Von den eigenen Eltern sexuell missbraucht und im Internet für Sex mit Fremden gegen Geld angeboten. Ein aktueller Fall der tragischen Geschichte eines Jungen im Raum Freiburg. Sexueller Missbrauch an Kindern und Jugendlichen ist ein Thema, dass fast täglich in unseren Medien auftaucht und an Brutalität nicht zu überbieten ist. Das war jedoch nicht immer so. Bis in die 80er Jahren war das Thema Missbrauch absolut tabu. Bis heute ist es so, dass viele Menschen wegschauen, nicht darüber reden. Sie meinen nicht davon betroffen zu sein und haben somit kein Bedürfnis sich mit diesem Thema zu beschäftigen.
Ich selbst bin immer sehr betroffen, wenn ich von solchen Fällen höre. Es ist unglaublich, welches Leid und Trauma einem Kind zugefügt werden kann. Oft sind diese Missbrauchsopfer so traumatisiert, dass sie jahrelang ihr Schweigen nicht brechen können und der Missbrauch dann nach dem Gesetz „verjährt“ ist. Für die Opfer „verjährt“ die Tat nicht im geringsten. Die meisten haben mit schlimmen Langzeitfolgen zu kämpfen, die sie immer wieder daran erinnern, was mit ihnen gemacht wurde. Während meiner Ausarbeitung drängen sich immer wieder Fragen in meinen Kopf: Warum? Wie können Frauen oder Mütter zu solch einer Gewalt bereit sein? Gibt es auch nur einen Hauch von Erklärungen? In meiner Hausarbeit werde ich mich mit dem Thema „Frauen als Täterinnen“ beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sexuelle Gewalt
2.1. Allgemeine Definition
2.2. Rechtliche Grundlage
3. Sexueller Missbrauch durch Frauen
3.1. Frauen als Täterinnen
3.1.1. sexueller Missbrauch an Mädchen
3.1.2. sexueller Missbrauch an Jungen
3.2. Tatzyklus / Täterstrategien
3.3. Zahlen und Fakten in Bezug auf sexuellen Missbrauch von Frauen
4. Fallbeispiel Christian
5. Tatmotive / Täterinnenprofil
6. Sexuelle Präferenzstörung „Pädophilie“
7. Fallbeispiel Michaela (Pädophil)
8. Folgen für die Opfer und die Unterschiede in den Auswirkungen
8.1. Körperliche / medizinische Folgen
8.2. Emotionale und Psychosoziale Folgen
8.3. Psychosomatische Folgen
8.4. Folgen für die Sexualität
8.5. Geschlechtsspezifische Unterschiede
9. Eigene Gedanken zum Thema
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe und oft tabuisierte Thema des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Frauen, mit dem Ziel, Täterinnenprofile, spezifische Tatmotive und die langfristigen Folgen für betroffene Kinder zu beleuchten sowie ein Bewusstsein für diese Thematik im pädagogischen Kontext zu schaffen.
- Phänomenologie des Missbrauchs durch Frauen
- Unterschiede in Tatstrategien und Opfererleben (Mädchen vs. Jungen)
- Psychologische Profile und Tatmotive von Täterinnen
- Auswirkungen auf die Opfer, insbesondere langfristige Traumafolgen
Auszug aus dem Buch
3.1.1. sexueller Missbrauch an Mädchen
Werden Mädchen von Frauen sexuell missbraucht, gleicht dies einer Totalkapitulation. Die Mädchen verlieren oftmals jeglichen Halt in ihrem Leben, vor allem dann, wenn es sich bei der Täterin um die eigene Mutter handelt (Kruse, 2005, 01.02.18, 14:32 Uhr). Es entsteht eine große Lücke im emotionalen Bereich, da sie eine unstillbare Sehnsucht nach ihrer Mutterfigur besitzen. Viele Opfer sagen, dass der Missbrauch durch eine Frau eine Gewaltform darstellt, die Verletzungen auf tiefster Ebene hinterlässt, auch wenn die Frauen während dem Missbrauch nicht gewalttätig waren. Es gibt zu dieser Missbrauchskombination fast nur Literatur mit der Mutter als Täterin oder Täterinnen aus dem nahen Umfeld. Gleichgeschlechtlicher Missbrauch wirkt sich sehr häufig schädlich auf die Identitätsbildung des Kindes aus. Mädchen, die von Frauen sexuell missbraucht wurden, verdrängen das Geschehende in der Regel länger, als wenn Männer die Täter waren. Viele Opfer sagen, dass es für sie schwieriger war mit dem Missbrauch durch eine Frau umzugehen. Sie befinden sich in einer Art Vakuum, da sie unsicher sind, ob es sich um sexuelle Gewalt handelt oder nicht. Die gängigen Bilder zeigen männliche Täter, die den Missbrauch verüben. Betroffene nennen auch häufig den Kontrollverlust über den eigenen Körper in Zusammenhang mit dem Missbrauch. Die Frauen haben das Gefühl, ständig überwacht zu werden, ohne die Möglichkeit zu haben, auszuweichen. Autonomie scheint unerreichbar, der eigene Körper wird nicht als eigen erlebt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz des Themas sexueller Kindesmissbrauch, betont die gesellschaftliche Tabuisierung und motiviert die Auseinandersetzung mit der spezifischen Rolle von Frauen als Täterinnen.
