Den auf mich zukommenden vier Praktikumswochen stand ich zunächst erfreut gegenüber. Ich hatte das Gefühl endlich das bisher Erlernte anwenden zu dürfen und auch zum ersten Mal über einen längeren Zeitraum den gesamten Schulalltag miterleben zu können. Andererseits hatte ich Bedenken, dass mein bisheriges Können für die eigentliche Praxis möglicherweise nicht ausreichen würde. Da während des Studiums überwiegend die Unterrichtsinhalte und -methoden vermittelt werden und anderweitige alltägliche Aufgaben und Verhaltensweisen der Lehrer nur bedingt erwähnt werden, konnte ich mir vor dem Praktikum nur vage ein wirkliches Bild über die Anforderungen an den Lehrerberuf machen. Erstmals bei einem Einblick in den gesamten Schulalltag kann man vermutlich feststellen, ob man den Anforderungen an den heutigen Lehrerberuf gewachsen ist. Gerade deshalb war ich sehr gespannt, welche neuen Erkenntnisse in Bezug auf meine Kompetenz und meine Berufswahl ich während der nächsten vier Wochen gewinnen würde…
Inhaltsverzeichnis
1. Bedingungsfeldanalyse
1.1 Beschreibung der Praktikumsschule
1.2 Beschreibung der Praktikumsklasse
1.2.1 Stundenplan
2. Bearbeitung des Schwerpunkthemas: Das „Aufmerksamkeits-Defizit- Hyperaktivitäts- Syndrom“ bei Grundschulkindern
2.1 Definition: ADHS/ADS
2.2 Ursachen
2.3 Diagnose
2.4 Beschreibung des Störungsbildes bei ADHS-Kindern
2.5 Die soziale Situation von Schulkindern mit ADHS
2.6 Trainingsprogramm zur sozialen Integration von ADHS-Kindern in die Klassengemeinschaft
2.6.1 Übungen zur Förderung der Interaktion zwischen dem ADHS- Kind und seinen Mitschülern
2.6.2 Übungen zur Förderung eines positiveren Selbstbildes
2.6.3 Übung zur Förderung der Interaktion zwischen Lehrkraft und dem ADHS-Kind
2.7 Fazit
3. Schülerbeobachtung
3.1 Einleitendes
3.2 Schülerbeobachtung des Schülers A
3.2.1 Allgemeine Angaben zum Schüler A
3.2.2 Das Verhalten des Schülers A im Unterrichtsverlauf
3.3 Einordnung des Schülerverhaltens in das Krankheitsbild von ADHS
4. Planung und Durchführung einer Unterrichtsreihe
4.1 Darstellung der Unterrichtsreihe
4.1.1 Thema der Unterrichtsreihe:
4.1.1.1 Thema der Unterrichtsstunde 1(Doppelstunde):
4.1.1.2 Thema der Unterrichtsstunde 2:
4.1.1.3 Thema der Unterrichtsstunde 3:
4.2 Lernziele
4.2.1 Grobziel der Unterrichtsreihe
4.2.1.1 Grobziel der Unterrichtsstunde 1
4.2.1.2 Grobziel der Unterrichtsstunde 2
4.2.1.3 Grobziel der Unterrichtsstunde 3
4.2.3 Feinziele
4.2.3.1 Feinziele der Unterrichtsstunde 1
4.2.3.2 Feinziele der Unterrichtsstunde 2
4.2.3.3 Feinziele der Unterrichtsstunde 3
4.3 Aufbau der Unterrichtsreihe
4.4 Lernvoraussetzungen
4.4.1 Themenunabhängige Lernvoraussetzungen
4.4.2 Themenabhängige Lernvoraussetzungen
4.5 Sachanalyse
4.5.1 Was sind und worin unterscheiden sich die Phasen des Schriftspracherwerbs
4.5.2 Der Buchstabe A
4.6 Reflexion über die Unterrichtsreihe
5. Meine Praktikumszeit - ein Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieses Berichts ist die Reflexion von Erfahrungen während eines vierwöchigen Blockpraktikums an der Baedekerschule. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Analyse von ADHS-Symptomatiken im Grundschulalltag sowie der methodischen Planung und Durchführung einer Unterrichtsreihe zum Schriftspracherwerb.
- Bedingungsfeldanalyse der Praktikumsschule und der Klasse 1a
- Theoretische Grundlagen und Störungsbild des ADHS bei Grundschulkindern
- Handlungskonzepte zur sozialen Integration von ADHS-Kindern
- Schülerbeobachtung und Einordnung in das Krankheitsbild
- Didaktische Planung und Reflexion einer Unterrichtsreihe zum Buchstaben A
Auszug aus dem Buch
2.4 Beschreibung des Störungsbildes bei ADHS-Kindern
Obwohl es schwierig ist ADHS-typische Symptome zu benennen, stimmen die Experten überein, dass die betroffenen Kinder im Alltag charakteristische Verhaltenszüge aufweisen, die immer wieder von Eltern, Erziehern und Lehrern beobachtet werden. Im Folgenden sollen die am häufigsten auftretenden Verhaltensauffälligkeiten kurz dargestellt werden. Dabei soll auch die in der Praxis angewendete Unterscheidung zwischen obligaten und fakultativen Symptomen eingehalten werden.
