Das Kernstück dieser Arbeit bildet die Beleuchtung der Problematik und der Behandlungsmöglichkeit akademischen Aufschiebeverhaltens. Anhand der Darstellung zweier ausgewählter Interventionsstudien soll geklärt werden, ob durch eine Kurzzeittherapie bereits eine Verbesserung der Symptomatik möglich ist.
Im Rahmen dessen testeten Höcker, A. et al. 2008 eine Intervention zum „Pünktlich Beginnen“ und „Realistisch Planen“. Sie konnten eine signifikante Verbesserung des Prokrastinationsverhaltens finden, aber bezüglich des „Pünktlich Beginnens“ wurde kein signifikantes Ergebnis erzielt. In der Untersuchung von Höcker et al. (2012), welche den Teilnehmern die Methode der Arbeitszeitrestriktion näherbringen sollte, konnten durchweg bedeutsame Verbesserungen ausgemacht werden. So auch für den pünktlichen Lernbeginn.
Zum Abschluss dieser Arbeit erfolgt eine kritische Diskussion der Ergebnisse, des methodischen Vorgehens und zu Implikationen für die Praxis, gefolgt von einem Ausblick auf mögliche Ansätze für zukünftige Forschung auf diesem Gebiet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
3. Darstellung der Studie I
3.1. Theoretischer Hintergrund
3.2. Methodik
3.3. Statistische Mittel & Ergebnisse
4. Darstellung der Studie II
4.1. Theoretischer Hintergrund
4.2. Methodik
4.3. Statistische Mittel & Ergebnisse
5. Diskussion
5.1. Bedeutung der Ergebnisse vor dem theoretischen Hintergrund
5.2. Kritik
5.3. Praktische Implikationen
6. Fazit & Ausblick
7. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von verhaltenstherapeutisch orientierten Kurzinterventionen bei akademischer Prokrastination. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, ob durch spezifische Maßnahmen – insbesondere „Pünktlich Beginnen“, „Realistisch Planen“ und „Arbeitszeitrestriktion“ – das problematische Aufschiebeverhalten von Studierenden effektiv gelindert werden kann.
- Analyse der theoretischen Grundlagen selbstgesteuerten Lernens und Handelns.
- Evaluation der Interventionsstudie von Höcker et al. (2008) zu Planungs- und Beginn-Strategien.
- Untersuchung der Methode der Arbeitszeitrestriktion nach Höcker et al. (2012).
- Kritische Reflexion der methodischen Vorgehensweisen und Ergebnissicherung.
- Ableitung von praktischen Implikationen für die Beratung von Studierenden.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Eine vorgenommene Aufgabe oder wichtige Tätigkeit mal verschieben. Dies ist wahrscheinlich ein Phänomen, welches jeder Mensch schon einmal erlebt hat und nach Höcker, Engberding, Haferkamp und Rist (2012, zitiert nach Schouwenburg, 2004) ganz normal ist. Wenn sich aber das Aufschiebeverhalten wiederholt und negativ auf die berufliche Tätigkeit oder das Studium auswirkt ist oft die Verzweiflung groß (Fydrich, 2009). Dieses Problem ist mittlerweile auch an Universitäten durchaus bekannt und hat daher besondere Relevanz erlangt (Höcker et al., 2012).
So fand man bei einer Untersuchung der Universität Münster an der 836 Studierende teilnahmen interessante Befunde. Von 836 der untersuchten Studierenden zeigten 122 höhere Werte im klinisch bedeutsamen Aufschiebeverhalten (Prokrastination), als solche die wegen dieses Problems die Psychotherapie-Ambulanz der Universität Münster aufsuchten (Höcker, Engberding, Beißner und Rist, 2008). Wann aber genau spricht man von Prokrastination? Der Begriff Prokrastination ist eine Ableitung des lateinischen Wortes «procrastinare» und bedeutet so viel wie „auf den morgigen Tag verlegen“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Definiert akademische Prokrastination als Störung der Selbststeuerung und stellt die Relevanz der Untersuchung für den universitären Alltag dar.
2. Theoretischer Hintergrund: Erläutert Konzepte wie selbstgesteuertes Handeln und Lernen sowie das Rubikon-Modell von Heckhausen im Kontext der Prokrastination.
3. Darstellung der Studie I: Analysiert eine kognitiv-verhaltenstherapeutische Intervention, die auf die Problematiken „Pünktlich Beginnen“ und „Realistisch Planen“ abzielt.
4. Darstellung der Studie II: Evaluierte die Methode der Arbeitszeitrestriktion zur Verknappung von Lernzeiten und Steigerung der Arbeitseffizienz.
5. Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse beider Studien kritisch, beleuchtet methodische Limitationen und diskutiert die Validität.
6. Fazit & Ausblick: Führt die Erkenntnisse zusammen und empfiehlt weitere Forschung mit größeren Stichproben und Kontrollgruppen.
7. Literatur: Listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Grundlagenwerke auf.
Schlüsselwörter
Akademische Prokrastination, selbstgesteuertes Lernen, Kurzintervention, Verhaltenstherapie, Arbeitszeitrestriktion, Rubikon-Modell, Zeitmanagement, Studienabbruch, Selbststeuerung, Psychotherapie-Ambulanz, Interventionsstudie, Lernverhalten, Leistungsstolz, Beharrlichkeit, Symptomatik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von Kurzinterventionen bei akademischer Prokrastination, also dem pathologischen Aufschieben von Lernaufgaben bei Studierenden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten gehören das selbstgesteuerte Lernen, verhaltenstherapeutische Methoden zur Verbesserung der Handlungsplanung und Strategien zur Zeitbegrenzung (Arbeitszeitrestriktion).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, ob kurze, strukturierte Interventionen ausreichen, um das Prokrastinationsverhalten signifikant zu verringern und eine nachhaltige Verbesserung der Studienleistung zu erzielen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse und Evaluation zweier empirischer Interventionsstudien (Höcker et al., 2008 & 2012), die mittels Vorher-Nachher-Vergleichen und Tagebuchdaten ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Interventionsstudien, deren methodischen Aufbau, die statistische Auswertung und die anschließende kritische Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind akademische Prokrastination, Arbeitszeitrestriktion, selbstgesteuertes Lernen und verhaltenstherapeutische Kurzinterventionen.
Warum spielt das Rubikon-Modell in dieser Arbeit eine Rolle?
Es dient dazu, die motivationalen und volitionalen Hürden beim Lernprozess zu verstehen, um den Teilnehmern die notwendigen Schritte von der Intention bis zur Handlungsrealisierung zu verdeutlichen.
Welche Erkenntnis lässt sich zur Arbeitszeitrestriktion festhalten?
Die Methode erwies sich als äußerst effektiv, da die künstliche Verknappung der Arbeitszeit zu einer höheren Verbindlichkeit und einer besseren Abgrenzung zwischen Arbeits- und Freizeit führte.
- Quote paper
- J. P. (Author), 2016, Akademische Prokrastination. Eine Störung des selbstgesteuerten Lernens, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/429088