„Arbeiterfrauen in der Kriegsgesellschaft“ Beruf, Familie und Politik im Ersten Weltkrieg ist die 1989 veröffentlichte Dissertation von Ute Daniel.
Sie wurde 1997 unter dem Titel „The War from within“ in leicht überarbeiteter Form und von Margret Ries ins Englische übersetzt bei New York University Press von Jay Winter neu herausgegeben.
Ute Daniel untersucht in ihrer Dissertation die Situation von Arbeiterfrauen im Ersten Weltkrieg.
Gliederung
Einleitung
Die Autorin und Einordnung ihres Werks
Inhalt des Buches
Einleitung
1. Kapitel Krieg als Ereignis
2. Kapitel Frauenlohnarbeit im Ersten Weltkrieg
3. Kapitel Familie im Ersten Weltkrieg
4. Kapitel Der Kampf um die Sinnstiftung des Krieges
5. Kapitel Zusammenfassung und Schlussbemerkungen
Rezensionen
Eigene Beurteilung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit verfolgt das Ziel, erfahrungsgeschichtliche und strukturgeschichtliche Ansätze miteinander zu verknüpfen, um die Lebens- und Arbeitsverhältnisse von Arbeiterfrauen während des Ersten Weltkriegs zu analysieren und die These der „emanzipatorischen Wirkung“ des Krieges auf eine wissenschaftlich fundierte Basis zu stellen.
- Analyse der quantitativen Entwicklung der Frauenlohnarbeit zwischen 1914 und 1918.
- Untersuchung der staatlichen Arbeitsmarktpolitik und ihrer Auswirkungen auf die Mobilisierung von Frauen.
- Darstellung der Veränderungen in den Familienstrukturen, Reproduktionsbedingungen und Konsummustern während der Kriegszeit.
- Erforschung der Sinnstiftungsprozesse des Krieges durch staatliche Propaganda und informelle Kommunikation in der Bevölkerung.
- Kritische Reflexion des Begriffs der Frauenemanzipation vor dem Hintergrund der Kriegsgesellschaft.
Auszug aus dem Buch
1. Kapitel: Krieg als Ereignis
Im ersten Kapitel „Krieg als Ereignis“ führt Ute Daniel in das Thema Erster Weltkrieg ein und gibt einen kurzen Abriss, was sich für Männer und Frauen geschlechtsspezifisch, und damit auch an geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung durch den Kriegsbeginn änderte und formuliert bewusst überspitzt: „Mann“ wird identisch mit „Soldat“, „Frau“ wird identisch mit „was der Soldat verteidigt“ und „wer den Soldaten pflegt“ sowie „wer die Angehörigen des Soldaten versorgt“ und im weiteren Kriegsverlauf: „wer dem Soldaten die Munition liefert“.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Ute Daniel legt die theoretische und methodische Grundlage ihrer Untersuchung dar, indem sie das Ziel beschreibt, Erfahrungs- und Strukturgeschichte für die Frauenforschung fruchtbar zu machen.
1. Kapitel Krieg als Ereignis: Das Kapitel skizziert die durch den Kriegsausbruch forcierte geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und die Identitätskonstruktion von Mann als Soldat und Frau als dessen Versorgerin.
2. Kapitel Frauenlohnarbeit im Ersten Weltkrieg: Die Autorin analysiert die quantitative Entwicklung der weiblichen Erwerbstätigkeit und kommt zu dem Schluss, dass der Krieg entgegen verbreiteter Annahmen keine signifikante dauerhafte Ausweitung der Frauenarbeit bewirkte.
3. Kapitel Familie im Ersten Weltkrieg: Hier werden die demographischen und sozialen Auswirkungen des Krieges auf die Arbeiterfamilien behandelt, insbesondere die Reproduktionsprobleme und die individuellen Überlebensstrategien der Frauen.
4. Kapitel Der Kampf um die Sinnstiftung des Krieges: Dieser Teil untersucht, wie der Staat versuchte, die Bevölkerung bei Kriegslaune zu halten, und wie sich zunehmend eine kritische Haltung gegenüber dem kriegsführenden System bildete.
5. Kapitel Zusammenfassung und Schlussbemerkungen: Die Autorin zieht Bilanz, definiert den Emanzipationsbegriff in Bezug auf die damaligen Verhältnisse und hinterfragt die nachhaltige Wirkung der kriegsbedingten Veränderungen auf die Situation der Frauen.
Schlüsselwörter
Erster Weltkrieg, Arbeiterfrauen, Frauenlohnarbeit, Sozialgeschichte, Emanzipation, Kriegsgesellschaft, Arbeitsmarktpolitik, Familie, Reproduktion, Sinnstiftung, Geschlechtergeschichte, Bielefelder Schule, Alltagswissen, Rüstungsproduktion, Frauenerwerbstätigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist eine historische Dissertation von Ute Daniel, die untersucht, wie sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Arbeiterfrauen während des Ersten Weltkriegs in Deutschland darstellten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Bereiche Beruf (Frauenlohnarbeit), Familie (Reproduktion und Alltag) sowie die politisch-institutionelle Sinnstiftung des Krieges.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Hauptziel ist es, die gängige These zu überprüfen, der Erste Weltkrieg habe „emanzipatorisch“ auf die Situation der Frau in der deutschen Gesellschaft gewirkt, und diese Diskussion auf eine solide sozialhistorische Basis zu stellen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Ute Daniel nutzt einen sozialhistorischen Ansatz, der die phänomenologische Soziologie (Alfred Schütz) mit der marxistischen Gesellschaftswissenschaft (Georg Lukács) verbindet, um Struktur- und Erfahrungsgeschichte zu vereinen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Frauenlohnarbeit, die demographischen und sozialen Wandlungen innerhalb der Arbeiterfamilien sowie die staatlichen Versuche der Propaganda und Sinnstiftung gegenüber der Bevölkerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Erster Weltkrieg, Arbeiterfrauen, Emanzipation, Geschlechtergeschichte, Sozialgeschichte und Kriegsgesellschaft.
Was versteht Ute Daniel unter „Emanzipation auf Leihbasis“?
Damit beschreibt die Autorin, dass die durch den Krieg kurzzeitig veränderten Arbeitsplatzzuweisungen und die Einbindung von Frauen in national wichtige Bereiche nur temporär waren und die geschlechtsspezifische Struktur nach dem Krieg schnell wiederhergestellt wurde.
Warum wird die Einleitung der Arbeit im Rezensionsteil kritisiert?
Die Rezensentin kritisiert den sehr fachspezifischen, wissenschaftlichen Stil der Einleitung, der den Zugang für ein breiteres, frauenpolitisch interessiertes Publikum erschweren könnte.
Welche Rolle spielte die informelle Kommunikation laut der Autorin?
Informelle Kommunikation wie Gerüchte dienten in der Kriegsgesellschaft als Gegenpol zur staatlichen Propaganda und trugen zur Entfremdung der Bevölkerung vom kriegsführenden System bei.
- Quote paper
- Ulrike Breth (Author), 2004, Zu: Ute Daniel - Arbeiterfrauen in der Kriegsgesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/43076