"Die Kunst ist frei und die Kunst soll frei blieben, allerdings wird sie sich an bestimmte Normen gewöhnen müssen." Diese Worte richtete Josef Goebbels am 28.03.1933 an Vertreter der deutschen Filmwirtschaft. Josef Goebbels war zu dieser Zeit der Reichsminister für Propaganda, das Amt hatte er dabei erst zwei Wochen inne. Die Ankündigung, "bestimmte" Normen einzuführen, umschrieb dabei den Startschuss für eine (bereits länger geplante) Strategie, die als Gleichschaltungspolitik als Teil des nationalsozialistischen Deutschlands in die Geschichte eingehen sollte. Die Gleichschaltung beschreibt dabei einen gesellschaftlichen und politischen Prozess, der das Leben der betroffenen Gesellschaft vereinheitlichen soll. Zunächst scheint es notwendig, den Begriff des Programms zu klären, um eine Grundlage für die folgenden Inhalte zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Begriffsbestimmung „Programm“
1.2 Fragestellung
2 Hinführung
3 Die Gleichschaltung
3.1 Fundamentale Gleichschaltungsmaßnahmen
3.2 Gründe für die Gleichschaltung des Kinos im ’Dritten Reich’
4 Das Kinoprogramm
4.1 Der Kulturfilm
4.2 Die Wochenschau
4.3 Der Hauptfilm
5 Die Gleichschaltung des Kinos im ’Dritten Reich’
5.1 Institutionelle Gleichschaltung
5.1.1 Die Entwicklung im Jahr der Machtergreifung 1933
5.1.2 Die Folgejahre 1934-1937
5.1.3 Die Zeit nach 1937
5.2 Gleichschaltung der Angehörigen der Filmindustrie
5.3 Weitere Gleichschaltungsmaßnahmen
6 Die Entwicklung in Marburg
6.1 Historischer Kontext
6.2 Das Kinoprogramm in Marburg im Vergleich zum ’Dritten Reich’
7 Fazit
7.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
7.2 Die Kinolandschaft in Marburg - Teil der Gleichschaltungspolitik?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Gleichschaltungspolitik des Kinoprogramms im Marburg während des ’Dritten Reichs’ und analysiert, inwieweit Parallelen oder Abweichungen zum gesamtdeutschen Kontext bestanden.
- Historische Einordnung der politischen und gesellschaftlichen Lage.
- Analyse der Strukturen des damaligen Kinoprogramms (Kulturfilm, Wochenschau, Hauptfilm).
- Untersuchung der nationalsozialistischen Eingriffe in die Filmindustrie.
- Vergleichende Studie der Marburger Kinolandschaft und ihrer Programmgestaltung.
Auszug aus dem Buch
3.1. Fundamentale Gleichschaltungsmaßnahmen
Um die gesellschaftliche und politische Struktur Deutschlands in die geplante Richtung zu rücken, begann der neugewählte Reichskanzler Adolf Hitler noch im Jahre 1933 mit der Einführung erster Veränderungen.
Es wurden zwei sogenannte Gleichschaltungsgesetze am 31.03.1933 und 07.04.1933 verabschiedet. Im ersten Gesetzentwurf wurde die Souveränität der einzelnen Länder beschnitten und in die Hände der Reichsregierung gelegt. Das zweite Gesetz installierte die sogenannten Reichsstatthalter, die für die Durchsetzung, der von Hitler vorgegebenen Politik, sorgten.
Der nächste Schritt wurde am 14.07.1933 durch die Verabschiedung des Gesetzes gegen die Neubildung von Parteien vollzogen. Dabei wurden alle Parteien neben der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei) verboten. Außerdem wurde der Reichsrat im Februar 1934 von seinen Aufgaben befreit. Es trat am 01.12.1933 das Gesetz zur Sicherung der Einheit von Staat und Partei in Kraft. Dieses Gesetz schuf eine unaufhebbare Verbundenheit zwischen der NSDAP und dem deutschen Staat.
Am 02.08.1934 starb der amtierende Reichspräsident Paul von Hindenburg. Noch am selben Tag wurde das Gesetz über das Staatsoberhaupt des deutschen Reiches verabschiedet. In diesem Gesetz wurde das Amt des Reichskanzlers mit dem Amt des Reichspräsidenten verschmolzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Definition des Programmbegriffs im medialen Kontext und Erläuterung der Fragestellung zur Gleichschaltungspolitik in Marburg.
2 Hinführung: Darstellung der historischen Rahmenbedingungen vom Ende des Ersten Weltkriegs über die Weimarer Republik bis zur nationalsozialistischen Machtergreifung.
3 Die Gleichschaltung: Analyse der grundlegenden politischen Maßnahmen zur Etablierung des nationalsozialistischen Führungsstaates und der Gründe für die Lenkung der Filmbranche.
4 Das Kinoprogramm: Detailbeschreibung der einzelnen Programmkomponenten Kulturfilm, Wochenschau und Hauptfilm sowie deren propagandistischer Nutzung.
5 Die Gleichschaltung des Kinos im ’Dritten Reich’: Untersuchung der institutionellen Kontrolle der Filmwirtschaft, der Filmkammer und der sukzessiven Verstaatlichung der Konzerne.
6 Die Entwicklung in Marburg: Fallstudie zur lokalen Situation in Marburg unter Berücksichtigung des historischen Kontextes und des Programmvergleichs.
7 Fazit: Zusammenfassung der Analyseergebnisse und Beantwortung der Frage nach der Gleichschaltung der Marburger Kinolandschaft.
Schlüsselwörter
Gleichschaltung, Nationalsozialismus, Kinoprogramm, Marburg, Filmwirtschaft, Ufa, Kulturfilm, Wochenschau, Propaganda, Zensur, Machtergreifung, Reichsfilmkammer, Filmkreditbank, Filmindustrie, Kinolandschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Gleichschaltungspolitik des Kinoprogramms im Marburg während der Zeit des ’Dritten Reichs’ und setzt diese in einen gesamtdeutschen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die politische Gleichschaltung Deutschlands, die Strukturierung des Kinoprogramms sowie die lokale Entwicklung in Marburg.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob und inwiefern in Marburg Parallelen oder Abweichungen zum gesamtdeutschen Kontext bei der Gleichschaltung des Kinoprogramms feststellbar waren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?
Die Arbeit nutzt eine kontextuelle Aufarbeitung und eine vergleichende Analyse von historischen Daten, Zeitungsberichten und gesetzlichen Regelungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die nationalsozialistische Filmpolitik, die verschiedenen Komponenten des Kinoprogramms sowie die institutionelle und personelle Gleichschaltung der Filmindustrie detailliert aufgearbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Gleichschaltung, Nationalsozialismus, Kinoprogramm, Propaganda, Filmwirtschaft und Filmzensur sind prägende Begriffe.
Wie war die Entwicklung der Marburger Kinos in der Schlussphase des Krieges?
Trotz der Kriegseinwirkungen blieben Kinos wie das Capitol und das Gloria bis kurz vor Ende des Krieges geöffnet, wobei das Programm zunehmend von propagandistischen Inhalten bestimmt wurde.
Welche Rolle spielte die lokale Lokalpresse für die Untersuchung?
Die 'Oberhessische Zeitung' diente als Primärquelle, um die Art der Kinowerbung und die Programmgestaltung in Marburg über den gesamten Untersuchungszeitraum zu rekonstruieren.
- Arbeit zitieren
- Oliver Wendt (Autor:in), 2015, Das Kinoprogramm in Marburg im Zeichen der Gleichschaltungspolitik des "Dritten Reichs", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/433496