Ziel der Arbeit ist es herauszustellen, ob Leasing eine Alternative zur klassischen Kreditfinanzierung bei kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland darstellt.
Hierzu werden zu Beginn des zweiten Kapitels kleine und mittelständische Unternehmen definiert und deren Bedeutung für die deutsche Wirtschaft erläutert. Anschließend folgen theoretische Grundlagen der Kreditfinanzierung sowie des Leasings und es wird für den Rahmen dieser Arbeit eine Eingrenzung vorgenommen. In einem weiteren Schritt werden die Erfolgsfaktoren der genannten Finanzierungsformen untersucht und unter Aspekten der Wirtschaftlichkeit miteinander verglichen. Anschließend werden die bilanziellen Auswirkungen der klassischen Kreditfinanzierung sowie des Leasings gegenübergestellt. Im vierten Kapitel erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen. Hierzu werden Grenzen und Möglichkeiten des Leasings aufgezeigt sowie eine Handlungsempfehlung für Unternehmen ausgesprochen. Abschließend werden die Ergebnisse dieser Arbeit im Schlussteil prägnant zusammengefasst.
Leasing hat in Deutschland seit seiner Markteinführung in den frühen 1960er Jahre stetig an Bedeutung gewonnen und im deutschen Mittelstand einen festen Bestandteil erreicht. Im Jahr 2014 betrugen die Leasing-Investitionen 50,2 Mrd. Euro, was einem Anteil von 15 Prozent am gesamtwirtschaftlichen Investitionsvolumen entspricht. Im Sektor der Mobilien erreicht Leasing sogar eine Quote von 22,7 Prozent. Der Anteil der Kreditfinanzierungen im Jahr 2014 betrug hingegen 31 Prozent des gesamten Investitionsvolumens von mittelständischen Unternehmen. In dieser Arbeit soll daher untersucht werden, ob die Verbreitung von Leasing auf rationalen Gründen beruht, oder ob die Verbreitung nur ein Resultat einer scheinbaren Vorteilhaftigkeit ist. Somit stellt sich die Frage, ob Leasing eine Alternative zur klassischen Kreditfinanzierung darstellt. Um dies beurteilen zu können, werden die zwei Finanzierungsalternativen in dieser Arbeit miteinander verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel der Arbeit und Vorgehensweise
2. Theoretische Fundierung der ausgewählten Finanzierungsformen
2.1 Allgemeine Definition kleiner und mittelständischer Unternehmen in Deutschland und deren Bedeutung für die Wirtschaft
2.2 Grundlagen der Kreditfinanzierung
2.3 Grundlagen des Leasings
3. Analyse der Erfolgsfaktoren von Leasing im Vergleich zur Kreditfinanzierung
3.1 Untersuchung der kritischen Erfolgsfaktoren der relevanten Finanzierungsformen
3.2 Wirtschaftlichkeitsanalyse der ausgewählten Finanzierungsformen
3.3 Bilanzielle Auswirkungen von Leasing im Vergleich zur klassischen Kreditfinanzierung
4. Kritische Auseinandersetzung von Leasing als alternative zur Kreditfinanzierung
4.1 Möglichkeiten von Leasing als alternative Finanzierungsform
4.2 Grenzen des Leasings in Bezug auf die behandelten Finanzierungsformen
4.3 Abschließende Handlungsempfehlung für Unternehmen
5. Schlussteil
5.1 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht kritisch, ob Leasing für kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland eine ökonomisch sinnvolle Alternative zur klassischen Kreditfinanzierung darstellt. Ziel ist es, durch eine fundierte theoretische Einordnung, eine Wirtschaftlichkeitsanalyse sowie eine Untersuchung bilanzieller Effekte zu ermitteln, unter welchen Bedingungen Leasing gegenüber dem kreditfinanzierten Kauf vorzuziehen ist.
- Grundlagen der Kreditfinanzierung und des Leasings
- Kritische Analyse von Erfolgsfaktoren bei Finanzierungsentscheidungen
- Vergleichende Wirtschaftlichkeitsrechnung mittels Kapitalwertmethode
- Auswirkungen der Finanzierungsformen auf Bilanzkennzahlen wie die Eigenkapitalquote
- Handlungsempfehlungen für mittelständische Unternehmen bei Investitionsentscheidungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Untersuchung der kritischen Erfolgsfaktoren der relevanten Finanzierungsformen
Auf vollkommenen Märkten würde kein vernünftiger Grund für den Abschluss eines Leasingvertrages zwischen einem Leasingnehmer und einem Leasinggeber bestehen. Um auf realen Märkten eine Aussage über eine mögliche Vorteilhaftigkeit für eine der Alternativen treffen zu können, gilt es zunächst hierfür relevante Einflussfaktoren zu ermitteln und diese auf ihre Stichhaltigkeit zu untersuchen. Diese Einflussfaktoren lassen sich in qualitative und quantitative Faktoren kategorisieren. Kennzeichnend für erlasskonforme Leasingverträge ist, dass der Leasinggeber als juristischer und wirtschaftlicher Eigentümer angesehen wird, was zur Folge hat, dass für den Leasingnehmer keinerlei Verpflichtung besteht, sowohl den Leasinggegenstand als auch die Leasingrate in seiner Bilanz zu erfassen. Somit ergibt sich für diese Verträge für den Leasingnehmer eine Bilanzneutralität, wohingegen das gekaufte Wirtschaftsgut sowie die Zahlungsverpflichtungen aus Kreditverträgen zwingend zu bilanzieren sind und sich auf den Verschuldungsgrad des Unternehmens auswirken.
