Diese Projektarbeit befasst sich mit der Gruppe der nigerianischen Migranten/Migrantinnen in Österreich und nähert sich ihr mit der Forschungsfrage: Welche Faktoren erschweren die Integration von nigerianischen Migranten/Migrantinnen in den österreichischen Arbeitsmarkt und welche Maßnahmen können ihre Arbeitsmarktintegration in Österreich fördern?
Die Hypothese dieser Studie war: Diskriminierung und Ungleichstellung sind Faktoren, welche die Integration von nigerianischen Migranten/Migrantinnen in den österreichischen Arbeitsmarkt erschweren, weshalb Maßnahmen zur Förderung der Arbeitsmarktintegration von nigerianischen Migranten/Migrantinnen sowohl Diskriminierung als auch Ungleichstellung entgegenwirken müssen. Diese wurde mit Hilfe der Methodologie und der Methoden der Grounded Theory verifiziert.
Nach einem kurzen Überblick über die Bundesrepublik Nigeria sowie über die Nigerianische Diaspora in Österreich, erfolgt, in Kapitel 4, eine Übersicht über die Grounded Theory und die in dieser Arbeit verwendeten Methoden. Danach erläutert Kapitel 5 dieser Studie den Begriff der Integration sowie die Wechselwirkungen zwischen Integration, Inklusion und Diskriminierung. Darauf folgt in Kapitel 6 eine kurze Zusammenfassung über die Gesetzgebung zu Nichtdiskriminierung (Gleichbehandlungsgesetz) in Österreich sowie eine Abhandlung zum Begriff der Diskriminierung in Kapitel 7. Kapitel 8 und 9 widmen sich der Arbeitsmarktintegration von Migranten/Migrantinnen nigerianischer Herkunft in Österreich und identifizieren die Diskriminierung von nigerianischen Migranten/Migrantinnen „auf“ dem österreichischen Arbeitsmarkt sowie die Ungleichstellung von nigerianischen Migranten/Migrantinnen „vor“ dem österreichischen Arbeitsmarkt als Faktoren, welche die Integration von nigerianischen Migranten/Migrantinnen in den österreichischen Arbeitsmarkt erschweren.
Das österreichische Gleichbehandlungsgesetz alleine reicht nicht aus, um Chancengleichheit und Gleichstellung von nigerianischen Migranten/Migrantinnen in der Arbeitswelt sicherzustellen. Deshalb beschäftigen sich Kapitel 10 und 11 dieser Studie mit gezielten Gleichstellungs- und Fördermaßnahmen beziehungsweise mit positiven und spezifischen Maßnahmen als wichtiges Instrument auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit und tatsächlicher Gleichstellung von nigerianischen Migranten/Migrantinnen in der Arbeitswelt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. DIE BUNDESREPUBLIK NIGERIA
3. DIE NIGERIANISCHE DIASPORA IN ÖSTERREICH
4. DIE GROUNDED THEORY ALS METHODOLOGIE DER QUALITATIVEN SOZIALFORSCHUNG
4.1. VERWENDETE METHODOLOGIE UND METHODEN
5. DER BEGRIFF DER INTEGRATION UND DIE WECHSELWIRKUNGEN ZWISCHEN INTEGRATION, INKLUSION UND DISKRIMINIERUNG
6. GESETZGEBUNG ZUR NICHTDISKRIMINIERUNG IN ÖSTERREICH – DAS GLEICHBEHANDLUNGSGESETZ
7. DER BEGRIFF DER DISKRIMINIERUNG
7.1. Diskriminierungsformen, Diskriminierungsweisen und Diskriminierungsbereiche
7.2. Entstehung und Wirkung von Vorurteilen als Kernelement von Diskriminierung
7.3. Die Rolle der Medien bei der Entstehung von Vorurteilen
8. DIE DISKRIMINIERUNG VON NIGERIANISCHEN MIGRANTEN UND MIGRANTINNEN „AUF“ DEM ÖSTERREICHISCHEN ARBEITSMARKT
