Das Ziel dieser Untersuchung besteht darin, einen Beitrag zur Entwicklung des Lernangebots des Sachunterrichts an außerschulischen Lernorten zu leisten sowie dieses in der Form einer Lernstation, wie es im Sommersemester 2017 in der pädagogischen Werkstatt der Universität Potsdam zur Anwendung kam, zu evaluieren. Ein weiteres Ziel ist die Lösung des Problems der Einheit von Konstruktion und Instruktion beziehungsweise der Passung von Selbsttätigkeit und Führung, eigenreguliertes Lernen fördernder pädagogischer Stützung. Die Untersuchung erfolgt unter Berücksichtigung der einzelnen Kompetenzniveaus nach Vygotskij sowie der Theorie zum Handelnden Lernen und dem Conceptual Change. Weiterhin sollen Erkenntnisse und Annahmen aus dem Bereich der Umwelterziehung berücksichtigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Ziel und Aufgabe der Untersuchung
2. Der Untersuchungsgegenstand Lernstation Papierrecycling
3. Fragestellung der Untersuchung
4. Theorie
4.1 Handelndes Lernen
4.2 Gemäßigter Konstruktivismus und radikaler Konstruktivismus
4.3 Conceptual Change
4.4 Niveaustufen der Entwicklung und Verbalismus
4.5 Versuch vs. Experiment
4.6 Umwelterziehung und Umweltbewusstsein
5. Arbeitshypothesen
5.1 Hypothese zum Lernhandeln
5.2 Hypothese zum Lehrhandeln
6. Methoden
7. Auswertung der Ergebnisse
7.1 Auswertungen der Beobachtungen
7.2 Auswertung der Tests
7.3 Auswertung der Interviews
7.4 Interpretation der Ergebnisse
7.5 Hypothesenüberprüfung
8. Fazit und Schlussfolgerungen für das Forschungsprojekt
Zielsetzung & Themen der Untersuchung
Die Untersuchung verfolgt das Ziel, die kindlichen Lernprozesse an der Lernstation „Papierrecycling“ in einer pädagogischen Werkstatt zu evaluieren und die Passung von selbstständigem Handeln und pädagogischer Anleitung zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Lernhilfen und instruktive Unterstützung die Wissensentwicklung im Sachunterricht unter Berücksichtigung konstruktivistischer Theorien und des „Conceptual Change“ beeinflussen.
- Analyse der Wirksamkeit von Lernstationen im Sachunterricht
- Untersuchung des Verhältnisses von Selbsttätigkeit und instruktiver Führung
- Evaluation der Begriffsbildungsprozesse bei Kindern der Jahrgangsstufen 3 und 4
- Erforschung der Rolle von „Handelndem Lernen“ in der Umwelterziehung
- Abgrenzung von Versuch und Experiment im schulischen Kontext
Auszug aus dem Buch
4.1 Handelndes Lernen
Zu Beginn des Kapitels soll einführend herausgestellt werden, wie Kinder lernen. Dieser kurze Exkurs legt dar, welche Bedeutung Handelndes Lernen für die Wissensentwicklung der Schülerinnen und Schüler hat. Unter gewöhnlichen Umständen wollen Kinder sich bewegen, sielen, entdecken und forschen. „Kinder sind neugierig, wissensdurstig, mitteilsam und kontaktfreudig, vertrauensvoll, umwelterfassend, aufnahmefähig und nachahmend, lernbegierig, unbefangen, egoistisch und in positiven Sinne eigenwillig“ (Thiesen/Stamer-Brand, 2012, S.16). Im Alter bis zu acht Jahren lernt das Kind die meisten und unterschiedlichsten Dinge. Besonders in dieser Zeit, aber auch darüber hinaus, bedeutet Lernen Ko-Konstruktion. Dabei liegt die Interaktion mit anderen Menschen, besonders mit anderen Kindern im Vordergrund. Der Erwachsene oder die Lehrkraft soll nicht die Funktion des „Alleswisser“ ausfüllen, sondern hat die Aufgabe eine Lernumgebung vorzubereiten, Fragen zu stellen und Impulse zu geben. Lernen geschieht bei Kindern durch die aktive Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt und den Menschen und Dingen, die sich in ihr befinden.