Dies wird regelmäßig als Vorteil des Leasings propagiert mit der Begründung, dass es einen positiven Einfluss auf zukünftige Kreditwürdigkeitsprüfungen habe, das Rating des Unternehmens verbessere, sowie die Kreditlinie freihalte. Jedoch fehlt es diesem Argument an Nachhaltigkeit, da es nur bejaht werden kann, wenn sich die Kreditinstitute bei der Kreditvergabe ausschließlich auf die Bilanz berufen würden. Bei der gegenwärtigen Bedeutung des Leasinggeschäftes wird kaum ein Kreditinstitut darauf verzichten, sich vor einer Kreditzusage umfangreiche Auskünfte über die Zahlungsverpflichtungen aus Leasinggeschäften einzuholen. Kapitalgesellschaften haben zudem nach §285 Nr. 3, 3a HGB Leasingverpflichtungen, die zur Beurteilung der Finanzlage von erheblicher Bedeutung sind, im Anhang ihres Jahresabschlusses anzugeben. Davon ausgenommen sind jedoch kleine Kapitalgesellschaften sowie Kleinstunternehmen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Leasings für den deutschen Mittelstand ein und definiert die Problemstellung sowie das Vorgehen der Arbeit.
2. Theoretische Fundierung der ausgewählten Finanzierungsformen: Dieses Kapitel definiert kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) und legt die theoretischen Grundlagen der klassischen Kreditfinanzierung und des Leasings dar.
3. Analyse der Erfolgsfaktoren von Leasing im Vergleich zur Kreditfinanzierung: Hier werden kritische Erfolgsfaktoren, die Wirtschaftlichkeit sowie die bilanziellen Auswirkungen von Leasing im direkten Vergleich zur Kreditfinanzierung analysiert.
4. Kritische Auseinandersetzung von Leasing als alternative zur Kreditfinanzierung: Dieses Kapitel bewertet Möglichkeiten und Grenzen des Leasings und leitet daraus Handlungsempfehlungen für Unternehmen ab.
5. Schlussteil: Das letzte Kapitel bietet eine prägnante Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse und Ergebnisse der gesamten Untersuchung.
Schlüsselwörter
Leasing, Kreditfinanzierung, Mittelstand, KMU, Finanzierungsformen, Wirtschaftlichkeit, Bilanzneutralität, Eigenkapitalquote, Investitionsentscheidung, Kapitalwert, erlasskonforme Verträge, Finanzierungsleasing, Finanzierungsalternative, Rating, Unternehmensfinanzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, ob Leasing für kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland eine tragfähige und vorteilhafte Alternative zum klassischen Bankkredit darstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung der Finanzierungsformen, die Wirtschaftlichkeitsanalyse von Leasing vs. Kredit sowie der Einfluss auf Unternehmensbilanzen und Ratings.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Entscheidungsträgern in mittelständischen Unternehmen eine Hilfestellung zu geben, um bei Investitionen zwischen Leasing und Kredit rational die für sie günstigste Variante zu wählen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive Untersuchung durchgeführt, die durch eine quantitative Wirtschaftlichkeitsvergleichsrechnung, basierend auf Kapitalwerten und steuerlichen Modellrechnungen, ergänzt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert qualitative und quantitative Erfolgsfaktoren, vergleicht beide Finanzierungsformen anhand von Beispielrechnungen und untersucht die Auswirkungen auf die Bilanzstruktur.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören Leasing, Kreditfinanzierung, Mittelstand, Eigenkapitalquote, Wirtschaftlichkeit und Finanzierungsentscheidung.
Welche Rolle spielt die Bilanzneutralität beim Leasing?
Bilanzneutralität ist ein häufig genanntes Argument für Leasing, da das Objekt beim Leasinggeber bilanziert wird, was die Bilanzsumme des Leasingnehmers niedrig hält und so Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote verbessern kann.
Warum wird im Beispiel von einem Annuitätendarlehen ausgegangen?
Das Annuitätendarlehen wurde gewählt, da es über die gesamte Laufzeit gleichbleibende Raten aufweist und somit eine ideale Vergleichsbasis zur Leasingrate bildet.
Was ist der Zweck des Sale-and-lease-back-Verfahrens?
Dieses Verfahren dient Unternehmen dazu, gebundenes Kapital aus bereits vorhandenen Objekten freizusetzen, um Liquidität zu generieren und die Bilanzkennzahlen zu optimieren.
Wie verändert sich die kritische Leasingrate in Abhängigkeit von der Nutzungsdauer?
Die Untersuchung zeigt, dass die kritische Leasingrate umso höher ausfällt, je kürzer die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des Investitionsobjekts ist.
- Quote paper
- Dennis Petry (Author), 2017, Leasing als Alternative zur klassischen Kreditfinanzierung bei kleinen und mittelständischen Unternehmen in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/426984