nachdem über welches Medium ihm die Nachricht vermittelt wurde (W. Patzelt, 2004, S.70).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die abnehmende Wahlbeteiligung in Deutschland dar und führt die zentrale Forschungsfrage ein, ob Medien die Politikverdrossenheit fördern.
2. Definition des Begriffs „Politikverdrossenheit“: Dieses Kapitel arbeitet verschiedene wissenschaftliche Ansätze auf und definiert den Begriff als negative Einstellung gegenüber politischen Objekten.
3. Funktionen und Aufgaben der Medien: Hier werden die zentralen Rollen der Medien, wie die Informations-, Bildungs- und Kontrollfunktion, im demokratischen System erläutert.
4. Darstellung der Politik in den Medien: Dieses Kapitel bildet den Hauptteil und analysiert differenziert, wie politische Inhalte in verschiedenen Medienformaten aufbereitet werden.
4.1. Fernsehen: Der Abschnitt untersucht, wie dramaturgische und zeitliche Faktoren im Fernsehen die Wahrnehmung von Politik beeinflussen können.
4.2. Printmedien: Dieser Teil vergleicht die Möglichkeiten der Printmedien mit dem Fernsehen und beleuchtet die Rolle von Personalisierung und Auflagenstärke.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Mediennutzung eine Rolle bei der Politikverdrossenheit spielt, jedoch die Medienkompetenz des Rezipienten entscheidend ist.
Schlüsselwörter
Politikverdrossenheit, Medien, Fernsehen, Printmedien, Nachrichten, Politikberichterstattung, Informationsfunktion, Unterhaltungsfunktion, Demokratie, Rezipienten, Wahlbeteiligung, Medienkompetenz, Politisches Wissen, Journalismus, Politikvermittlung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der medialen Berichterstattung und dem Phänomen der Politikverdrossenheit bei Bürgern in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Rolle der Medien in einer Demokratie, die Definition politischer Verdrossenheit und die Analyse der Darstellungsmechanismen in Fernsehen und Printmedien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie Medien durch ihre Art der Berichterstattung dazu beitragen, dass Bürger ein negatives Bild von Politik entwickeln und sich von politischen Prozessen abwenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, bei der bestehende Studien und theoretische Ansätze aus der Medienwissenschaft ausgewertet werden, um die Auswirkungen der Politikdarstellung zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird zunächst die Funktion der Medien definiert und anschließend analysiert, wie spezifische Medien (Fernsehen vs. Print) politische Themen für den Bürger aufbereiten und welche Wirkungen dies auf das Meinungsbild hat.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Politikverdrossenheit, Medienwirkung, Informationsvermittlung, Politikberichterstattung und die Unterscheidung zwischen Information und Unterhaltung (Infotainment).
Warum spielt das Fernsehen eine so große Rolle für die Politikverdrossenheit?
Das Fernsehen ist laut der Arbeit das meistgenutzte Medium, vermittelt Informationen jedoch oft dramatisiert und zeitlich begrenzt, was zu einer einseitigen und teilweise negativen Wahrnehmung führen kann.
Inwiefern unterscheiden sich Printmedien vom Fernsehen?
Printmedien bieten laut Autor die Möglichkeit, Informationen vertiefter und differenzierter darzustellen als das Fernsehen, erfordern jedoch eine höhere Medienkompetenz des Lesers.
Welchen Einfluss hat die „Unterhaltungsebene“ auf die Politikwahrnehmung?
Die Arbeit stellt fest, dass durch Infotainment politische Informationen zwar emotional zugänglicher gemacht werden können, aber die Gefahr besteht, dass die eigentliche politische Botschaft in den Hintergrund rückt oder trivialisiert wird.
- Arbeit zitieren
- Leslie Meyer (Autor:in), 2013, Fördern Medien die Politikverdrossenheit? Unter spezieller Betrachtung des Fernsehens und der Printmedien, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/440987