In dieser religionspädagogischen Arbeit wird eines der bekanntesten Gleichnisse der Bibel zunächst umfassend exegetisch analysiert und dann auf den Bereich der Religionspädagogik, genauer gesagt den schulischen Bereich, angewendet. Der religionspädagogische Bezug erfolgt anhand des bibeldidaktischen Ansatzes von Ingo Baldermann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theologische Entfaltung des Gleichnisses
3. Bibeldidaktische Perspektive nach Ingo Baldermann
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32) durch eine fundierte theologische Analyse zu erschließen und auf Basis der biblischen Didaktik von Ingo Baldermann didaktische Vermittlungsansätze für religiöse Bildungsprozesse zu entwickeln.
- Theologische Exegese des Gleichnisses im lukanischen Kontext
- Die biblische Didaktik nach Ingo Baldermann
- Perspektivenübernahme durch erzählerische Entfaltung
- Entwicklung von Monologen zur Identifikation mit den Gleichnisfiguren
- Methoden der kreativen Vermittlung im Religionsunterricht
Auszug aus dem Buch
3. Bibeldidaktische Perspektive nach Ingo Baldermann
Ingo Baldermann definiert seine „biblische Didaktik“ zuerst einmal als „die der Bibel eigene Didaktik, ihre Art zu reden.“ Er ist überzeugt, dass die Bibel als „Buch des Lernens“ für das Christentum, aber auch für das christliche Lernen unverzichtbar ist. Wichtig ist Baldermann, dass nicht nur Theologen, die die biblischen Inhalte wissenschaftlich, bzw. historisch-kritisch untersuchen können, von der Bibel lernen können, sondern dass jeder Leser durch die Bibel „auf einen Weg wachsenden Erkennens und Begreifens“ gebracht wird. Dabei stempelt Baldermann die historisch-kritische Exegese keineswegs als unwichtig ab, er macht allerdings klar, dass „die Bibel selbst [ … ] deutlich genug [zeigt], wie sie gemeint ist“.
In Bezug auf Erzählungen, wie das Gleichnis vom verlorenen Sohn, ermutigt Baldermann dazu, Geschichten nachzuerzählen und erzählerisch zu entfalten. Er stellt fest: „Die meisten biblischen Erzählungen, zumal die neutestamentlichen, sind in der uns vorliegenden Form aufs äußerste verdichtet“. Darum ist es unsere Aufgabe, den Kindern durch Entfaltung einer biblischen Geschichte wieder „die Möglichkeit zu geben, den Spannungsbogen der Erzählung mitzuvollziehen.“
Für das Gleichnis vom verlorenen Sohn schlage ich darum vor, das Gleichnis aus drei verschiedenen Perspektiven zu entfalten: Der Perspektive des jüngeren Sohnes (zum Zeitpunkt seiner „Umkehr“), der Perspektive des Vaters (kurz vor der Rückkehr seines Sohnes) und der Perspektive des älteren Sohnes (nachdem er über die Rückkehr des Bruders informiert wurde). Drei Monologe sollen Schülern und Schülerinnen die drei Hauptaussagen des Gleichnisses somit näher bringen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Ziel, das Gleichnis vom verlorenen Sohn exegetisch zu untersuchen und auf Basis der Didaktik Baldermanns für den Unterricht nutzbar zu machen.
2. Theologische Entfaltung des Gleichnisses: Dieses Kapitel bietet eine detaillierte Auslegung des Textes entlang des Handlungsverlaufs, wobei die Rollen des Vaters und der beiden Söhne unter Einbezug von Sekundärliteratur beleuchtet werden.
3. Bibeldidaktische Perspektive nach Ingo Baldermann: Hier wird Baldermanns Ansatz der „biblischen Didaktik“ vorgestellt und in Form von drei Rollenmonologen praktisch auf das Gleichnis angewandt.
4. Schluss: Der Schluss reflektiert die methodische Umsetzung der Monologe und betont die Bedeutung der existenziellen Verknüpfung der biblischen Geschichte mit der Lebenswelt der Lernenden.
Schlüsselwörter
Gleichnis, verlorener Sohn, Lk 15, Ingo Baldermann, biblische Didaktik, Theologie, Religionspädagogik, Exegese, Perspektivenübernahme, Umkehr, Vaterfigur, Bildungsprozesse, Rollenmonologe, Bibelarbeit, Vermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer theologischen und bibeldidaktischen Aufarbeitung des Gleichnisses vom verlorenen Sohn aus Lukas 15.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die exegetische Analyse der biblischen Erzählung sowie deren didaktische Transformation in moderne Lernprozesse.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Ansätze für die Vermittlung des Gleichnisses zu entwickeln, die Schülerinnen und Schüler durch erzählerische Entfaltung aktiv einbinden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit kombiniert historisch-kritische Exegese mit den didaktischen Prinzipien von Ingo Baldermann.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theologische Analyse des Textverlaufs und einen didaktischen Teil, der durch Monologe die Perspektiven der Handelnden erfahrbar macht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind Gleichnis, biblische Didaktik, Perspektivenübernahme, Umkehr und religiöse Bildung.
Warum spielt die Perspektive der drei Akteure eine so wichtige Rolle?
Laut dem Autor erlaubt die Dreigliedrigkeit des Gleichnisses drei unterschiedliche Kernaussagen, die durch Rollenmonologe für Lernende begreifbar gemacht werden können.
Welche kreativen Möglichkeiten zur Umsetzung im Unterricht werden genannt?
Der Autor schlägt u.a. die Arbeit an Stationen, das Anfertigen von Collagen oder die Erstellung von Kurzfilmen vor.
Welche Bedeutung misst der Autor der historisch-kritischen Exegese bei?
Er schätzt sie als wichtig ein, betont jedoch mit Baldermann, dass die Bibel auch für Nicht-Theologen durch „einfaches Lesen“ und erzählerische Entfaltung zugänglich sein muss.
- Quote paper
- Marius Maurer (Author), 2011, Das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Lk 15, 11–32 in bibeldidaktischer Perspektive nach Ingo Baldermann, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/439400