In meinem Projekt soll die Frage „Wie beeinflusst eine Lehrperson aus Sicht der Schülerinnen und Schüler den Lernerfolg?“ geklärt werden. Ich habe den Anspruch an mich, ein guter Lehrer zu werden. Daher denke ich, dass es von allerhöchster Dringlichkeit ist, sich damit auseinanderzusetzen, was eigentlich guten Unterricht ausmacht. Die Studie, mit der ich mich deshalb hauptsächlich befasst habe, ist die Hattie-Studie. Sie ist zu ihrer großen Bekanntheit in der didaktischen Forschung gekommen, da sie die Faktoren des Lernerfolgs und ihre Relevanz das erste Mal direkt aufzuzeigen scheint und dazu die größte Datengrundlage einer jemals durchgeführten Meta-Studie hatte (vgl. Hattie, 2008). Da Hattie sich bewusst auf messbare kognitive Faktoren beschränkt und dabei zum Beispiel soziale Aspekte weitgehend unberücksichtigt lässt (vgl. Florio- Hansen, 2014), wollte ich zu diesem Thema qualitativ forschen. Ich führte Interviews mit keinerlei Vorgaben oder einer Auswahl. Ich versuchte, im Gespräch mithilfe eines Leitfadens meinen Interviewpartner dazu zu bringen, seine Aussagen zu begründen und seine Meinung dazu zu äußern, welches der Themenfelder Sozialkompetenz, didaktische Kompetenz und Fachkompetenz seiner Meinung nach die höchste Relevanz besitzt. Die Ergebnisse dazu sind in der Arbeit aufgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1. Mein Praktikum und Forschungsprojekt
2. Weshalb ist meine Forschung wichtig?
3. Wie habe ich das Projekt durchgeführt?
4. Forschung und Ergebnisse
5. Reflexion der Ergebnisse und des Ablaufs
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, wie eine Lehrperson aus der Perspektive von Schülerinnen und Schülern deren Lernerfolg beeinflusst. Dabei steht insbesondere im Fokus, welche Kompetenzbereiche – Sozialkompetenz, didaktische Kompetenz oder Fachkompetenz – von der Schülerschaft als entscheidend für einen erfolgreichen Unterricht wahrgenommen werden.
- Analyse des Einflusses der Lehrperson auf den individuellen Lernerfolg.
- Gegenüberstellung von kognitiven und sozialen Faktoren im Unterricht.
- Qualitative Befragung von Schülerinnen und Schülern der Klassenstufen 7 bis 10.
- Bewertung und Gewichtung der drei zentralen Lehrerkompetenzen.
- Ableitung von Empfehlungen für die Lehrerbildung und Praxis.
Auszug aus dem Buch
1. Mein Praktikum und Forschungsprojekt
Schon vor der Entscheidung, ein Lehramtsstudium zu beginnen, sollte man sich natürlich fragen, wo der Weg eines Tages hinführen wird. Die einzigen Anhaltspunkte sind dazu in der Regel die Erfahrungen aus der Schule, welche man selbst als Schüler oder Schülerin gemacht hat. In meinem Fall hatte ich jedoch bereits etwas mehr Hintergrundwissen, da mein Vater Lehrer ist. An seinem Beispiel hatte ich bereits gesehen, dass wesentlich mehr dahinter steckt, Lehrer zu sein als ab und zu in eine Klasse zu gehen und den Schülern und Schülerinnen etwas von seinem eigenen Wissen immer und immer wieder zu erzählen.
Als Schüler bzw. als Schülerin erfährt man nichts von wechselnden Rahmenlehrplänen, Unterrichtsvorbereitungen, Klausurenkorrekturen und den vielen Konferenzen, Problemen in der Oranisation und vor allem mit bestimmten Klassen. Doch was machte bei alledem den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Lehrerperson? Warum habe ich bei manchen Lehrern und Lehrerinnen während meiner Schulzeit die langweiligsten und für mich absolut uninteressantesten Sachverhalte im Gedächtnis behalten und bei anderen wiederum das Interesse an Inhalten verloren, welche ich vorher spannend gefunden hatte? So hatten einige der „guten“ Lehrer und Lehrerinnen doch auch keine besonderen didaktischen Mittel benutzt oder besonders viel Vorbereitung gezeigt, wogegen einige der „schlechten“ Lehrer und Lehrerinnen eine Menge Arbeit in die Organisation ihres Unterrichts gesteckt zu haben schienen.
