In moderneren Definitionen wird Arbeit mit Berufstätigkeit gleichgesetzt. Erwerbsarbeit stellt also eine Notwendigkeit da, um ein Leben in Wohlstand und Zufriedenheit zu führen. Doch was passiert, wenn der Mensch keine Arbeit hat, durch die er sich definieren und seinen sozialen Status manifestieren kann?
In dieser Arbeit soll der Stand der Forschung zu der Thematik der Korrelation zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit aufgegriffen und durch einige aussagekräftige Studien dargestellt werden. Dazu wird in Bezug auf die Daten der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Bevölkerungswissenschaften im Jahr 2016 herausgearbeitet, inwiefern sich der Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit in Deutschland vorläufig bestätigen oder widerlegen lässt.
Es wird aufgezeigt, was man unter relativer Armut und deren Armutsgrenze in Deutschland versteht sowie werden Definitionen für Erwerbsarbeit und Langzeitarbeitslosigkeit vorgestellt. Im Anschluss daran wird die Diagnostik erklärt und die darauf-folgenden Ergebnisse ausführlich vorgestellt. Das Fazit fasst die wichtigsten Aussagen zusammen und gibt Aufschluss darüber, inwiefern die zu Beginn aufgestellte Forschungsfrage beantwortet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Bezugsrahmen und Hypothesen
2.1 Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Deutschland seit 1970
2.2 Hypothesen und Theorien
3 Begriffserklärungen und aktueller Forschungsstand
3.1 Definitionen der wichtigen Begriffe
3.2 Aktueller Forschungsstand zum Thema Arbeitslosigkeit und Gesundheit
4 Daten, Methoden und Operationalisierung
4.1 Variablenbeschreibung
4.2 Transformation der Variablen
4.3 Auswertungsmethode und -vorgehen
5 Diagnostik
5.1 Linearität der Logits
5.2 Überprüfung auf Ausreißer
5.3 Testen auf (Multi-)kollinearität
6 Durchführung der Datenerhebung und Ergebnisse
6.1 Zusammenhang zwischen dem Gesundheitszustand und der Arbeitslosigkeit der Befragten
6.2 Lineares Wahrscheinlichkeitsmodell
6.3 Logistisches Regressionsmodell
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und dem subjektiven Gesundheitszustand von Individuen. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu belegen, inwieweit Arbeitslosigkeit als Kausalfaktor für gesundheitliche Beeinträchtigungen fungiert und welche sozioökonomischen Faktoren, wie das Einkommen oder der Familienstand, diesen Prozess moderieren.
- Analyse der Kausal- und Selektionsthese bei Arbeitslosigkeit.
- Empirische Untersuchung mittels Daten der ALLBUS-Erhebung 2016.
- Anwendung logistischer Regressionsmodelle zur statistischen Auswertung.
- Einfluss von Kontrollvariablen wie Geschlecht, Alter und relativer Armut auf die Gesundheit.
Auszug aus dem Buch
3.2 Aktueller Forschungsstand zum Thema Arbeitslosigkeit und Gesundheit
Zu Beginn soll eine Analyse vorgestellt werden, die international den Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und psychologischem Stress untersucht. Das bereits 1988 veröffentlichte Buch dazu schließt bewusst einige Untersuchungsarten, beispielsweise Datenerhebungen mittels Fallstudien und explorative beziehungsweise deskriptive Studien aufgrund fehlender Interpretations- und Verallgemeinerungsproblemen aus. Die in der Analyse beinhalteten Evaluationen repräsentieren Fälle aus neun verschiedenen Ländern, einige tausend arbeitslose Personen, vor allem frühzeitige Schulabgänger, Arbeiter und Angestellte und junge Menschen. Die meisten der herangezogenen Studien wurden zu Beginn der 1980er Jahre durchgeführt, da dies die Zeit war, in der Arbeitslosigkeit begann ein international verbreitetes Phänomen zu werden. Es wurden folgende drei Kategorien aufgestellt und gesondert untersucht: Erwachsene, junge Erwachsene und Angestellte. Somit konnten differenzierte Aussagen über die unterschiedlichen Personengruppen getroffen werden. Außerdem wurden Indikatoren aufgestellt (Geschlecht, Alter, Arbeiterklasse, Dauer der Arbeitslosigkeit, Finanzen, psychologische Verfassung, soziale Unterstützung) anhand derer operationalisiert wurde, wie groß/klein der Einfluss von Arbeitslosigkeit auf die Gesundheit ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Arbeit für die Identität ein und skizziert die Kausal- sowie Selektionsthese im Kontext von Arbeitslosigkeit und Gesundheit.