2. Sexuelle Gewalt: Dieses Kapitel liefert eine allgemeine Definition sexuellen Missbrauchs und führt die einschlägigen rechtlichen Grundlagen innerhalb des deutschen Strafgesetzbuchs (StGB) auf.
3. Sexueller Missbrauch durch Frauen: Es wird die besondere Dynamik beleuchtet, wenn Frauen als Täterinnen agieren, unterteilt in die Auswirkungen auf Mädchen und Jungen, Strategien und statistische Einordnungen.
4. Fallbeispiel Christian: Anhand des Fallbeispiels wird das Schicksal eines männlichen Opfers dargestellt, das als Kind von beiden Elternteilen missbraucht wurde.
5. Tatmotive / Täterinnenprofil: Das Kapitel widmet sich den Hintergründen und psychologischen Erklärungsansätzen, warum Frauen Kinder missbrauchen.
6. Sexuelle Präferenzstörung „Pädophilie“: Hier wird der medizinische und psychologische Hintergrund von Pädophilie erläutert und die Frage diskutiert, inwiefern diese auf Täterinnen zutrifft.
7. Fallbeispiel Michaela (Pädophil): Ein Fallbeispiel beleuchtet die Perspektive einer pädophilen Frau und deren Rechtfertigungsmechanismen.
8. Folgen für die Opfer und die Unterschiede in den Auswirkungen: Es werden differenzierte körperliche, emotionale, psychosomatische und sexuelle Folgen für die Opfer aufgezeigt.
9. Eigene Gedanken zum Thema: Die Verfasserin reflektiert ihre persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema und die Bedeutung der Prävention für ihre spätere Tätigkeit als Lehrkraft.
Schlüsselwörter
Sexueller Missbrauch, Frauen als Täterinnen, Kindesmissbrauch, Pädophilie, Traumafolgen, Opferidentität, Müttertäterinnen, Gewaltprävention, Psychosomatik, sexuelle Präferenzstörung, Kinderschutz, Täterinnenprofil, emotionale Folgen, sexuelle Selbstbestimmung, pädagogische Verantwortung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Thematik des sexuellen Kindesmissbrauchs durch Frauen, ein Bereich, der oft hinter dem Fokus auf männliche Täter zurücktritt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit umfasst Definitionen, rechtliche Grundlagen, Täterinnenprofile, Tatmotive, Fallbeispiele sowie die körperlichen und psychischen Folgen für die betroffenen Kinder.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf das oft übersehene Phänomen weiblicher Täter aufmerksam zu machen, Erklärungsansätze für deren Verhalten zu finden und die Auswirkungen auf die Opfer zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung von Fallbeispielen sowie der Einbeziehung aktueller Statistiken und Experteninterviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen spezifische Missbrauchssituationen, Täterinnenstrategien und die Unterscheidung nach Geschlecht der Opfer analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere sexueller Missbrauch, Täterinnen, Traumafolgen, Prävention und pädophile Veranlagungen.
Wie unterscheidet sich der Missbrauch durch Frauen laut der Autorin von dem durch Männer?
Frauen nutzen häufig ihre Rolle als primäre Bezugspersonen, um in intimen, „freundschaftlich“ wirkenden Beziehungen den Missbrauch zu tarnen, anstatt auf unmittelbare physische Gewalt zu setzen.
Warum spielt die Prävention in der Lehrerausbildung laut der Autorin eine so wichtige Rolle?
Da statistisch gesehen Kinder in fast jeder Schulklasse von Missbrauch betroffen sind, ist es essenziell, dass Lehrkräfte sensibilisiert sind, um Anzeichen zu erkennen und den Kindern frühzeitig Hilfe anzubieten.
- Arbeit zitieren
- Laura Walser (Autor:in), 2018, Frauen als Täterinnen. Sexuelle Gewalt an Kindern, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/427566