Für Adolf Hitler war eine Sache von besonderer Bedeutung für die Repräsentation seines Plans eines 1000-jährigen Reichs: imposante, monumentale Bauten. Um Gedanken wie den eines Berlins als Welthauptstadt Germania in die Tat umzusetzen, brauchte es vor allem einen fähigen Architekten. Diesen fand Hitler in Albert Speer, welcher sich nicht nur als fachlich geeignet erwies, sondern auch glühender Anhänger der nationalsozialistischen Bewegung war.
Diese Arbeit soll die ideologische Aufladung von nationalsozialistischem Design untersuchen. Jedoch wird sie dabei nicht das gesamte neu gestaltete Berlin erfassen, womit man mehrere hundert Seiten füllen könnte und müsste, sondern explizit auf Hitlers Arbeitszimmer in der Neuen Reichskanzlei eingehen. Aufgrund der Bedeutung als Herz der Reichskanzlei und damit auch Nabel von Hitlers nationalsozialistischer Welt steht das Design hier besonders exemplarisch für die darin verbaute Ideologie und bietet interessante Einblicke in jene.
Im ersten Abschnitt der Arbeit erfolgt zunächst eine genauere Beschreibung der Person Albert Speers und dessen Verhältnis zu Hitler sowie des Designs in der Neuen Reichskanzlei. Die darauffolgende Interpretation soll dieses im Hinblick auf die NS-Ideologie erörtern und dabei die Auswirkungen der Rassenideologie berücksichtigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Beschreibung: Hitlers Arbeitszimmer in der Neuen Reichskanzlei
2.1 Der Architekt und Innenausstatter Albert Speer und sein Verhältnis zu Hitler
2.2 Beschreibung des Designs von Hitlers Arbeitszimmers in der Neuen Reichskanzlei
3. Interpretation: Erörterung des Designs von Hitlers Arbeitszimmers in der Neuen Reichskanzlei im Hinblick auf die nationalsozialistische Ideologie und Kulturpolitik
3.1 Grundlagen der Rassenideologie des Nationalsozialismus in Deutschland
3.1.1 ‚Gobineau’s Rassenphilosophie‘ von Paul Kleineke
3.1.2 Die Schriften Darwins und Chamberlains
3.1.3 Weitere Ursprünge und Reflexe der Rassenideologie
3.2 Auswirkungen der Rassenideologie auf die Kulturpolitik und Kunstproduktion zur Zeit des Nationalsozialismus
3.3 Einfluss der NS-Ideologie auf das Design von Hitlers Arbeitszimmer
3.4 Das Hoheitszeichen und andere Symbole des Nationalsozialismus
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
6. Abbildungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die ideologische Aufladung des Designs von Hitlers Arbeitszimmer in der Neuen Reichskanzlei. Ziel ist es, die Verbindung zwischen der nationalsozialistischen Rassenideologie und der architektonischen sowie innenarchitektonischen Gestaltung dieses Raumes aufzuzeigen und zu interpretieren.
- Analyse der Person Albert Speer und seines Verhältnisses zu Hitler
- Detaillierte Beschreibung der Ausstattung von Hitlers Arbeitszimmer
- Untersuchung der rassenideologischen Grundlagen des Nationalsozialismus (u.a. Gobineau, Darwin, Chamberlain)
- Einfluss der NS-Ideologie auf die Kulturpolitik und Kunstproduktion
- Bedeutung der Ikonographie und politischer Symbole (z.B. Hoheitsadler, Hakenkreuz)
Auszug aus dem Buch
2.2 Beschreibung des Designs von Hitlers Arbeitszimmers in der Neuen Reichskanzlei
Die Neue Reichskanzlei in Berlin erstreckte sich über die Voßstraße 2-19 und die Hermann-Göring-Straße 15. In der ersten Bauphase wurde ein Garagengebäude entlang der Hermann-Göring-Straße errichtet. Ab April 1937 begannen die ersten Häuser-Abrisse in der Voßstraße und bereits im Januar 1939 waren die Baumaßnahmen weitestgehend abgeschlossen. Der Bau galt als nahezu vollendet, wurde aber im Krieg zerstört und danach abgebrochen.