8.1. Diskriminierung „auf“ dem Arbeitsmarkt
8.2. Empirische Befunde zur Diskriminierung von nigerianischen Migranten/Migrantinnen „auf“ dem österreichischen Arbeitsmarkt
9. DIE UNGLEICHSTELLUNG VON NIGERIANISCHEN MIGRANTEN UND MIGRANTINNEN „VOR“ DEM ÖSTERREICHISCHEN ARBEITSMARKT
9.1. Ungleichstellung „vor“ dem Arbeitsmarkt
9.2. Die Ungleichstellung von nigerianischen Migranten/Migrantinnen „vor“ dem österreichischen Arbeitsmarkt aufgrund fehlender beruflicher Netzwerke am österreichischen Arbeitsmarkt sowie fehlender Kenntnisse über den österreichischen Arbeitsmarkt
9.3. Die Ungleichstellung von nigerianischen Migranten/Migrantinnen „vor“ dem österreichischen Arbeitsmarkt aufgrund von geringer Qualifizierung und Dequalifizierung
9.4. Die Ungleichstellung von nigerianischen Migranten/Migrantinnen „vor“ dem österreichischen Arbeitsmarkt aufgrund struktureller Zugangsschranken zum österreichischen Arbeitsmarkt und Bildungssystem
10. MÖGLICHE MASSNAHMEN ZUR FÖRDERUNG DER ARBEITSMARKTINTEGRATION VON NIGERIANISCHEN MIGRANTEN UND MIGRANTINNEN AUF EBENE DER INSTITUTIONEN
10.1. Positive und spezifische Maßnahmen
10.2. Förderung von Awareness-Kampagnen zum Abbau von Vorurteilen gegenüber Menschen mit schwarzer Hautfarbe
10.3. Förderung der Partizipation und Repräsentation von Migranten und Migrantinnen aus Nigeria in den österreichischen Medien
10.4. Zielgruppenorientierte Berufsausbildungsprogramme, welche der in Nigeria erworbenen Qualifikationen, Ausbildungen oder Berufserfahrung entsprechen
10.5. Förderung der Partizipation von qualifizierten nigerianischen Migranten/Migrantinnen am Programm „Mentoring für MigrantInnen“
10.6. Förderung des Unternehmertums von nigerianischen Migranten/Migrantinnen
10.6.1. Fünf Maßnahmen zur Förderung des Unternehmertums von nigerianischen Migranten und Migrantinnen in Österreich
10.7. Einführung von Deutschkursen mit berufsrelevanter Fachsprache
11. MÖGLICHE MASSNAHMEN ZUR FÖRDERUNG DER ARBEITSMARKTINTEGRATION VON NIGERIANISCHEN MIGRANTEN UND MIGRANTINNEN AUF EBENE DER UNTERNEHMEN
11.1. Empirische Befunde zum Thema „Vielfalt in Rekrutierungsprozessen“ in Österreich
11.1.2. „Diversity Management“ als Personalmanagement-Modell
11.2. Ausarbeitung einer betrieblichen Nichtdiskriminierungspolitik und Definition von Gleichstellungszielen in Bezug auf Bewerber nigerianischer Herkunft
11.3. Sensibilisierung und Nichtdiskriminierungs-Training von Schlüsselpersonen im Unternehmen
11.4. Anwerbungsinitiativen für nigerianische Migranten/Migrantinnen unter Berücksichtigung der in Nigeria erworbenen Berufserfahrung und Qualifikationen
11.5. Betriebspraktika zur Verbesserung der Berufserfahrung und Qualifizierung von nigerianischen Migranten und Migrantinnen
11.6. Teilfinanzierung von Deutschkursen mit berufsrelevanter Fachsprache
12. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Faktoren, welche die Arbeitsmarktintegration von nigerianischen Migrantinnen und Migranten in Österreich erschweren, und identifiziert Maßnahmen, um Diskriminierung und Ungleichstellung entgegenzuwirken. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche Faktoren erschweren die Integration dieser Gruppe und welche Maßnahmen können diese Integration in Österreich fördern?