Daher war das Thema, mit welchem ich mich deshalb während meines Praktikums beschäftigen wollte, wie eine Lehrperson den Lernerfolg der Schüler beeinflusst. Man selbst hat während seiner Schulzeit nur seine eigene Perspektive dazu kennen gelernt, die durch das geringe Spektrum an Erfahrungen nicht ausreicht, um eine Antwort auf die Frage zu erhalten: Was macht für die Schüler und Schülerinnen eigentlich guten Unterricht aus? Wie sollte man selbst als Lehrkraft sein und was muss man können, um möglichst jedem Schüler und jeder Schülerin den Unterricht so gut und erfolgreich wie möglich zu gestalten?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Mein Praktikum und Forschungsprojekt: Der Autor erläutert seine persönliche Motivation zur Untersuchung des Lehrer-Einflusses, begründet durch eigene Schulerfahrungen und das Praktikum.
2. Weshalb ist meine Forschung wichtig?: Dieses Kapitel beleuchtet die Relevanz der Unterrichtsforschung und ordnet die Fragestellung in den Kontext bisheriger Erkenntnisse, wie die Hattie-Studie, ein.
3. Wie habe ich das Projekt durchgeführt?: Hier wird das methodische Vorgehen bei der qualitativen Datenerhebung durch Schülerinterviews während des Schulpraktikums detailliert beschrieben.
4. Forschung und Ergebnisse: Dieser Teil präsentiert die deduktive Auswertung der Interviews hinsichtlich positiver und negativer Einflussfaktoren sowie die Gewichtung der Lehrerkompetenzen.
5. Reflexion der Ergebnisse und des Ablaufs: Der Autor bewertet kritisch die methodischen Limitationen der kleinen Stichprobe und zieht ein persönliches Fazit für seine eigene zukünftige Lehrerlaufbahn.
Schlüsselwörter
Lernerfolg, Lehrerkompetenz, Sozialkompetenz, Didaktische Kompetenz, Fachkompetenz, Schülersicht, Unterrichtsqualität, Qualitative Forschung, Hattie-Studie, Praxisprojekt, Schülerinterviews, Lehrereinfluss, Pädagogisches Wissen, Schulalltag, Lehrerpersönlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Forschungsprojekt grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Lehrpersonen aus der subjektiven Wahrnehmung von Schülern deren Lernerfolg beeinflussen und welche Rolle dabei spezifische Kompetenzen der Lehrkraft spielen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Wechselwirkung zwischen dem Verhalten einer Lehrkraft, dem Klassenklima und der persönlichen Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor mit dieser Arbeit?
Das Ziel ist es, herauszufinden, welche Kompetenzbereiche (Sozial-, Fach- oder didaktische Kompetenz) aus Sicht der Lernenden den größten Einfluss auf den persönlichen Lernerfolg haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung verwendet?
Der Autor führt eine qualitative Inhaltsanalyse auf Basis von leitfadengestützten Interviews durch, die während seines Schulpraktikums mit Schülern der Klassenstufen 7 bis 10 durchgeführt wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Einbettung des Themas, der Beschreibung des methodischen Vorgehens sowie der detaillierten Analyse und Auswertung der geführten Interviews.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Lernerfolg, Lehrerkompetenzen (Sozial-, Fach- und didaktische Kompetenz) sowie die subjektive Schülerwahrnehmung im Unterrichtskontext.
Welche Rolle spielt die Sozialkompetenz im Vergleich zur Fachkompetenz?
Die Ergebnisse zeigen, dass Schülerinnen und Schüler die Sozialkompetenz der Lehrkraft häufiger als entscheidenderen Faktor für den Lernerfolg bewerten als reine Fachkenntnisse.
Wie unterscheidet sich der Wunsch der Schülerschaft von der universitären Ausbildung?
Der Autor stellt fest, dass die universitäre Ausbildung stark auf fachwissenschaftliche und didaktische Inhalte fokussiert, während Schüler vor allem soziale Aspekte und eine wertschätzende Lehrerpersönlichkeit fordern.
Welche Limitationen nennt der Autor für seine Forschung?
Der Autor reflektiert kritisch, dass die geringe Anzahl an Interviewpartnern an nur einer Schule eine allgemeine Generalisierbarkeit der Ergebnisse einschränkt.
Welche persönlichen Schlussfolgerungen zieht der Autor aus dem Projekt?
Er erkennt die Notwendigkeit, sich neben der fachlichen Ausbildung verstärkt soziale Kompetenzen für den Umgang mit Klassen anzueignen, um den Schülern den bestmöglichen Unterricht zu ermöglichen.
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- Matthias Marin (Author), 2018, Der Einfluss des Lehrers auf den Lernerfolg seiner Schüler. Praxisforschungsprojekt an einer Gesamtschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/437301