Jeder hat schon vom Gedanken eines Grundeinkommens gehört, welches allen Bürgen zu gleichen Teilen zustehen soll und an keinerlei Bedingungen geknüpft, sowie mit anderen Einkommen kumulierbar ist. Diese Idee vom bedingungslosen Grundeinkommen wurde bereits im 18. Jahrhundert formuliert und ohne großem Aufsehen 1981 in Alaska zur Realität. Dabei gilt das bedingungslose Grundeinkommen für viele als Heilmittel gegen die Armut und die Arbeitslosigkeit, andere hingegen befürchten einen Zuwachs am Schmarotzertum der Menschen. Dabei wird das bedingungslose Grundeinkommen sogar als Gefahr für die Arbeitsmoral gesehen und gilt für Gegner als nicht wirtschaftlich umsetzbar und als ethisch fragwürdig. Genau um diese ethische Fragwürdigkeit windet sich diese Hausarbeit. Natürlich spielen dabei auch alle anderen Faktoren eine Rolle, da diese nicht immer von einander trennbar sind.
Die Kernfrage dieser Arbeit ist die Frage, ob das bedingungslose Grundeinkommen gerecht wäre. Dabei wird gezeigt, dass diese Frage aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden kann und folglich auch zu unterschiedlichen Ergebnissen führt. Ich habe bewusst den politischen Diskurs um das bedingungslose Grundeinkommen versucht auszuklammern und mich vorwiegend mit einer philosophischen Brille an das Thema gewagt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist Gerechtigkeit?
3 Begriffsbestimmung des Bedingungslosen Grundeinkommens
3.1 „Ein Einkommen,“
3.2 „… das von einem politischen Gemeinwesen“
3.3 „… an alle seine Mitglieder individuell“
3.4 „… ohne Bedürftigkeitsprüfung“
3.5 „… und ohne Gegenleistung ausgezahlt wird.“
4 Ist das bedingungslose Grundeinkommen gerecht?
4.1 Wegweiser
4.2 Gerechtigkeitsaspekt
4.2.1 Grundbedürfnisse abdecken
4.2.2 Überschüssige Staatseinnahmen
4.2.3 Das Grundrecht des freien Jagens, Fischens, Sammelns & Weidens
4.2.4 Das BGE als Mittel gegen die Arbeitslosigkeit
4.2.5 Leistungsgerechtigkeit
4.2.6 Ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen
4.3 „Gerechtigkeit als reale Freiheit für alle“
5 Fazit
6 Literaturverzeichnis
6.1 Internetquellen
6.2 Bildquellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht auf philosophischer Ebene, ob die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) als gerecht zu bewerten ist. Dabei wird der Fokus auf die ethische Fragwürdigkeit und die moralische Rechtfertigung unter Ausklammerung rein politischer Debatten gelegt, um die Vereinbarkeit mit dem Konzept der Gerechtigkeit zu prüfen.
- Grundlagen und Definition des BGE
- Gerechtigkeitstheoretische Fundierung
- Soziale Absicherung versus Leistungsgerechtigkeit
- Die Rolle der Arbeitslosigkeit und Automatisierung
- Menschenwürde und reale Freiheit
Auszug aus dem Buch
4.2.4 Das BGE als Mittel gegen die Arbeitslosigkeit
Eines der berühmtesten Ziele des Menschen ist es seinem Leben einen Sinn zu geben. Warum existiere ich? Was macht mich besonders? Was kann ich leisten? All das sind Fragen, die den Menschen umhertreiben und vom 24/7 Couching abhalten. Die Meisten finden ihren Sinn in ihrer Arbeit. Das kann alles Mögliche sein. Von der Top-Managerin, über den Professor und den Bahnangestellten, bis hin zur Erziehungsarbeit einer alleinerziehenden Mutter. Natürlich kann auch das Hobby erfüllend sein. Gartenarbeit, Musik, Radfahren, doch auch das ist immer direkt oder zumindest indirekt, wenn ich dafür das Geld, welches ich erarbeitet habe, benötige, mit Arbeit verbunden.
