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Anreize von Bail–Out–Regeln und Moral Hazard

Titel: Anreize von Bail–Out–Regeln und Moral Hazard

Hausarbeit , 2011 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Kathrin Kass (Autor:in)

VWL - Finanzwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit hat es zum Ziel das Anreizgefüge innerhalb der EWU zu untersuchen. Dies soll sowohl im Hinblick auf die Schuldner als auch auf den potenziellen "Lender of Last Resort" und die Finanzmärkte unter Bezugnahme auf die aktuelle Situation in der EWU geschehen. Zunächst erfolgt daher eine wohlfahrtsökonomische Einführung, in der die Stabilität der EWU als öffentliches Gut angenommen wird. Es folgt eine Analyse der Anreize, die sich aus der Implementierung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) als quasi Eurobond und der Einführung von Eurobonds ergeben. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung und dem Fazit ab.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Euro-Stabilität als öffentliches Gut

3 Die Anreizwirkungen von Eurobonds

3.1 Der Europäische Stabilitätsmechanismus als temporärer Eurobond

3.2 Die Anreizwirkung auf die Euro-Staaten

3.3 Die Anreizwirkung auf die Finanzmärkte

4 Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Anreizgefüge innerhalb der Europäischen Währungsunion (EWU) im Kontext der aktuellen Euro-Krise. Dabei wird insbesondere analysiert, wie Rettungsmaßnahmen, der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) und die Diskussion um Eurobonds das Verhalten von Schuldnerländern, Finanzmärkten und potenziellen Unterstützern beeinflussen, wobei der Fokus auf dem Problem des Moral Hazard liegt.

  • Wohlfahrtsökonomische Analyse der Euro-Stabilität als öffentliches Gut
  • Anreizwirkungen von Bail-Out-Regeln auf die Euro-Staaten
  • Rolle und Anreize des Lender of Last Resort
  • Einfluss von Eurobonds und ESM auf das Verhalten der Finanzmarktakteure
  • Problematik des Moral Hazard und institutionelle Fehlanreize

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Anreizwirkung auf die Euro-Staaten

Im Rahmen der Überlegungen, welche Maßnahmen und Instrumente implementiert werden sollten, um die zukünftige Stabilität des Euros zu gewährleisten, wird über die Begebung von gemeinsamen Staatsanleihen, den sogenannten Eurobonds, diskutiert. Derzeit emittieren die einzelnen Staaten der Eurozone jeweils eigene Staatsanleihen. Entsprechend erhalten diese eigene Ratings, von denen die durch die Anleger geforderten Zinsen und damit die Refinanzierungskosten der Staaten abhängen. Für höhere Ausfallrisiken wollen die Investoren durch höhere Renditen entschädigt werden.

In der Debatte um die mögliche Einführung der Eurobonds spalten sich die Euro-Länder in zwei Lager. Denn was die eine Seite, überwiegend Vertreter der Länder der Euro-Peripherie, als Vorteil sieht, lässt auf der anderen Seite Befürchtungen über zusätzliche Kosten und Fehlanreize aufkommen.

Die Emission von Eurobonds würde zu einem für alle Staaten einheitlichen Zinssatz auf dem Kapitalmarkt führen. Wie die Betrachtung der Zinsspreads von Anleihen vor und nach der Euro-Einführung erkennen lässt, hätte dies Vorteile für die PIGS-Staaten. Seit der Verabschiedung des SWP setzte eine zunehmende Konvergenz der Zinsspreads ein. Während der Zinsunterschied zwischen den PIGS-Staaten und Deutschland zuvor durchschnittlich 5 % betrug, lag der durchschnittliche Zinssatz ersterer bis 2008 0,4 % über dem von Deutschland. Dies lag daran, dass die Käufer von Anleihen der PIGS-Staaten vor der Einführung des Euros dem Risiko einer Währungsabwertung ausgestzt waren und daher höhere Zinsen verlangten. Folglich war es für diese Staaten teurer Geld auf dem Kapitalmarkt aufzunehmen. Durch die Euro-Einführung verschwand das Wechselkursrisiko und die Zinsen näherten sich an. Eine Rückkehr zu niedrigen Zinsen hätte für die PIGS-Staaten den Vorteil, dass sich ihre finanzielle Situation entschärfte, da sich der zu erwartende Zinssatz senken würde.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die strukturellen Schwächen der EWU und die Entstehung von Leistungsbilanzungleichgewichten durch eine einheitliche Geldpolitik bei dezentraler Fiskalpolitik.

