In der Analyse der Bibelstelle geht es zunächst darum, dass der Kontext der Bibelstelle herausgearbeitet werden soll.
In welchem Mikrokontext ist der Text aus Markus 4, 35 – 41 verortet und welchen Stellenwert nimmt er im Gesamtwerk des Markusevangeliums ein?
Weiterhin werden die sechs Verse in eine sinnvolle Gliederung gebracht. Darauf folgt die ausführliche Literarkritik.
Anschließend beschäftigt sich die Exegese mit der Gattung des Textes, bevor abschließend eine Begriffsbestimmung dargelegt wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Abschrift der Bibelstelle: Markus 4, 35-41 (Luther 2017)
2. Analyse des Textes
2.1 Abgrenzung und Kontext
2.2 Ausformulierte Gliederung des Textes
2.3 Abgrenzung von Tradition und Redaktion (Literarkritik)
2.4 Gattungsbestimmung der vormarkinischen Überlieferung
2.5 Begriffsbestimmung bzw. religionsgeschichtliche Analyse
2.5.1 Glaube im Alten Testament
2.5.2 Glaube im Neuen Testament
3. Interpretation
3.1 Interpretation der vormarkinischen Überlieferung
3.2 Interpretation des markinischen Textes
3.2.1 Interpretation des Textes an sich
3.2.2 Interpretation des Textes im theologischen Gesamtrahmen
4. Synoptischer Vergleich
4.1 Interpretation der Matthäus-Parallele
4.2 Interpretation der Lukas-Parallele
5. Zusammenfassung und Bündelung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, eine wissenschaftliche Exegese der Perikope Markus 4, 35-41 (Die Stillung des Sturmes) durchzuführen, um die theologische Intention des Evangelisten Markus sowie die Rolle des Glaubens als zentrales Jüngerschaftsthema herauszuarbeiten.
- Exegetische Analyse von Kontext, Literarkritik und Gattung.
- Untersuchung des Begriffes "Glaube" im Alten und Neuen Testament.
- Interpretation der markinischen Redaktion und der theologischen Funktion des Textes.
- Synoptischer Vergleich mit den Parallelen bei Matthäus und Lukas.
- Erörterung des "Jüngerunverständnisses" und des "Messiasgeheimnisses" bei Markus.
Auszug aus dem Buch
2.3 Abgrenzung von Tradition und Redaktion (Literarkritik)
Die Literarkritik geht der Frage nach, ob es für den vorliegenden Text schriftliche Vorstufen (vormarkinische Texte) gibt. Diese Texte könnten von Markus umgestaltet oder ergänzt worden sein. Auch eine Kombination von beidem ist möglich. Durch diese drei möglichen Veränderungen ergibt sich das Markusevangelium (markinisch), wie wir es heute vorliegen haben. Die vorliegende Erzählung von der Stillung des Sturmes in Markus 4, 35-41 lässt darauf schließen, dass Markus den vormarkinischen Text verändert hat, indem er Ergänzungen vornahm.
Rudolf Pesch nimmt an, dass die Exposition in den Versen 35 -36 „redaktionell bearbeitet wurde“, eine Rekonstruktion des vormarkinischen Textes jedoch nicht möglich sei. Joachim Gnilka geht davon aus, dass sowohl Vers 35 und die erste Hälfte von Vers 36 markinisch seien. Einige Kommentatoren gehen davon aus, dass die Einleitung von V. 35 „Und am Abend desselben Tages“, durch Markus hinzugefügt worden ist, um klar zu machen, dass jetzt eine neue Erzählung beginnt, und um diese auszuschmücken und gut lesbar zu machen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Abschrift der Bibelstelle: Markus 4, 35-41 (Luther 2017): Wiedergabe des zu untersuchenden Bibeltextes nach der Luther-Übersetzung 2017.
2. Analyse des Textes: Untersuchung des textlichen Kontextes, Erstellung einer Gliederung, Literarkritik sowie Bestimmung der Gattung und Analyse zentraler Begriffe.
3. Interpretation: Auslegung des vormarkinischen Ursprungstextes und des durch Markus redigierten Textes unter Berücksichtigung des theologischen Gesamtrahmens.
4. Synoptischer Vergleich: Vergleichende Betrachtung der Parallelen in den Evangelien nach Matthäus und Lukas zur Verdeutlichung der spezifischen markinischen Theologie.
5. Zusammenfassung und Bündelung: Synthese der exegetischen Ergebnisse und Bestätigung der These, dass der Text eine theologische Zurechtweisung zur Nachfolge Jesu darstellt.
Schlüsselwörter
Markus 4, 35-41, Stillung des Sturmes, Exegese, Markusevangelium, Literarkritik, Glaube, Vertrauen, Jüngerschaft, Wundergeschichte, Redaktion, Messiasgeheimnis, Jüngerunverständnis, Synoptischer Vergleich, Theologie, Nachfolge.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte exegetische Analyse der biblischen Perikope über die Stillung des Sturmes im Markusevangelium.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit fokussiert auf die Literarkritik, die Gattungsbestimmung von Wundererzählungen und die biblische Begriffsgeschichte des Glaubens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Markus durch redaktionelle Eingriffe das Thema Jüngerschaft und das uneingeschränkte Vertrauen auf Jesus in den Fokus rückt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die historisch-kritische Methode angewandt, insbesondere Literarkritik und synoptischer Vergleich.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Überlieferungsgeschichte, die Interpretation der markinischen Theologie und den Vergleich mit Matthäus und Lukas.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Markus 4, 35-41, Glauben, Jüngerschaft, Messiasgeheimnis und Wundergeschichte.
Warum ist Vers 40 für die Deutung der Erzählung so entscheidend?
Vers 40 transformiert die reine Wundergeschichte in einen Appell an die Jünger, ihr mangelndes Vertrauen in Jesus zu reflektieren.
Wie unterscheidet sich die markinische Darstellung von der bei Matthäus?
Während Markus den Fokus auf das Versagen der Jünger und ihre Furcht legt, betont Matthäus eher die universale Herrschaft Jesu über die Naturgewalten.
Was bedeutet das "Jüngerunverständnis" im Kontext der Arbeit?
Es beschreibt das Unvermögen der Jünger, trotz der begleiteten Wunder die Souveränität Jesu und dessen göttliche Vollmacht vollständig zu begreifen.
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- Anonym (Author), 2018, Exegese. Markus 4, 35-41: Die Stillung des Sturmes, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/438840