In diesem Beitrag werden die Ergebnisse eines Pilotprojektes vorgestellt, das dem empirischen Forschungsprojekt meiner Dissertation an der Universität ELTE im Bereich Angewandte Linguistik zugrunde liegt. Nach der obigen Einleitung über die Rolle der Grammatik im FSU wird in Abschnitt 2 die Problemstellung des Projektes im ungarischen Kontext des Fremdsprachenlernens skizziert. Im dritten Abschnitt wird das im Mai 2016 durchgeführte Pilotprojekt durch die Beschreibung meiner Forschung, das heißt durch die Vorstellung der Forschungsziele, -fragen und -hypothesen bzw. der Probanden und Forschungsmethoden präsentiert. In Kapitel 4 werden die Ergebnisse dieses Projektes zusammengefasst und der Beitrag mit einem Fazit abgerundet, in dem die wichtigsten Erfahrungen in der Planungsphase des Forschungsprojektes formuliert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Problemstellung
3 Über die Forschung
3.1 Probanden
3.2 Forschungsziele, -fragen und -hypothesen
3.3 Forschungsdesign
4 Ergebnisse
5 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der grammatischen Struktur, insbesondere der Verbvalenz, bei der schriftlichen Textproduktion von ungarischen Deutschlernenden. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von interlingualen Transferprozessen auf die Satzstruktur zu analysieren und typische Fehlerquellen zu identifizieren, um den Fremdsprachenunterricht für ungarische Lernende zu optimieren.
- Analyse der Bedeutung der Grammatik und Sprachbasis im Fremdsprachenunterricht
- Untersuchung der sprachtypologischen Unterschiede zwischen Ungarisch und Deutsch
- Identifikation und Typisierung von satzstrukturellen Verbvalenzfehlern
- Evaluation von Abiturtexten ungarischer Schülerinnen und Schüler
- Ableitung von Ansätzen zur effektiveren Vermittlung grammatischer Kompetenzen
Auszug aus dem Buch
Die Rolle der Sprachbasis
Die Sprachbasis umfasst das phonologische, orthografische, lexikalische und grammatische Wissen um sprachliche Mittel und Strukturen. Sie ist die zentrale Voraussetzung dafür, dass Sprache im jeweiligen soziokulturellen Kontext verstanden und verwendet werden kann. (Feld-Knapp, 2014b: 13).
Wie die Sprachbasis der Fremdsprachenlernenden ausgebaut wird, steht heutzutage ebenso im Mittelpunkt des Forschungsinteresses. Inwieweit explizites Lernen durch Aufmerksamkeit und Sprachbewusstheit eine Rolle dabei spielt, wird von verschiedenen Modellen unterschiedlich gesehen, von den sogenannten no-interface-Modellen durch Übergangstheorien (weak-interface) bis zu den full-interface Konzepten. Im ersten Fall wird das explizite Lernen z.B. grammatischer Strukturen nicht als Voraussetzung für kommunikative Effektivität und für den Ausbau der Lernersprache gesehen, bei full-interface Modellen wird totale Durchlässigkeit zwischen implizitem und explizitem Lernen gesehen, wo Informiertheit über ein sprachliches Phänomen eine ausreichende Basis darstellt, um Lernersprache relativ direkt mit den entsprechenden Kenntnissen anzureichern (Portmann 2001: 27).
Man sieht aber auch ein, dass die Rolle der Sprachbewusstheit für den Sprachgebrauch nicht überschätzt werden darf. Wenn man die Sprachbasis, darunter die Beherrschung der Grammatik, betrachtet, gilt, dass die Vermittlung von Wissen nicht automatisch zur Entwicklung von Sprachbewusstheit, die Vermittlung der Grammatik nicht automatisch zum Verständnis, zur spontan richtigen Anwendung grammatischer Regeln führen (Wolff 2002). „Was die Sprecherinnen und Sprecher über den eigenen Sprachgebrauch ‚wissen‘, stimmt nicht notwendigerweise mit dem überein, was sie ‚tun‘, wenn sie sprechen” (Häcki Buhofer 2002: 19).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung und Kontroversen der Grammatikvermittlung im Fremdsprachenunterricht sowie die Bedeutung einer soliden sprachlichen Basis für die kommunikative Kompetenz.
2 Problemstellung: Dieses Kapitel erörtert die spezifischen Herausforderungen ungarischer Lernender beim Erwerb germanischer Sprachen aufgrund sprachtypologischer Unterschiede in der Morphosyntax und Valenz.
3 Über die Forschung: Hier werden die Rahmenbedingungen des Pilotprojekts, die Auswahl der Probanden, die Forschungsfragen sowie das methodische Forschungsdesign zur Textanalyse beschrieben.
4 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die quantitative Auswertung der Abiturleistungen und eine qualitative Analyse der identifizierten Fehlerquellen in den Schülertexten.
5 Ausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Rolle der Sprachbasis sowie zur Optimierung von Lernprozessen im DaF-Unterricht.
Schlüsselwörter
Fremdsprachendidaktik, Deutsch als Fremdsprache, DaF, Ungarisch, Verbvalenz, Sprachbasis, Textproduktion, Interlingualer Transfer, Satzstruktur, Kontrastive Analyse, Fremdsprachenunterricht, Fehleranalyse, Mehrsprachigkeit, Sprachbewusstheit, Morphosyntax.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Grammatik, speziell der Verbvalenz, bei der schriftlichen Textproduktion von ungarischen Lernenden im Fach Deutsch als Fremdsprache.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die kontrastive Analyse zwischen dem Ungarischen und Deutschen, die Auswirkungen von negativem Transfer auf die Satzbildung sowie die Effektivität der Grammatikvermittlung in Nationalitätengymnasien.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, Fehlerquellen in Schülertexten zu typisieren und aufzuzeigen, wie ein besseres Verständnis für strukturelle Unterschiede den Fremdsprachenerwerb optimieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es handelt sich um ein Pilotprojekt, das eine zweistufige Textanalyse durchführt: eine Bewertung nach offiziellen Abiturkriterien sowie eine spezifische linguistische Untersuchung von Verbvalenzstrukturen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Leistungen von 24 Abiturienten, untersucht typische Fehler bei reflexiven Verben und Präpositionalobjekten und reflektiert über den Einfluss der Muttersprache und englischer Sprachkenntnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Verbvalenz, interlingualer Transfer, kontrastive Analyse und Textproduktion im Kontext von Deutsch als Fremdsprache.
Wie unterscheidet sich die ungarische Satzstruktur von der deutschen in Bezug auf die Verbvalenz?
Ungarisch ist eine agglutinierende Sprache, die Kasus durch Suffixe kodiert, während das Deutsche komplexe Valenzstrukturen mit spezifischen Präpositionen und Reflexivpronomen nutzt, was bei Lernenden oft zu Transferfehlern führt.
Warum ist das Ergebnis der Untersuchung für Lehrkräfte relevant?
Die Ergebnisse helfen Lehrkräften zu verstehen, warum bestimmte Fehler systematisch auftreten, und ermöglichen eine gezieltere Unterstützung bei der Förderung der Bildungssprache und der Vermeidung von Transferfehlern.
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- Enikő Jakus (Author), 2017, Zur Rolle des Transfers grammatischer Strukturen in der Textproduktion des Deutschen als Fremdsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/434811