Eines der größten Probleme in unserer heutigen Gesellschaft ist die Arbeitslosigkeit. Ohne Arbeit fehlt uns Menschen zumeist der Grund morgens aufzustehen. Jeder kennt sein eigenes Verhalten an einem freien Tag. Lange ausschlafen, den lieben langen Tag die Seele baumeln lassen und eventuell ein gutes Buch lesen. Dies dient zur Erholung. Doch was passiert, wenn man Monate oder sogar Jahre „freie Tage“ hat, weil man keiner regulären Arbeit nachgeht bzw. nachgehen kann? Die meisten Menschen werden depressiv und dabei spielt es noch nicht mal eine große Rolle, wie viel Geld man besitzt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ein und formuliert die zentrale philosophische Forschungsfrage nach dessen Gerechtigkeit.
2 Was ist Gerechtigkeit?: Dieses Kapitel beleuchtet den komplexen Begriff der Gerechtigkeit durch die Betrachtung historischer und moderner philosophischer Positionen von Platon bis John Rawls.
3 Begriffsbestimmung des Bedingungslosen Grundeinkommens: Hier wird das BGE anhand von fünf definierten Kriterien präzise analysiert, um eine klare konzeptionelle Basis für die weitere Untersuchung zu schaffen.
4 Ist das bedingungslose Grundeinkommen gerecht?: Der Hauptteil prüft die Gerechtigkeit des BGE unter verschiedenen Aspekten wie Grundbedürfnissen, Arbeitslosigkeit, Leistungsgerechtigkeit und der Würde des Menschen.
5 Fazit: Das Fazit fasst die philosophischen Argumente zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das BGE aus ethischer Sicht als gerecht bewertet werden kann.
6 Literaturverzeichnis: Dokumentation der verwendeten Fachliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
Bedingungsloses Grundeinkommen, Gerechtigkeit, Verteilungsgerechtigkeit, Leistungsgerechtigkeit, Arbeitslosigkeit, Menschenwürde, Philosophie, Soziale Absicherung, Existenzminimum, Freiheit, Grundbedürfnisse, John Rawls, Arbeitsethik, Automatisierung, Gesellschaftssystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht philosophisch, ob das bedingungslose Grundeinkommen als gerechtes Konzept für die moderne Gesellschaft gelten kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition des BGE, der Abdeckung von Grundbedürfnissen, dem Verhältnis von Arbeit und Sinnstiftung sowie der Leistungsgerechtigkeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Kernfrage ist, ob das bedingungslose Grundeinkommen gerecht wäre, betrachtet durch eine rein philosophische Brille.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine analytische Hausarbeit, die auf philosophischen Gerechtigkeitstheorien und einer begrifflichen Dekonstruktion des BGE basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert das BGE durch verschiedene Gerechtigkeitsaspekte, darunter die Absicherung des Überlebens, die Reaktion auf technologischen Wandel und die Würde des Individuums.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gerechtigkeit, Grundeinkommen, Leistungsgerechtigkeit, Menschenwürde und soziale Teilhabe.
Wie unterscheidet sich das BGE von bisherigen Sozialleistungen?
Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen entfallen beim BGE die Bedürftigkeitsprüfung und die Verpflichtung zur Gegenleistung durch Erwerbsarbeit.
Kann man Leistungsgerechtigkeit und BGE miteinander vereinbaren?
Ja, der Autor argumentiert, dass das BGE als Basis dient und durch zusätzliche Erwerbstätigkeit kumulierbar ist, was ein differenziertes Modell von Leistung weiterhin ermöglicht.
Welche Rolle spielt die Automatisierung für die Argumentation?
Der Autor führt an, dass durch den technologischen Fortschritt Erwerbsarbeit knapper wird, weshalb das BGE zur gesellschaftlichen Notwendigkeit für ein menschenwürdiges Leben wird.
- Arbeit zitieren
- Kevin Kemnitzer (Autor:in), 2016, Das bedingungslose Grundeinkommen aus philosophischer Perspektive, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/438009