Am Anfang dieser Arbeit werden die wichtigsten Eckdaten des Lebens von Friedrich Schleiermacher skizziert. Im Anschluss wird ein kurzer Überblick des sozialgeschichtlichen Kontextes der Grundlegung einer wissenschaftlichen Pädagogik gegeben und es wird diskutiert, was für ein Menschenbild bei Schleiermacher zugrunde gelegt werden kann.
Im folgenden Kapitel wird die Theorie der Erziehung von Schleiermacher behandelt. In einem ersten Schritt wird auf das Verständnis des Begriffes ,,Erziehung“ von Schleiermacher eingegangen. Er sieht in der Erziehung eine doppelte Zielsetzung. Anschließend wird auf seine Grundformen des pädagogischen Handelns eingegangen. In einem letzten Schritt wird das Verhältnis von Theorie und Praxis seiner Lehre untersucht.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Leben von Friedrich Schleiermacher
2.1 Wichtigsten Eckdaten seines Lebens
2.2 Sozialgeschichtlicher Kontext
2.3 Sein Menschenbild
3. Die Erziehungs-Theorie nach Schleiermacher
3.1 Der Begriff ,,Erziehung“
3.2 Doppelseitige Zielsetzung der Erziehung
3.3 Grundformen des pädagogischen Handelns
3.4 Verhältnis von Theorie und Praxis
4. Die Wirkung und Bedeutung der Pädagogik Schleiermachers
4.1 Der Einfluss seiner Theorie auf die geisteswissenschaftliche Pädagogik
4.2 Transfer seiner Gedanken auf die heutige Praxis
5. Reflexion und Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit widmet sich der pädagogischen Theorie von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher und untersucht deren Relevanz für das moderne Erziehungsgeschehen. Das zentrale Ziel ist es, Schleiermachers Verständnis von Erziehung als Generationsverhältnis sowie seine pädagogischen Grundformen darzulegen und deren Anwendbarkeit in der heutigen pädagogischen Praxis zu prüfen.
- Biografische Einordnung von Friedrich D. E. Schleiermacher
- Der Begriff der Erziehung und die doppelte Zielsetzung
- Pädagogisches Handeln: Behüten, Gegenwirken und Unterstützen
- Das Verhältnis von pädagogischer Theorie und erzieherischer Praxis
- Transfer von Schleiermachers Lehre auf den heutigen pädagogischen Alltag
Auszug aus dem Buch
3.3 Grundformen des pädagogischen Handelns
In seiner Erziehungs-Theorie unterscheidet Schleiermacher drei verschiedene Formen des pädagogischen Handelns. In der ersten Erziehungsmaßnahme geht es ihm um das Schützen des Kindes vor schädlichen Einflüssen (Behüten). Er sieht dann als zweite Form die Gegenwirkung als Aufgabe der Gesellschaft, bei der es vorrangig darum geht, negativem Verhalten des Kindes entgegenzuwirken; Strafe dafür lehnt Schleiermacher jedoch grundlegend ab, weil sie den intrinsischen Willen des Kindes nicht ändert. Vielmehr ist das Aufweisen von Alternativen notwendig, um das Kind auf den richtigen Weg zu bringen (vgl. Müller 2015, S. 11). Unterstützung sieht er als wichtigste Tätigkeit des Erziehers, indem sie die Bildung und Förderung eines jeden Individuums sucht.
Es kommt ihm darauf an, dass der Erziehende unterstützende sowie entgegenwirkende Maßnahmen kombiniert, damit diese sich gegenseitig ergänzen können. Wie die jeweilige Erziehungsmaßnahme aussieht, liegt im Ermessen des Erziehers. Es gibt also - auch bei Schleiermacher - keine allgemeingültigen Gesetze, welche Erziehungsmaßnahme im Einzelfall angebracht werden muss.
„In der Theorie haben wir nun aber nichts anderes zu tun, als die gegenwirkende und unterstützende pädagogische Tätigkeit aufzustellen und deren gegenseitiges Verhältnis nachzuweisen; dem Leben selbst haben wir dann zu überlassen, was in jedem Augenblick getan werden solle. Die Theorie leistet nur den Dienst, welchen das besonnene Bewusstsein überall in der Praxis leistet“ (Schleiermacher 1826/2000, S. 62).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema der wissenschaftlichen Pädagogik und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich der Theorie Schleiermachers.
2. Das Leben von Friedrich Schleiermacher: Skizzierung der biografischen Eckdaten, des sozialgeschichtlichen Hintergrunds und des Menschenbildes des Pädagogen.
3. Die Erziehungs-Theorie nach Schleiermacher: Detaillierte Erläuterung seines Erziehungsbegriffs, der Zielsetzungen sowie der pädagogischen Handlungsmuster.
4. Die Wirkung und Bedeutung der Pädagogik Schleiermachers: Analyse des Einflusses auf die geisteswissenschaftliche Pädagogik und praktischer Transfer mittels Beispielen.
5. Reflexion und Fazit: Kritische Auseinandersetzung mit der Relevanz von Schleiermachers Lehren für die heutige Erzieherrolle und das Fazit des Verfassers.
Schlüsselwörter
Friedrich Schleiermacher, Pädagogik, Erziehungstheorie, Wissenschaftsgeschichte, Pädagogisches Handeln, Behüten, Gegenwirkung, Unterstützung, Geisteswissenschaftliche Pädagogik, Generationsverhältnis, Bildung, Theorie und Praxis, Erziehungswissenschaft, Menschenbild, Sozialgeschichtlicher Kontext.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die pädagogische Theorie von Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher und beleuchtet dessen Rolle als Mitbegründer der wissenschaftlichen Pädagogik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen den Begriff der Erziehung, die pädagogischen Grundformen, das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis sowie die Rezeption seiner Arbeit durch Wilhelm Dilthey.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Grundbausteine der Erziehungstheorie Schleiermachers darzustellen und zu hinterfragen, inwiefern seine Konzepte in der zeitgenössischen Pädagogik weiterhin Bestand haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse pädagogischer Quellen, kombiniert mit einer praxisorientierten Reflexion durch Fallbeispiele aus dem pädagogischen Alltag.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil stehen die Analyse von Schleiermachers Erziehungsbegriff, seine Auffassung von pädagogischem Handeln sowie der Transfer dieser theoretischen Ansätze auf moderne Praxisbeispiele im Fokus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Erziehungswissenschaft, pädagogisches Handeln, Behüten, Gegenwirkung, Unterstützung und geisteswissenschaftliche Pädagogik geprägt.
Wie unterscheidet Schleiermacher pädagogische Handlungsmuster?
Er unterscheidet zwischen drei Formen: dem schützenden „Behüten“, dem „Gegenwirken“ bei negativem Verhalten und der „Unterstützung“ zur Förderung des Kindes.
Welche Bedeutung hat die „doppelte Zielsetzung“ in Schleiermachers Theorie?
Die doppelte Zielsetzung besagt, dass Erziehung sowohl die Integration in die gegebene Gesellschaft ermöglichen als auch die kritische Reflexionsfähigkeit zur Veränderung fehlerhafter gesellschaftlicher Strukturen fördern soll.
- Arbeit zitieren
- Wolfgang Braun (Autor:in), 2018, Die Pädagogik von Friedrich D. E. Schleiermacher. Ein Überblick zu Wirkung und Bedeutung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/436862