2 Theoretischer Bezugsrahmen und Hypothesen: Dieses Kapitel behandelt die Entwicklung der Arbeitslosigkeit seit 1970 und theoretische Konzepte wie die Deprivationstheorie von Jahoda und das Vitamin-Modell von Warr.
3 Begriffserklärungen und aktueller Forschungsstand: Hier werden zentrale Begriffe wie Arbeitslosigkeit und relative Armut definiert sowie bisherige nationale und internationale Studienergebnisse zur gesundheitlichen Belastung Arbeitsloser zusammengefasst.
4 Daten, Methoden und Operationalisierung: Dieses Kapitel beschreibt die Datenbasis des ALLBUS 2016, die Variablenwahl und die statistische Transformation der Daten für die anschließende Modellierung.
5 Diagnostik: In diesem Teil werden statistische Voraussetzungen geprüft, insbesondere die Linearität der Logits, die Identifikation von Ausreißern und die Prüfung auf Multikollinearität der Prädikatoren.
6 Durchführung der Datenerhebung und Ergebnisse: Das Hauptkapitel präsentiert die empirischen Ergebnisse mittels Korrelationsanalyse und logistischer Regression, wobei der Einfluss der Arbeitslosigkeit auf den Gesundheitszustand unter Kontrolle weiterer Variablen untersucht wird.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt den postulierten Zusammenhang und diskutiert politische Interventionsmöglichkeiten zur Gesundheitsförderung bei Arbeitslosen.
Schlüsselwörter
Arbeitslosigkeit, Gesundheit, logistische Regression, ALLBUS, Kausalisationsthese, Selektionsthese, Deprivationstheorie, relative Armut, Gesundheitszustand, Langzeitarbeitslosigkeit, statistische Analyse, Soziologie, psychische Belastung, Sozialwissenschaften, Arbeitsmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit analysiert den quantitativen Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und dem subjektiven Gesundheitszustand der betroffenen Personen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Thematisiert werden insbesondere die psychologischen Folgen von Erwerbslosigkeit, die Auswirkungen auf die soziale Identität sowie ökonomische Einflussfaktoren auf das Wohlbefinden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die statistische Überprüfung, ob Arbeitslosigkeit tatsächlich als Ursache für eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes identifiziert werden kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden Daten der Allgemeinen Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften (ALLBUS) 2016 genutzt und mittels logistischer Regression sowie statistischer Diagnostikverfahren ausgewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Hypothesen, die Beschreibung der Operationalisierung von Variablen sowie die Durchführung und Interpretation der Regressionsanalysen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Arbeitslosigkeit, Gesundheit, logistische Regression, Kausalisationsthese und relative Armut.
Wie wirkt sich laut der Analyse Arbeitslosigkeit auf die Gesundheit aus?
Die Analyse zeigt, dass arbeitslose Personen ein subjektiv negativeres gesundheitliches Wohlbefinden aufweisen und die Chance, den Gesundheitszustand als schlecht zu bewerten, bei Arbeitslosen signifikant höher ist.
Welchen Einfluss hat der Familienstand auf das Ergebnis?
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass geschiedene Personen, die arbeitslos sind, ihren Gesundheitszustand deutlich negativer bewerten als Arbeitslose ohne Scheidungserfahrung.
- Arbeit zitieren
- Anna Butzbacher (Autor:in), Regina Becker (Autor:in), 2018, Eine quantitative Analyse des potenziellen Zusammenhangs von Gesundheit und Arbeitslosigkeit, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/430814