Der sich bereits über mehr als ein Jahrzehnt, als Dauerbrenner erweisende Pflegenotstand, der von der aktuellen Bundesregierung im Wahlkampf erst spät entdeckt wurde, ist in den Medien aktuell heiß diskutiert und sehr präsent- Qualität in Pflege und Betreuung damit etwas durchaus Wünschenswertes auch in den Alten-und Pflegeeinrichtungen der bayrischen Landeshauptstadt. Bedingt durch die immer noch rückläufigen Geburtenzahlen und die gestiegene Lebenserwartung des Einzelnen schreitet die Alterung der künftigen Greisenrepublik Deutschland immer weiter voran. Wenn sich für jeden der Wunsch nach dem Lebensabend in Würde erfüllen soll wird ein Konzept, dass sich für den Staat als bisher sehr kostengünstige Lösung erweist, nämlich die Verlagerung der Aufgaben Pflege und Betreuung in die private Sphäre und damit auf die Schultern der Angehörigen, nicht die die alleinige Lösung des Problems sein können- auch dann nicht, wenn diese Säule künftig finanziell besser ausgestattet wird und somit dem nachvollziehbaren Wunsch nach mehr Anerkennung von Seiten der Angehörigen entsprochen wird. Die vorliegende Arbeit stellt zwei ausgewählte Erhebungszugänge des Forschungsvorhabens vor, die geeignet sind Ergebnisse hervorzubringen, die dem Endkonsumenten Transparenz gewähren aber zugleich auch die bisher unberücksichtigten Bedarfe des Pflegepersonals aufdecken. Die erhobenen Daten sollen letzten Endes Gradmesser für die angebotene Betreuung-und Pflegequalität sein und partizipierenden Einrichtungen zur Implementierung in Versorgungs- bzw. Einrichtungskonzepte dienen sowie dem Verbraucher eine Entscheidungshilfe im Bedarfsfall an die Hand geben.
Inhaltsverzeichnis
1.0. Einleitende Bemerkungen des Verfassers
2.0. Problemaufriss und thematische Hinführung unter Einbezug der aktuellen politischen Entwicklung
3.0. Forschungsinteresse und Nutzen der Ergebnisse
4.0 Zum Forschungsstand
5.0. Studiendesign und Methoden
5.1. Erhebungszugang I: Experteninterview ,,Arbeitsbelastung in der Pflege“
5.2. Erhebungszugang II: Der teilstandardisierte Fragebogen für Angehörige
6.0. Zeit- und Arbeitsplanung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Pflege- und Betreuungsqualität in Münchner Alten- und Pflegeeinrichtungen zu evaluieren, um daraus Erkenntnisse für die Versorgungs- und Einrichtungskonzepte zu gewinnen und einen Beitrag zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung zu leisten.
- Analyse des Pflegenotstands und der aktuellen politischen Rahmenbedingungen.
- Untersuchung von Zusammenhängen zwischen Lebensqualität, Betreuung und Pflege.
- Methodische Konzeption einer Triangulation aus Experteninterviews und Angehörigenbefragung.
- Berücksichtigung genderspezifischer Aspekte und unterschiedlicher Bedürfnisse bei der Betreuung.
- Qualitätssicherung durch systematische Erhebungsinstrumente und Pre-Tests.
Auszug aus dem Buch
Die Attraktivität der Beschäftigungsangebote zur Alltagsgestaltung unterscheidet sich nach männlichen und weiblichen Präferenzen.
Männliche Bewohner nehmen an den Angeboten eher selten teil und stehen ihnen skeptisch gegenüber, lieber ziehen sie sich zurück um für sich zu sein:
„Es gibt viele Aktivitäten. Ich kenne nicht alle, bin auch auf manche gar nicht gespannt, weil es mich nicht interessiert“ (B2s: 362-364).
„Ach Gott, nein. Ich komme ja gut klar mit dem, was ich lese. Und ich gehe da selten runter. […] Jaja, ich habe also keine großen Ansprüche. Nein“ (C2t: 326-331).
Mehrere männliche Bewohner äußern sich differenziert zu Angebotsanforderungen, was teilweise auch die Frauen taten, jedoch lassen sie sich insgesamt bereitwilliger darauf ein, was angeboten wird und berichten teils von positiven Erfahrungen. Auffällig ist dass es den männlichen Bewohnern um Leistungserhalt und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht geht - nämlich zum einen in Bezug auf Kraft und Fitness und zum anderen auch was die kognitive Leistungsfähigkeit angeht.