Als obligate Symptome des ADHS werden Störungen in der Aufmerksamkeit und Konzentration und die damit eng im Zusammenhang stehende Störung der Wahrnehmung bezeichnet. Die fehlende Aufmerksamkeit des Kindes tritt bereits im Säuglingsalter auf und wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus. Bereits im Kindergarten haben Erkrankte das Bedürfzie, alles Neue austesten und berühren zu müssen. Allerdings führen kleinste Ablenkungen, wie Geräusche und Bewegungen, dazu, dass die Aufmerksamkeit des Kindes kurzerhand abgelenkt wird. Diese Aufmerksamkeitsproblematik setzt sich auch im Schulalltag fort. Nicht zuletzt durch die in den letzten Jahren ansteigende Klassengröße erlebt das betroffene Kind erhöhte Ablenkungssituationen. Jedes Geräusch, jede Bewegung, jede Begebenheit im Umfeld wirkt sich negativ auf die Aufmerksamkeit des ADHS-Kindes aus. Die grundlegenden Forderungen, wie Ruhe, Konzentration und Ausdauer im Unterrichtsgeschehen werden für das Kind zur unüberwindbaren Hürde.
Die fehlende Aufmerksamkeit wirkt sich ebenfalls auf die Wahrnehmung des Kindes aus. ADHS-Kinder sind dauerhaft in Bewegung und nehmen viele neue Dinge, allerdings nur oberflächlich und lückenhaft, wahr. Letzteres führt in Verbindung mit der bei ADHS-Kinder bestehenden Impulsivität zu einem erhöhten Unfallrisiko der Betroffenen. Das beobachtete unüberlegte Handeln führt zu unkalkulierbarem Verhalten, was die Häufigkeit der Beteiligung an Verkehrsunfällen zeigt. Das ADHS- Kind, das ohnehin schon ein nur eingeschränkt funktionierendes Kurzzeitgedächtnis besitzt, wird mit zwei Problemen gleichzeitig konfrontiert. Einerseits bekommt es mehr irrelevante Informationen, da sich das Kind ständig in Bewegung befindet und dadurch mit mehr neuen Dingen konfrontiert wird, und andererseits ist das Kurzzeitgedächtnis nicht so gut ausgeprägt, dass es alle ankommenden Informationen speichern könnte. Die Situation wirkt sich überfordernd auf das Kind aus, so dass es sich wieder von vielen der ankommenden Informationen wieder trennt.
Zusammenfassung der Kapitel
Bedingungsfeldanalyse: Detaillierte Beschreibung der Baedekerschule sowie der sozialen und strukturellen Gegebenheiten der Klasse 1a.
Bearbeitung des Schwerpunkthemas: Das „Aufmerksamkeits-Defizit- Hyperaktivitäts- Syndrom“ bei Grundschulkindern: Wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Ursachen, Symptomen und Diagnosemöglichkeiten von ADHS sowie Vorstellung eines Integrationskonzepts.
Schülerbeobachtung: Fallbezogene Beobachtung eines Schülers der Klasse 1a und Einordnung seines Verhaltens in das Krankheitsbild von ADHS.
Planung und Durchführung einer Unterrichtsreihe: Didaktische Herleitung und Reflexion einer Unterrichtsreihe zur Einführung des Buchstabens A.
Meine Praktikumszeit - ein Fazit: Zusammenfassende persönliche Evaluation der Praktikumserfahrungen hinsichtlich der Lehrerrolle und der Anwendung theoretischen Wissens in der Praxis.
Schlüsselwörter
ADHS, ADS, Grundschule, Schriftspracherwerb, Integrationskonzept, Schülerbeobachtung, Unterrichtsplanung, Klassenführung, Sozialverhalten, Graphem, Phonem, Konzentrationsschwierigkeiten, Inklusion, Wahrnehmungsstörung, Lehrerberuf
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit dokumentiert einen Bericht zum Blockpraktikum einer Lehramtsstudierenden, wobei der Fokus auf der Analyse von ADHS bei Grundschulkindern und der methodischen Gestaltung des Schriftspracherwerbs liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Bedingungsfeldanalyse einer Grundschule, die Auseinandersetzung mit dem Störungsbild ADHS, die Beobachtung auffälligen Verhaltens bei Schülern sowie die didaktische Planung von Deutschunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Theorie des Studiums mit der praktischen Realität im Schulalltag zu verknüpfen, insbesondere durch die Auseinandersetzung mit Verhaltensauffälligkeiten und die Förderung des Schriftspracherwerbs.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Die Arbeit nutzt die Methode der pädagogischen Beobachtung im Unterricht sowie die Einordnung der Ergebnisse in bestehende Fachliteratur zu den Themen ADHS und Schriftspracherwerb.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungsfeldanalyse, eine theoretische Aufarbeitung des ADHS-Syndroms, die Protokollierung der Verhaltensbeobachtung eines Schülers und die detaillierte Planung einer Unterrichtsreihe zum Buchstaben A.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe ADHS, Schriftspracherwerb, Klassenführung, soziale Integration und didaktische Reflexion geprägt.
Wie unterscheidet sich die im Bericht beschriebene Klasse von anderen Gruppen?
Die Klasse 1a zeichnet sich durch eine hohe Diversität der Herkunftsländer und ein deutliches Leistungsgefälle aus, wobei das Klassenklima trotz einzelner auffälliger Schüler insgesamt positiv eingeschätzt wird.
Welche Rolle spielt die Beobachtung von „Schüler A“ für die Schlussfolgerungen der Autorin?
Die Beobachtung ermöglicht es der Autorin, theoretisch erworbenes Wissen über ADHS-Symptome auf ein konkretes Fallbeispiel anzuwenden und die Grenzen der Diagnose sowie der pädagogischen Möglichkeiten zu reflektieren.
Warum wird im Rahmen der Unterrichtsreihe der Buchstabe A gewählt?
Der Buchstabe A wird als Ausgangspunkt gewählt, da er lautlich und graphomotorisch für Schulanfänger gut zugänglich ist und sich zur systematischen Einführung der Graphem-Phonem-Korrespondenz eignet.
- Arbeit zitieren
- Agnes Slabon (Autor:in), 2003, Bericht zum Blockpraktikum, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/43625