- Analyse von Diskriminierungsformen und Vorurteilsstrukturen
- Untersuchung von Barrieren auf dem österreichischen Arbeitsmarkt
- Identifikation von institutionellen und betrieblichen Fördermaßnahmen
- Bedeutung von Qualifikationsanerkennung und Netzwerkbildung
Auszug aus dem Buch
4. DIE GROUNDED THEORY ALS METHODOLOGIE DER QUALITATIVEN SOZIALFORSCHUNG
Die Grounded Theory ist eine Methode der qualitativ-interpretativen Sozialforschung (Schmidt et al., 2015). Das Ziel der Grounded-Theory-Methodologie ist die Entwicklung einer in den Daten gegründeten beziehungsweise verankerten (grounded) Theorie mittlerer Reichweite (Schmidt et al., 2015: Glaser und Straus, 2005; Mey & Mruck, 2010). Die Methodologie der Grounded Theory ist charakterisiert durch einen ständigen Wechsel von Datenerhebung, Datenanalyse und Theoriebildung (Mey & Mruck, 2010). Konkret bedeutet dies, dass der Forschende sich nach Auswertung der ersten Daten wieder ins Feld begibt, um weitere Daten zu erheben und diese dann auszuwerten usw. (iterativ-zyklisches Prozessmodell) (Schmidt et al., 2015: Glaser und Strauss 2005). In einem abwechselnden und sich wiederholenden Prozess der Datenerhebung und -analyse werden sukzessive Kategorien gebildet und miteinander in Beziehung gesetzt und so letztlich zu einer Theorie verdichtet (Theoretische Sättigung) (Mey & Mruck, 2010; Schmidt et al., 2015). Wichtig im Umgang mit Daten ist Theoretische Sensibilität, also die Fähigkeit des Forschers das Wichtige vom Unwichtigen zu trennen und in der Auseinandersetzung mit den Daten Konzepte und Theorien zu entwickeln (Roessler & Gaiswinkler, 2006). Die Bedeutung von Daten ist nicht offenbar, da sie eine Tiefendimension haben, es also die Bedeutung von Daten erst zu ermitteln und zu interpretieren gilt (Schmidt et al., 2015). Die wesentlichen Elemente und Methoden der Grounded Theory sind das Kodieren (Konzeptualisieren und Kategorisieren), das permanente Vergleichen, das Theoretische Sampling (theoriegeleitete Stichprobenauswahl) und das Schreiben von Memos (Mey & Mruck, 2010; Schmidt et al., 2015). Die Grounded Theory erlaubt die Nutzung multipler Datenformen und -quellen, die Gegenstand einer Datensammlung sein können, welche jedoch als Text in transkribierter Form vorliegen müssen, sodass sie mittels Kodierens auswertbar sind (Schmidt et al., 2015).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung skizziert die Problematik von Armut, Umweltzerstörung und Konflikten in Nigeria als Fluchtursachen und führt in die spezifische Herausforderung der Integration nigerianischer Migranten in Österreich ein.
2. DIE BUNDESREPUBLIK NIGERIA: Dieses Kapitel beschreibt die sozioökonomische Lage, ethnische Vielfalt sowie politische Herausforderungen Nigerias, inklusive der Auswirkungen von Erdölförderung und Konflikten.
3. DIE NIGERIANISCHE DIASPORA IN ÖSTERREICH: Es wird die demografische Struktur, die Einwanderungsgeschichte und die Bedeutung der nigerianischen Diaspora in Österreich sowie deren Organisationen beleuchtet.
4. DIE GROUNDED THEORY ALS METHODOLOGIE DER QUALITATIVEN SOZIALFORSCHUNG: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen und die methodischen Schritte der Grounded Theory, inklusive Kodierverfahren und theoretischem Sampling.
5. DER BEGRIFF DER INTEGRATION UND DIE WECHSELWIRKUNGEN ZWISCHEN INTEGRATION, INKLUSION UND DISKRIMINIERUNG: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe der Migrationsforschung und diskutiert die theoretischen Konzepte von Integration, Exklusion und Inklusion.
6. GESETZGEBUNG ZUR NICHTDISKRIMINIERUNG IN ÖSTERREICH – DAS GLEICHBEHANDLUNGSGESETZ: Hier werden die rechtlichen Rahmenbedingungen in Österreich zur Bekämpfung von Diskriminierung und das Gleichbehandlungsgesetz dargestellt.
7. DER BEGRIFF DER DISKRIMINIERUNG: Dieses Kapitel analysiert Diskriminierungsformen, die Rolle von Vorurteilen sowie den Einfluss medialer Berichterstattung auf die Wahrnehmung von Minderheiten.
