In dieser Hausarbeit werden zunächst die Grundlagen des Qualitätsmanagements mit einigen Definitionen beschrieben, um danach mit dem geschichtlichen Hintergrund im industriellen Bereich und der historischen Entwicklung im Gesundheitswesen und ihren gesetzlichen Rahmenbedingungen fortfahren zu können.
Außerdem wird beschrieben, wie das Qualitätsmanagement in der Medizin und im Gesundheitswesen umgesetzt wird. Nach dem Status Quo werden einige Zertifizierungsmodelle vorgestellt, welche im Anschluss verglichen werden. Zum Schluss folgt dann das Fazit der Hausarbeit und ein Ausblick.
Qualitätsmanagement ist ein wichtiger Gegenstand jedes Unternehmens und jeder Einrichtung und ist aus der heutigen Gesellschaft kaum mehr wegzudenken. Gerade im Gesundheitsbereich hat es sich zu einem wichtigen Bestandteil etabliert. Ein gutes Qualitätsmanagement führt zu einer Verbesserung des Unternehmens in Struktur und Qualität sowie zu einer Bindung und größerem Vertrauen der Kunden. Es haben sich im Laufe der Zeit viele Normen und Zertifizierungsverfahren mit Anforderungsprofilen gebildet, sodass jedes Unternehmen ein geeignetes für sich heraussuchen kann, um die Qualitätsmaßnahmen zu verbessern und ihre Qualitätsumsetzungen aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen Qualitätsmanagement
2.1 Definition Qualität
2.2 Definition Qualitätsmanagement
2.3 Definition Qualitätsmanagementsysteme
3 Geschichtlicher Hintergrund
4 Qualitätsmanagement in Medizin und Gesundheits- wesen
5 Historische Entwicklung und gesetzliche Rahmenbedingungen
5.1 Historische Entwicklung von Qualitätsmanagement
5.2 Gesetzlicher Rahmen
6 Zertifizierungsverfahren
6.1 DIN EN ISO Normenreihe
6.1.1 Normenreihe DIN EN ISO 9000 ff.
6.1.2 Normenreihe DIN EN 15224
6.2 KTQ und proCum Cert
6.3 Die JCAHO/JCI- Standards
6.4 EFQM
6.5 Vergleich der Modelle
7 Ausblick und Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die gegenwärtige Bedeutung von Qualitätsmanagementsystemen im Gesundheitswesen, wobei der Fokus auf den gesetzlichen Anforderungen und den gängigen Zertifizierungsverfahren liegt.
- Grundlagen des Qualitätsmanagements
- Historische Evolution der Qualitätssicherung
- Gesetzliche Rahmenbedingungen in Deutschland
- Analyse und Vergleich relevanter Zertifizierungsmodelle
- Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen in Kliniken
Auszug aus dem Buch
3 Geschichtlicher Hintergrund
Qualität gibt es prinzipiell schon immer. Wenn jemand etwas kaufte oder eintauschte, sollte die Qualität des Produktes auch stimmen. Je globaler die Welt wurde und der Handel somit immer größer, desto mehr stieg auch die Nachfrage nach Qualität. So gab es bereits im Mittelalter Institutionen zur Kontrolle und Einhaltung der Vorschriften für Qualität.10
Einen enormen Aufschwung erhielt das Etablieren von Qualitätsvorgaben im industriellen Zeitalter. Der Ingenieur Walter A. Shewhart erkannte, dass es billiger war, Qualität von vornherein einzubauen, anstatt nachträglich nach Defekten zu suchen und diese zu reparieren. Er war der Ansicht, dass ein Mangel an Informationen die Bearbeitung von Kontroll- und Managementprozessen in einer Produktionsumgebung erheblich beeinträchtigte. Er entwickelte statische Verfahrenssteuerungsmethoden, um einem Manager dabei zu helfen, wissenschaftliche, effiziente und wirtschaftliche Entscheidungen zu treffen.11 So gab es in den 1930er Jahren statische Methoden zur Qualitätssteuerung, wie z.B. die Qualitätsregelkarte, welches als ein Instrument zur grafischen Darstellung statischer Stichproben dient.12 Er entwickelte auch den Shewhart Cycle Learning (Lern-Zyklus) und den Improvement Cycle (Verbesserungs-Zyklus), der sowohl kreatives Managementdenken als auch statistische Analyse kombiniert. Dieser Zyklus enthält vier kontinuierliche Schritte: Planen, Tun, Prüfen/Lernen und Handeln. Diese Schritte (im Allgemeinen als der PDSA-Zyklus für „Plan-Do-Study-Act“ bezeichnet), so Shewhart, führten letztendlich zu einer vollständigen Qualitätsverbesserung. Der Zyklus bezieht seine Struktur von der Vorstellung, dass die ständige Bewertung von Managementpraktiken, wie auch die Bereitschaft des Managements, nicht unterstützte Ideen zu übernehmen und zu ignorieren, Schlüsselfaktoren für die Entwicklung eines erfolgreichen Unternehmens sind.13
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz von Qualitätsmanagement für Unternehmen sowie spezifisch für den Gesundheitssektor und gibt einen Ausblick auf den Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen Qualitätsmanagement: Dieses Kapitel liefert Definitionen zu den zentralen Begriffen Qualität, Qualitätsmanagement und Qualitätsmanagementsysteme.