Zusammenfassung der Kapitel
1.0. Einleitende Bemerkungen des Verfassers: Der Verfasser erläutert den unvollständigen Charakter des Exposés und führt in das Thema des Pflegenotstands sowie das methodische Vorgehen ein.
2.0. Problemaufriss und thematische Hinführung unter Einbezug der aktuellen politischen Entwicklung: Dieses Kapitel beleuchtet die dreigeteilte Struktur der Pflegebranche, den Pflegenotstand und die prekäre Situation vieler Angehöriger sowie das mangelnde Vertrauen in Pflegeeinrichtungen.
3.0. Forschungsinteresse und Nutzen der Ergebnisse: Hier wird das Ziel formuliert, die Betreuungsqualität in Münchner Einrichtungen zu evaluieren, um Transparenz zu schaffen und Verbesserungsprozesse in den Einrichtungen anzustoßen.
4.0 Zum Forschungsstand: Es wird der aktuelle Stand der Forschung zur Lebensqualität in der Altenpflege dargestellt, insbesondere unter Einbezug des H.I.L.D.E.-Projekts und genderspezifischer Studien.
5.0. Studiendesign und Methoden: Dieser Abschnitt beschreibt den gewählten Methodenmix, bestehend aus Experteninterviews mit Pflegepersonal und einer teilstandardisierten Befragung von Angehörigen.
6.0. Zeit- und Arbeitsplanung: Der Verfasser skizziert den zeitlichen Ablauf von der Entwicklung der Instrumente über die Datenerhebung bis hin zur finalen Auswertung und Verschriftlichung der Masterthesis.
Schlüsselwörter
Pflegenotstand, Lebensqualität, Altenpflege, Betreuungsqualität, Experteninterview, Angehörigenbefragung, Gendersensibilität, Pflegestatistik, Personalmangel, stationäre Pflege, Methodenmix, Qualitätsmanagement, Sozialforschung, Pflegedienste, Demografie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Pflege- und Betreuungsqualität in Münchner Alten- und Pflegeeinrichtungen vor dem Hintergrund des aktuellen Pflegenotstands.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Felder sind die Arbeitsbelastung des Pflegepersonals, die Lebensqualität der Bewohner, der demografische Wandel sowie die Zufriedenheit von Angehörigen mit der stationären Pflege.
Was ist das primäre Ziel des Forschungsvorhabens?
Das Ziel ist die Evaluation der bestehenden Betreuungsqualität, um Daten als Grundlage für die kontinuierliche Qualitätsverbesserung und Transparenz für Verbraucher zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Der Autor verwendet eine Triangulation, bestehend aus Experteninterviews (qualitativ) und einer Cluster-Stichproben-Befragung mittels teilstandardisierter Fragebögen bei Angehörigen (quantitativ).
Was wird im methodischen Hauptteil konkret behandelt?
Im Hauptteil wird die Auswahl der Experten, die Durchführung der Experteninterviews sowie die Konzeption und Validierung des Fragebogens für Angehörige detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Pflegenotstand, Lebensqualität, Experteninterview, Gendersensibilität und methodische Triangulation.
Welche Rolle spielen die Angehörigen in dieser Untersuchung?
Angehörige dienen als wichtige Informationsquelle zur Bewertung der Betreuungsqualität, da sie die tägliche Versorgungssituation aus einer spezifischen Perspektive wahrnehmen.
Warum wird eine "Klumpenstichprobe" (Cluster Sample) gewählt?
Da Angehörige von Senioren in Pflegeheimen nicht direkt zugänglich sind, ermöglicht dieses Verfahren den Zugang über die Alten- und Pflegeeinrichtungen als Klumpen.
Welchen Stellenwert nimmt die Gendersensibilität in der Studie ein?
Der Autor betont, dass genderspezifische Unterschiede bei der Wahrnehmung von Pflege und Betreuungsangeboten eine zentrale Rolle spielen und bei der Erhebung berücksichtigt werden müssen.
Wie soll die Qualität des Fragebogens sichergestellt werden?
Dies soll durch einen Pre-Test in einer Münchner Einrichtung erfolgen, um Bearbeitungszeiten, Verständlichkeit der Items und potenzielle Fragekontexteffekte zu prüfen.
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- Bachelor of Arts Stephan Walk (Author), 2018, Die Betreuungs- und Pflegequalität in Münchner Alten- und Pflegeeinrichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/436081