Somit haben Kinder die Möglichkeit „zu Konstrukteuren ihrer eigenen Bildung [zu] werden“ (Thiesen und Stamer-Brandt 2012, S. 16). Selbstständiges Entdecken und Erforschen sowie Chancen auf das Experimentieren steigern die Lernfreude bei Kindern, dem folgen ein eigenständiges Suchen nach Aufgaben und Problemen, an denen die Lösungen ausprobiert werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Ziel und Aufgabe der Untersuchung: Definiert das Forschungsinteresse an der Evaluierung eines Lernangebots an einem außerschulischen Lernort unter Berücksichtigung pädagogischer Stützung.
2. Der Untersuchungsgegenstand Lernstation Papierrecycling: Beschreibt detailliert den räumlichen und materiellen Aufbau der Lernstation sowie die geplanten Arbeitsschritte für die Schüler.
3. Fragestellung der Untersuchung: Formuliert drei zentrale Leitfragen zur Rolle von Handlungshilfen und der Niveaustufen der kindlichen Begriffsbildung.
4. Theorie: Legt das theoretische Fundament zu Handelndem Lernen, Konstruktivismus, Conceptual Change und Umwelterziehung.
5. Arbeitshypothesen: Stellt Hypothesen zum Lern- und Lehrhandeln auf, die auf konstruktivistischen Auffassungen basieren.
6. Methoden: Erläutert die Datenerhebung durch Beobachtungsbögen, Wissenstests (Pre- und Posttest) sowie strukturierte Interviews.
7. Auswertung der Ergebnisse: Präsentiert die empirische Analyse der Beobachtungsdaten, Testergebnisse und Interviewaussagen.
8. Fazit und Schlussfolgerungen für das Forschungsprojekt: Zieht Bilanz über die Planung und Durchführung und gibt Empfehlungen für eine zukünftige Optimierung der Lernumgebung.
Schlüsselwörter
Sachunterricht, Papierrecycling, Handelndes Lernen, Konstruktivismus, Conceptual Change, Umwelterziehung, Umweltbewusstsein, Lernstation, Begriffsbildung, Instruktion, Selbsttätigkeit, Grundschule, pädagogische Stützung, Explorieren, Methoden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Forschungsbericht?
Der Bericht analysiert die Wirksamkeit einer Lernstation zum Thema Papierrecycling im Sachunterricht und evaluiert, wie Kinder in dieser Lernumgebung eigenständig agieren und durch pädagogische Anleitung unterstützt werden.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Zentrale Felder sind das „Handelnde Lernen“, die konstruktivistische Lernauffassung, die Entwicklung von Begriffen bei Grundschulkindern sowie die Ziele der Umwelterziehung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Evaluierung des Lernangebots und die Klärung, wie die Passung zwischen selbstständiger Tätigkeit des Kindes und notwendiger instruktiver Führung durch die Lehrkraft gelingen kann.
Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?
Die Untersuchung nutzt die Kombination aus unmittelbarer Beobachtung, Wissenstests vor und nach dem Lernprozess sowie strukturierte Interviews zur Ermittlung von Motivation und Verständnis.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden Theorieteil, die Arbeitshypothesen, die methodische Vorgehensweise sowie die detaillierte Auswertung und Interpretation der erhobenen Daten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Charakteristische Begriffe sind Sachunterricht, Papierrecycling, Konstruktivismus, Conceptual Change und die Lernstrategie der pädagogischen Stützung.
Warum spielt die Unterscheidung von Versuch und Experiment eine Rolle?
Die Arbeit differenziert diese Begriffe, um festzustellen, ob das explorative Vorgehen der Kinder an der Station als wissenschaftliches Experiment oder als „Versuch und Irrtum“-basierter Lernprozess einzuordnen ist.
Was besagt die Schlussfolgerung zur Nutzung der „Forscherhefte“?
Es zeigte sich, dass die Kinder die Forscherhefte als Orientierungshilfe kaum nutzten, sondern stattdessen stark auf die direkte, kleinschrittige Instruktion durch die betreuenden Studierenden angewiesen waren.
- Arbeit zitieren
- Sandra Koplin (Autor:in), 2018, Eine Untersuchung zum gemäßigten Konstruktivismus und zum Handelnden Lernen. Welchen Beitrag leistet Papierschöpfen im Sachunterricht?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/430202