«Jederzeit und überall erreichbar»: Dieses Motto gilt für die Telekommunikation des 21. Jahrhunderts. Ebendies wird bald auch für die mobile Datenkommunikation unabdingbar sein. Die mobile Kommunikation hat mit ihren zahlreichen Funktionen und Einflüssen einen so rasanten Einzug in das alltägliche Leben unserer Gesellschaft gehalten wie kaum eine andere Technologie. Durch die Konvergenz vom Internet mit dem digitalen Mobilfunk scheint das Mobile Internet ein logischer Schritt in der Entwicklung der Kommunikationstechnologie zu sein. Zugangstechnologien wie UMTS werden dem ubiquitous computing einen weiteren Wachstumsschub geben. Diese wachsende Bandbreite wird dem Nutzer im privaten und wirtschaftlichen Sektor erweiterte Möglichkeiten der Mobilkommunikation bieten sowie eine Grundlage für weitere innovative Anwendungen im Bereich der internationalen Internettechnologie und Ausrüstung schaffen. Mit Hilfe von tragbaren drahtlosen Endgeräten und digitalen Mobilfunknetzen soll das mobile Internet eine situationsbedingte Versorgung von Informationen, unabhängig von Zeit und Ort ermöglichen.
In der vorliegenden Arbeit soll in einem grundlegenden Schritt kurz auf den Stand der Technik bzw. der Produkte für die Nutzung des mobilen Internets eingegangen werden. Darauf aufbauend, werden eine Erläuterung des noch relativ jungen Begriffs „Mobiles Internet“ und eine Abgrenzung zum stationären Internet stattfinden.
Im nächsten Schritt sollen die wirtschaftlichen Einflüsse dieses wohl am schnellsten wachsenden Marktes veranschaulicht werden. Hierzu findet einleitend eine Analyse des Marktes für das mobile Internet statt. Weiter wird die immer größer werdende Bedeutung und Nutzbarkeit der mobilen Kommunikationstechnologien im Kontext des M-Business dargestellt, die sich zum einen im Zweig des M-Commerce als neue Anwendungsmöglichkeiten und Geschäftsmodellen zeigt, zum anderen aber auch ein großes Potential an Flexibilität und vor allem Kosteneinsparungen durch Prozessoptimierung bietet.
Ein kurzer Exkurs soll dem neuen Gebiet des M-Government, welches sich mit der mobilen Beziehung zwischen den Akteuren Staat und Unternehmen bzw. Staat und Volk befasst, gewidmet werden.
Um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland auf den internationalen Telekommunikationsmärkten zu gewährleisten, bedarf es ständig neuer, innovativer Produkte und Dienstleistungen. Aus diesem Grunde, wird im letzten Teil der Arbeit ein Auszug derzeitiger Forschungsprojekte vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. TECHNISCHE GRUNDLAGEN
2.1. MOBILFUNKTECHNOLOGIEN
2.1.1. „2G“
2.1.2. „2.5G“
2.1.3. „3G“
2.1.4. „4G“
2.2. DRAHTLOSE NETZZUGANGSTECHNOLOGIEN
2.2.1. Bluetooth
2.2.2. WLAN (802.11)
2.2.3. WiMax (802.16)
2.3. REGULIERUNG IM BEREICH WIMAX VS UMTS
2.4. MOBILE ENDGERÄTE
3. TERMINUS „MOBILES INTERNET“
3.1. MOBILITÄT
3.2. ILLUSION – MOBILES INTERNET
4. ÖKONOMISCHE BEDEUTUNG
4.1. MARKTANALYSE
4.1.1. Marktgröße
4.1.2. Mobilfunkpenetration
4.1.3. Umsätze im Mobilfunk
4.1.4. Mobilfunk vs Telekommunikationsumsätze
4.1.5. Internetpenetration
4.1.6. PDA-Penetration
4.1.7. Wettbewerbsintensität und Marktregulierung
4.1.8. Internationaler Preisniveauvergleich
4.1.9. Zwischenfazit und Übersicht der ökonomischen Einsatzgebiete
4.2. M-BUSINESS
4.2.1. M-COMMERCE
4.2.2. GESCHÄFTSMODELLE
4.2.2.1. Unabhängige Dienstangebote
4.2.2.2. Offenes Kioskmodell
4.2.2.3. Integrierte Dienstangebote
4.2.3. PROZESSKOSTENOPTIMIERUNG
4.3. M-GOVERNMENT
4.4. AKTUELLE FORSCHUNGSPROJEKTE
4.4.1. 3GET
4.4.2. KING
4.4.3. WIRELESS INTERNET INITIATIVE
4.4.4. WIGWAM
4.4.5. 4GRADIO
4.4.6. MEDIACONOMY
4.4.7. BERLINTAINMENT
FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Status Quo und das ökonomische Potenzial des mobilen Internets in Deutschland. Dabei liegt der Fokus auf der technischen Basis, der ökonomischen Einordnung sowie der Bedeutung für M-Business, M-Government und laufende Forschungsprojekte, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland zu analysieren.