Das Arbeitszimmer befand sich im ersten Obergeschoss beziehungsweise Hauptgeschoss der Neuen Reichskanzlei in Berlin und bildete mit einer Länge von 27 Metern, einer Breite von 14,5 Metern und einer Höhe von 9,75 Metern einen sehr großen, rechteckigen Raum, welcher durch die Mitteltür in der Großen Galerie betreten werden konnte. Auf der gegenüberliegenden Seite öffnete sich der Raum mit fünf Fenstertüren von je 6 Metern Höhe und 2 Metern Breite zur Gartenterrasse hin. Diese fünf gleichgroßen Felder wurden auf der gegenüberliegenden Seite in Form von ebenso gleichgroßen und symmetrisch angeordneten Wandfeldern aus Wurzelholzplatten mit Einlegearbeiten wiederholt.
Die Wände bestanden aus einem dunkelroten Marmor der Ostmark, dem sogenannten ‚Limbacher‘. Sie trugen eine Kassettendecke aus Palisanderholz mit Einlagen aus weiteren Edelhölzern, die nicht namentlich benannt wurden, wobei die Felder aus hellerem und die Balken aus dunklerem Holz gefertigt waren. Der Fußboden des Arbeitszimmers aus Ruhpoldinger Steinplatten war laut Lotz mit einem großen, sandfarbenen, geometrisch gemusterten Teppich bedeckt, den er nicht weiter beschrieb. Darüber wurden noch mehrere kleinere Teppiche gelegt, von denen auf den Fotografien mindestens zwei auszumachen sind. Die farbliche Grundstimmung des Raumes bildeten die Braun- und Rotbrauntöne der verschiedenen Hölzer und des Marmors.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema, Vorstellung der Forschungsfrage und Erläuterung des gewählten Untersuchungsgegenstands, Hitlers Arbeitszimmer.
2. Beschreibung: Hitlers Arbeitszimmer in der Neuen Reichskanzlei: Biografische Darstellung von Albert Speer sowie eine detaillierte formale und materielle Beschreibung der Räumlichkeiten.
3. Interpretation: Erörterung des Designs von Hitlers Arbeitszimmers in der Neuen Reichskanzlei im Hinblick auf die nationalsozialistische Ideologie und Kulturpolitik: Verknüpfung der Designdetails mit den theoretischen Grundlagen des NS-Rassenideologie und der offiziellen Kulturpolitik.
4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Einordnung des Designs als Produkt aus Ideologie, persönlichen Vorlieben und speerschem Individualstil.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Albert Speer, Neue Reichskanzlei, Hitlers Arbeitszimmer, Rassenideologie, Gobineau, Ikonographie, Architektur, NS-Design, Hoheitszeichen, Hakenkreuz, Kunstpolitik, Machtdemonstration, Architekturgeschichte, Symbolik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die ideologische Gestaltung und Symbolik von Hitlers Arbeitszimmer in der Neuen Reichskanzlei in Berlin.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Verbindung von Architektur, Design, nationalsozialistischer Rassenideologie und der politischen Ikonographie jener Zeit.
Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?
Es wird untersucht, inwieweit das Design des Arbeitszimmers als Ausdruck der NS-Ideologie und der persönlichen Weltanschauung Hitlers und Speers interpretiert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin kombiniert eine formale Architekturbeschreibung mit einer historisch-geisteswissenschaftlichen Analyse, basierend auf zeitgenössischen Quellen und kunsthistorischer Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die architektonischen Details des Raumes beschrieben und anschließend theoretische Grundlagen (wie die Rassenlehre) auf diese Gestaltung angewandt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie NS-Architektur, Rassenideologie, politischer Ikonographie und NS-Repräsentation beschreiben.
Warum spielt Albert Speer eine so wichtige Rolle in der Analyse?
Speer war nicht nur der Architekt der Neuen Reichskanzlei, sondern auch ein enger Vertrauter Hitlers und aktiver Ideologe des Regimes, was seine Entwürfe besonders aussagekräftig für die Untersuchung macht.
Welche Bedeutung kommt dem Hoheitszeichen im Arbeitszimmer zu?
Das Hoheitszeichen dient als zentrales, politisch aufgeladenes Symbol, das die Herrschaftsansprüche und die ideologische Ausrichtung des NS-Staates im Raum manifestiert.
Warum ist das Design des Arbeitszimmers laut Autorin als "ideologisch aufgeladen" zu betrachten?
Das Design folgt einer strengen, monumentalen Ästhetik, die Macht, Stärke und die Überlegenheit der "nordisch-arischen" Rasse suggerieren soll, was durch die Wahl von Materialien und Symbolen unterstrichen wird.
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- Lisa Beer (Author), 2018, Ideologisches Design im Nationalsozialismus. Hitlers Arbeitszimmer in der Neuen Reichskanzlei, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/429828