3 Geschichtlicher Hintergrund: Es wird der Ursprung von Qualitätsvorgaben beleuchtet, insbesondere die industrielle Entwicklung durch Pioniere wie Shewhart, Deming und Ishikawa.
4 Qualitätsmanagement in Medizin und Gesundheits- wesen: Dieses Kapitel behandelt die spezifische Umsetzung und die zentralen Säulen des Qualitätsmanagements in medizinischen Einrichtungen.
5 Historische Entwicklung und gesetzliche Rahmenbedingungen: Hier wird der historische Weg der Qualitätssicherung in der Gesundheitsversorgung sowie die rechtliche Verankerung durch Sozialgesetzbücher detailliert nachgezeichnet.
6 Zertifizierungsverfahren: Es erfolgt eine detaillierte Vorstellung verschiedener Modelle wie DIN EN ISO, KTQ, JCAHO/JCI und EFQM inklusive eines Vergleichs ihrer Vor- und Nachteile.
7 Ausblick und Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des Qualitätsmanagements im Gesundheitswesen.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Gesundheitswesen, Zertifizierung, Patientensicherheit, DIN EN ISO, PDCA-Zyklus, Krankenhaus, Prozessorientierung, Qualitätssicherung, KTQ, JCI, EFQM, Gesetzlicher Rahmen, Ergebnisqualität, Kontinuierliche Verbesserung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung und die heutige Bedeutung von Qualitätsmanagementsystemen im Gesundheitssektor, unter Berücksichtigung historischer und gesetzlicher Aspekte.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?
Die zentralen Themenfelder sind die theoretischen Grundlagen, die gesetzlichen Verpflichtungen zur Qualitätssicherung und verschiedene Zertifizierungsmodelle für Krankenhäuser.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen etabliert hat und welche unterschiedlichen Modelle Einrichtungen zur Sicherstellung der Qualität zur Verfügung stehen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf Basis bestehender Normen, Gesetze und Fachpublikationen die historische Entwicklung und aktuelle Zertifizierungsverfahren vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen die historische Entwicklung, die gesetzliche Verankerung sowie eine detaillierte Analyse der Zertifizierungsmodelle (DIN ISO, KTQ, JCI, EFQM) durchgeführt.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Qualitätsmanagement, Patientensicherheit, Zertifizierung, PDCA-Zyklus, Prozessorientierung und gesetzliche Rahmenbedingungen wie SGB V.
Welche Rolle spielt der Gesetzgeber bei der Einführung von QM-Systemen?
Der Gesetzgeber fungiert als treibende Kraft, indem er durch Gesetze wie das SGB V verbindliche Vorgaben zur Qualitätssicherung und zum Aufbau von internen QM-Systemen in Krankenhäusern geschaffen hat.
Worin unterscheiden sich die vorgestellten Zertifizierungsmodelle maßgeblich?
Die Modelle unterscheiden sich in ihrer Spezifität für das Gesundheitswesen, ihrer internationalen Verbreitung, der Ausrichtung auf Prozess- versus Ergebnisqualität sowie ihrem Arbeitsaufwand für die Einrichtung.
- Quote paper
- Susann Schultz (Author), 2018, Die historische Entwicklung des Qualitätsmanagements, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/429543