8. DIE DISKRIMINIERUNG VON NIGERIANISCHEN MIGRANTEN UND MIGRANTINNEN „AUF“ DEM ÖSTERREICHISCHEN ARBEITSMARKT: Es werden empirische Befunde zu Anstellungsdiskriminierung und die Hürden für Schwarze Menschen auf dem österreichischen Arbeitsmarkt präsentiert.
9. DIE UNGLEICHSTELLUNG VON NIGERIANISCHEN MIGRANTEN UND MIGRANTINNEN „VOR“ DEM ÖSTERREICHISCHEN ARBEITSMARKT: Dieses Kapitel thematisiert strukturelle Hindernisse wie fehlende Netzwerke, Dequalifizierung und Zugangsschranken zum Bildungssystem.
10. MÖGLICHE MASSNAHMEN ZUR FÖRDERUNG DER ARBEITSMARKTINTEGRATION VON NIGERIANISCHEN MIGRANTEN UND MIGRANTINNEN AUF EBENE DER INSTITUTIONEN: Hier werden konkrete Maßnahmen vorgestellt, darunter Mentoring-Programme, Awareness-Kampagnen und Unterstützungsangebote für Unternehmertum.
11. MÖGLICHE MASSNAHMEN ZUR FÖRDERUNG DER ARBEITSMARKTINTEGRATION VON NIGERIANISCHEN MIGRANTEN UND MIGRANTINNEN AUF EBENE DER UNTERNEHMEN: Das Kapitel befasst sich mit Diversity Management, betrieblichen Nichtdiskriminierungsstrategien und der Rolle von Praktika in Unternehmen.
12. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes zur Förderung von Chancengleichheit und gesellschaftlicher Teilhabe.
Schlüsselwörter
Arbeitsmarktintegration, Nigerianische Diaspora, Österreich, Grounded Theory, Diskriminierung, Ungleichstellung, Inklusion, Diversity Management, Qualifikationsanerkennung, Mentoring, Vorurteile, Strukturbarrieren, Fachsprache, Arbeitsrecht, Migration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Barrieren und Integrationsherausforderungen, denen nigerianische Migrantinnen und Migranten auf dem österreichischen Arbeitsmarkt gegenüberstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind Diskriminierungsmechanismen, strukturelle Ungleichheiten im Arbeitsmarkt und Bildungssystem sowie konkrete Lösungsansätze auf institutioneller und betrieblicher Ebene.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Ziel ist es, Faktoren der Benachteiligung zu identifizieren und positive Maßnahmen zu formulieren, die eine effektive Arbeitsmarktintegration und tatsächliche Chancengleichheit ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?
Die Autorin verwendete die Grounded Theory als qualitativ-interpretative Methodologie, basierend auf Literaturanalyse und leitfadengestützten Interviews.
Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse von Diskriminierung vor und während des Arbeitsprozesses sowie die detaillierte Vorstellung von Fördermaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Arbeitsmarktintegration, Diskriminierung, Diversity Management, nigerianische Diaspora, Dequalifizierung und institutionelle Fördermaßnahmen.
Warum ist die Anerkennung nigerianischer Qualifikationen ein so kritisches Thema?
Die Studie zeigt auf, dass die Nichtanerkennung von im Ausland erworbenen Ausbildungen oft zu Dequalifizierung führt, wodurch Migranten unter ihrem eigentlichen Qualifikationsniveau arbeiten müssen.
Welche Rolle spielt die Diaspora-Organisation NANCA?
NANCA fungiert als wichtige Interessenvertretung, die versucht, die Verbindung zwischen nigerianischen Migranten und österreichischen Institutionen zu stärken und beim Abbau von Integrationshürden zu vermitteln.
Inwiefern beeinflussen Medien die Integration?
Die Arbeit verdeutlicht, dass negative Stereotype in Medien und Diskursen Vorurteile verfestigen, was die soziale Akzeptanz und damit auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt negativ beeinflusst.
Was beinhaltet der „Aktionsplan Unternehmertum 2020“ im Kontext dieser Arbeit?
Der Plan dient als Grundlage für Empfehlungen, wie man Migranten bei der Unternehmensgründung durch Beratung, Coaching und Zugang zu Finanzierung besser unterstützen kann.
- Arbeit zitieren
- Nicola Maier (Autor:in), 2017, Mögliche Maßnahmen zur Förderung der Arbeitsmarktintegration von Nigerianischen Migranten und Migrantinnen in Österreich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/430824