2 Die Euro-Stabilität als öffentliches Gut: Dieses Kapitel definiert die Stabilität der EWU als öffentliches Gut und untersucht die daraus resultierenden negativen externen Effekte sowie Trittbrettfahrer-Probleme im Rahmen der Währungsunion.

3 Die Anreizwirkungen von Eurobonds: Das Kapitel analysiert den ESM sowie Eurobonds und untersucht deren Anreizwirkungen auf Euro-Staaten und Finanzmärkte hinsichtlich Moral Hazard und Risikoverhalten.

4 Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Eurobonds lediglich eine kurzfristige Symptombekämpfung darstellen und das Problem des Moral Hazard durch eine implizite Transferunion verschärfen könnten.

Schlüsselwörter

Euro-Zone, EWU, Eurobonds, ESM, Moral Hazard, Bail-Out, Stabilitäts- und Wachstumspakt, Finanzmärkte, öffentliche Güter, externe Effekte, Trittbrettfahrer-Problem, Haushaltsdisziplin, Staatsanleihen, Zinsspreads, Fiskalpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die ökonomischen Anreizstrukturen innerhalb der Europäischen Währungsunion im Kontext der Euro-Krise und untersucht, wie verschiedene Rettungsmechanismen das Verhalten der Mitgliedsstaaten beeinflussen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Stabilität der Euro-Zone als öffentliches Gut, die Funktionsweise und Anreizwirkungen von Eurobonds, das Problem des Moral Hazard bei Bail-Outs sowie die Rolle der Finanzmärkte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Anreizgefüge innerhalb der EWU zu untersuchen, um zu verstehen, ob und wie verschiedene Instrumente zur Krisenbewältigung ungewollte Fehlanreize für Schuldnerländer und Finanzakteure schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen ordnungspolitischen und wohlfahrtsökonomischen Ansatz, unter Einbeziehung spieltheoretischer Überlegungen zu externen Effekten und politökonomischer Analysen zur Haushaltspolitik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Stabilität als öffentliches Gut, die Analyse des ESM als Vorstufe von Eurobonds und die detaillierte Betrachtung der Wirkungen auf Euro-Staaten sowie auf die Finanzmärkte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Moral Hazard, Eurobonds, Bail-Out, öffentliche Güter, externe Effekte und Stabilitäts- und Wachstumspakt charakterisiert.

Warum wird im Dokument von einem "Bail-Out Blackmail" gesprochen?

Der Begriff beschreibt das Risiko, dass hoch verschuldete Staaten finanzstarke Länder durch die Drohung, ihre Verbindlichkeiten nicht bedienen zu können, zur Zustimmung zu weiteren finanziellen Hilfen zwingen, was wiederum Moral Hazard begünstigt.

Inwiefern beeinflussen Eurobonds das Risikoverhalten der Finanzmärkte?

Eurobonds könnten die disziplinierende Funktion der Finanzmärkte schwächen, da der Zinssatz nicht mehr die länderspezifischen Risiken widerspiegelt, was Investoren dazu verleiten könnte, Kapital ohne ausreichende Risikoabwägung zu allokieren.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Anreize von Bail–Out–Regeln und Moral Hazard
Hochschule
Universität Bremen  (Forschungsstelle Finanzpolitik)
Veranstaltung
Wirtschaftspolitik für Fortgeschrittene und Finanzwissenschaft
Note
1,3
Autor
Kathrin Kass (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V434816
ISBN (eBook)
9783668761025
ISBN (Buch)
9783668761032
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bail Out Eurobonds Europäischer Stabilitätsmechanismus Lender of Last Resort Externe Effekte Pareto European Financial Stability Facility Moral Hazard Währungsunion Europäische Union Länderfinanzausgleich Zinsen Kapitalmarkt
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Kathrin Kass (Autor:in), 2011, Anreize von Bail–Out–Regeln und Moral Hazard, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/434816
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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