- Technische Grundlagen mobiler Übertragungstechnologien
- Definition und Abgrenzung des Begriffs „Mobiles Internet“
- Ökonomische Marktanalyse und Wettbewerbsfaktoren
- M-Business-Geschäftsmodelle und Prozesskostenoptimierung
- Überblick über aktuelle deutsche Forschungsprojekte
Auszug aus dem Buch
3.2. Illusion – Mobiles Internet
Die Beziehung von terrestrischem, also festnetzgebundenem Internet und seinem mobilem Verwandten lässt sich gewissermaßen mit der Entwicklung vom Telegraphen zum Telefon vergleichen. Da das 1876 eingeführte Telefon die gleichen Leitungen wie die bisher in Gebrauch befindlichen Telegraphen nutzte, wurde die damalige neue Technologie mit einem sprechenden Telegraphen gleichgesetzt obwohl sich hinter dem Telefon in Hinsicht auf zB soziale oder wirtschaftliche Kriterien weitaus mehr verbirgt als nur ein sprechender Telegraph[ECO01]. Gleichermaßen ist anhand der mit WAP gesammelten Erfahrung zu sehen, dass die Bezeichnung „mobiles Internet“ irreführend ist und falsche Erwartungen bei den Konsumenten bezüglich Möglichkeiten und Performance weckt, die letztlich auch bei WAP enttäuscht wurden. NTT DoCoMo, der führende japanische Mobilfunkanbieter und weltweite Vorreiter auf dem Markt des mobilen Internets, vermied bei der Markteinführung von i-mode in Japanden Begriff Internet und umging damit diese Gefahr[BÜL04].
Wie ist das mobile Internet also zu definieren um eine Abgrenzung zum fixen Internet vornehmen zu können bzw. besteht tatsächlich ein illusionierendes Bild des „mobilen Internets“?
Das Human Computer Interaction Lab. beschränkte sich mit seiner Definition des Mobilen Internets im Rahmen der Hawaii International Conference on System Sciences im Jahre 2002 lediglich auf die Nutzung des stationären Internets mithilfe von Handhelds oder Mobiltelefonen[HOY02]. Ohne weitere Einschränkungen scheint diese Definition jedoch etwas salopp formuliert zu sein. Webseiten wie man sie vom stationären Internet kennt passen mit ihrem für große Bildschirme optimiertem Layout nicht auf Displays aktueller Mobiltelefone oder Handhelds[ECO01].
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung der mobilen Kommunikation und Definition der Zielsetzung der Arbeit, den Stand der Technik sowie die ökonomischen Einflüsse des mobilen Internets zu beleuchten.
2. TECHNISCHE GRUNDLAGEN: Detaillierter Überblick über Mobilfunktechnologien (von 2G bis 4G) sowie drahtlose Netzzugangstechnologien und deren regulatorische Aspekte.
3. TERMINUS „MOBILES INTERNET“: Abgrenzung der Begrifflichkeiten „mobil“, „drahtlos“ und „portabel“ sowie kritische Hinterfragung des Begriffs „Mobiles Internet“ als potenziell irreführendes Bild.
4. ÖKONOMISCHE BEDEUTUNG: Umfassende Marktanalyse des mobilen Internetsektors in Deutschland, einschließlich M-Business-Strategien und einem Überblick über geförderte Forschungsprojekte.
FAZIT: Zusammenfassende Betrachtung der Konvergenz von Mobilfunk und Internettechnologie unter Hervorhebung der verbleibenden regulatorischen und technischen Hürden.
Schlüsselwörter
Mobiles Internet, Mobilfunk, UMTS, M-Business, M-Commerce, M-Government, Marktanalyse, Prozesskostenoptimierung, Breitbandtechnologie, WiMax, Endgeräte, Forschungsprojekte, Telekommunikation, Wettbewerbsfähigkeit, Datenübertragung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert den Status, die technischen Voraussetzungen und die wirtschaftliche Bedeutung des mobilen Internets am Beispiel des Standorts Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf technischen Übertragungsstandards, ökonomischen Marktdaten, M-Business-Modellen sowie der Rolle staatlicher Forschungsprojekte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das ökonomische Potenzial mobiler Lösungen zu schaffen und aufzuzeigen, wie diese zur Prozessoptimierung beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine fundierte Marktanalyse durchgeführt, die sich auf diverse Indikatoren wie Penetrationsraten, Preisvergleiche und aktuelle internationale Studien stützt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen, die begriffliche Definition, eine ökonomische Marktanalyse sowie die Betrachtung von Anwendungsbereichen wie M-Commerce und M-Government.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den zentralen Begriffen zählen Mobiles Internet, UMTS, M-Business, M-Commerce, Prozesskostenoptimierung und regulatorische Rahmenbedingungen.
Warum ist der Begriff „Mobiles Internet“ aus Sicht des Autors kritisch zu betrachten?
Der Autor führt aus, dass der Begriff aufgrund von Erfahrungen mit WAP bei Konsumenten falsche Erwartungen an Leistung und Funktionalität wecken kann, da er oft fälschlicherweise mit dem stationären Internet gleichgesetzt wird.
Welche Rolle spielen Forschungsprojekte wie „3GET“ oder „KING“ für die Branche?
Diese Projekte dienen dazu, innovative Systemarchitekturen und effiziente Lösungen für die nächste Generation mobiler Informations- und Kommunikationstechnologien zu entwickeln, um die nationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
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- Daniel Hagemann (Author), 2005, Mobiles Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/43506