Im Folgenden wird der Begriff „Lernberatung“ genauer definiert und der Nutzen der Lernberatung und die damit verbundenen Ziele werden erläutert. Anschließend wird die Gestaltung der Lernberatung erläutert, insbesondere im Hinblick auf ihre Formen, bei denen die Präsenz- und Distanzberatung und deren Vor- und Nachteile genauer betrachtet werden. Bezüglich der Distanzberatung werden auch Erfahrungen aus einer Online Beratung für Flüchtlinge, die im Rahmen eines Deutsch als Fremdsprache Seminars an der Universität Trier von Studenten durchgeführt wurde, geschildert. Des Weiteren werden Beratungsinstrumente vorgestellt und die Aufgaben des Beraters erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Lernberatung und ihre Ziele
3. Gestaltung der Lernberatung
3.1 Formen der Lernberatung
3.2 Präsenzberatung und Distanzberatung
3.3 Beratungsinstrumente
3.4 Aufgaben des Beraters
4. Was kann die Lernberatung leisten?- ein Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Ausgestaltung individueller Lernberatung im Kontext der sprachlichen Integration von Flüchtlingen. Ziel ist es, den Nutzen der Lernberatung darzulegen, verschiedene Beratungsformen zu evaluieren und die Rolle sowie die Aufgaben des Beraters unter Berücksichtigung der speziellen Herausforderungen im Flüchtlingskontext zu definieren.
- Definition und Ziele der Lernberatung
- Vergleich von Präsenz- und Distanzberatung
- Einsatz von Beratungsinstrumenten zur Lernunterstützung
- Rolle und Aufgaben des Lernberaters
- Wirksamkeit und Herausforderungen der Beratung im Flüchtlingskontext
Auszug aus dem Buch
3.2 Präsenzberatung und Distanzberatung
Bei der Präsenzberatung treffen sich der Berater und der Lernende zu einem persönlichen Gespräch, wie lange ein Beratungsgespräch dauert und wie oft es stattfindet kann sich je nach Lerner unterscheiden, da jeder individuelle Bedürfnisse hat. „In der Praxis haben sich Beratungssitzungen von ca. 45 min pro Person bewährt, die in regelmäßigen Abständen (z.B. alle 4 Wochen) über das Semester verteilt stattfinden“ (Mehlhorn 2005, 160). „Aus Kapazitätsgründen kann jedoch auch eine bestimmte Obergrenze (z.B. maximal drei Beratungen pro StudentIn pro Semester) festgelegt werden“ (Mehlhorn 2005, 160). Die Präsenzberatung kann in mehrere Phasen unterteilt werden. „In der ersten Phase des Beratungsprozesses stehen das gegenseitige Kennenlernen und die Schaffung einer vertrauten Gesprächsatmosphäre im Vordergrund“ (Claußen 2008, 54). Dies bildet die Grundvoraussetzung für eine gelingende Beratung. Die zweite Phase thematisiert gezielt die „Bedürfnisse“ und Lernziele der ratsuchenden Person und nimmt dabei Bezug auf deren „Lernbiographie“ und „Lernbedingungen“ und es wird erarbeitet wie man konkrete Probleme verbessern kann. In der nächsten Phase folgt die Evaluation, in der insbesondere die Lernerfolge die der Lerner schon erreicht hat hervorgehoben werden, um seine zukünftige Motivation zu stärken und ihn dazu zu animieren noch mehr zu erreichen. Im Idealfall sollte der Lerner an diesem Punkt bereits dazu in der Lage sein autonom zu lernen und diesen Prozess ohne die Hilfe des Beraters selbstständig fortzuführen (vgl. Claußen 2008, 54f).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die steigende Relevanz von Sprachkursen für Flüchtlinge und die daraus resultierende Heterogenität der Lernenden, die den Bedarf an individueller Lernberatung begründet.
2. Lernberatung und ihre Ziele: Definiert den Begriff der Lernberatung und erläutert deren Zielsetzung, Lerner zum selbstgesteuerten Lernen zu befähigen und Lernprozesse zu reflektieren.
3. Gestaltung der Lernberatung: Untersucht verschiedene Ausgestaltungsformen der Beratung, vergleicht Präsenz- mit Distanzmodellen, stellt Beratungsinstrumente vor und analysiert das Anforderungsprofil an einen Lernberater.
4. Was kann die Lernberatung leisten?- ein Fazit: Reflektiert die Wirksamkeit der Lernberatung und gibt Empfehlungen für eine zukünftige Optimierung, insbesondere im Hinblick auf Online-Beratungsangebote.
Schlüsselwörter
Lernberatung, Sprachlernberatung, Flüchtlingskontext, Autonomes Lernen, Selbstgesteuertes Lernen, Präsenzberatung, Distanzberatung, Beratungsinstrumente, Lernmotivation, Lernbiographie, Sprachintegration, Studienvorbereitung, Online-Beratung, Lernerautonomie, Lernprozess
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und Umsetzung von individueller Lernberatung zur Unterstützung von Flüchtlingen beim Erlernen der deutschen Sprache.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Lernberatung, die Abgrenzung von Beratungsformen, der Einsatz von Instrumenten sowie die spezifischen Aufgaben und Haltungen eines Beraters.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Mehrwert der Lernberatung als Unterstützungssystem aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie Lernende effektiv auf ihrem Weg zur Sprachbeherrschung begleitet werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und reflektiert zudem eigene Erfahrungen aus einem universitären Online-Beratungsprojekt für Flüchtlinge.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Struktur der Beratung, differenziert zwischen Präsenz- und Distanzformaten, stellt Instrumente wie Lernverträge oder Tagebücher vor und erörtert die kommunikativen und psychologischen Aufgaben des Beraters.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Lernberatung, autonomes Lernen, Flüchtlingskontext, Motivationsförderung und Sprachintegrationsberatung.
Welche Herausforderungen bei der Distanzberatung werden explizit genannt?
Als Herausforderungen werden die Anonymität, mangelnde Mimik und Gestik sowie die Schwierigkeit genannt, eine verbindliche Beziehung aufzubauen und die Motivation der Lernenden aufrechtzuerhalten.
Warum ist das "Akzentuieren" eine wichtige Technik für Berater?
Das Akzentuieren hilft, den Lerner dazu zu bewegen, bestimmte Informationen näher zu erläutern und somit tiefer in die Selbstreflektion und Problemanalyse einzusteigen.
Welche Rolle spielt die Motivation des Lerners für den Beratungserfolg?
Die Motivation ist ein zentraler Faktor; ohne sie setzen Lernende Strategien oft nicht um. Der Berater muss daher aktiv an der Stärkung der intrinsischen Motivation arbeiten.
- Arbeit zitieren
- J. J. (Autor:in), 2017, Lernberatung im Flüchtlingskontext, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/427432