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Kindsmord im 18. Jahrhundert

Title: Kindsmord im 18. Jahrhundert

Seminar Paper , 2017 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Theresa Hönig (Author)

History - Miscellaneous

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Summary Excerpt Details

Der Kindsmord war ein sehr häufiges Delikt, in der frühen Neuzeit machten Kindstötungen rund die Hälfte aller registrierten Tötungsdelikte aus. Die zeitgenössische Bevölkerung nahm das Delikt Kindsmord ganz anders wahr als wir heute. Deswegen häufen sich heute die Untersuchungen zu Kindsmorddelikten. Die bisherige Forschung hat sich sehr einseitig auf die Kindsmörderinnen konzentriert, sie hat dem sozialen Umfeld, der Familie, den Gründen für eine Tat sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Deswegen wird das in dieser Arbeit auch berücksichtigt.

Die folgende Arbeit wird in drei Teile gegliedert. Einerseits werden der Kindsmord und die Kindsmörderinnen im 18. Jahrhundert beleuchtet. Andererseits wird der Kindsmord in der Carolina beleuchtet. Was war die häufigste Bestrafung? Gab es Milderungsgründe? Wurden auch die Väter bestraft? Als Grundlage für die Carolina galt die Bambergische Halsgerichtsordnung von 1507, welche auch beleuchtet wird, denn in der Carolina wurden viele Ideen der Bamberger Halsgerichtsordnung aufgegriffen. So wurde zum Beispiel im § 131, dem Paragraphen der in der Carolina den Kindsmord betrifft, die gleiche Strafe wie in der Bamberger Halsgerichtsordnung vorgeschlagen. Die Carolina war Vorreiter in der Strafrechtspflege. Die strafrechtliche Gewalt wurde monopolisiert und trat an die Stelle von privatrechtlichen Einigungen zwischen den Täterinnen und Tätern und die Angehörigen des Opfers. Insbesondere Tötungsdelikte wurden zur rein öffentlichen Strafsache. Die Todesstrafe und die Verschärfung der Strafandrohung waren ein traditionelles Mittel zur Bekämpfung eines Verbrechens.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Exposé

2 Dienstboten und Gesinde

3 Kindsmord im 18. Jahrhundert

3.1 Soziales Umfeld der Kindsmörderinnen

3.1.1 Alter

3.1.2 Beschäftigung

3.1.3 Familienverhältnisse

3.2 Gründe für die Tötung des eigenen Neugeborenen

4 Rechtsgrundlage

4.1 Bambergische Halsgerichtsordnung 1507 als Grundlage

4.2 Peinliche Gerichtsordnung Kaiser Karls V. 1532

4.3 Vergleich der Bamberger Halsgerichtsordnung 1507 und der Carolina 1532

4.4 Weitere Tendenzen des Kindsmordes in der Rechtsprechung

5 Gerichtsakt: Theresia Reschin

5.1 Beschreibung des Aktes

5.1.1 Denunciato

5.1.2 „Andert articulirt güttiges Examen“

5.1.3 ZeugInnenaussagen

5.1.4 Aussagen der Hebammen und Ärzte

5.1.5 Urteil

5.2 Geschlechter- und Standeshierarchie

6 Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert das Phänomen des Kindsmordes im 18. Jahrhundert unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie anhand einer detaillierten Fallstudie zum Prozess der Theresia Reschin aus dem Jahr 1757.

  • Soziale Hintergründe von Kindsmörderinnen (Dienstbotenmilieu)
  • Die rechtliche Situation unter der Carolina (1532)
  • Prozessablauf und Urteilsfindung am Beispiel von Theresia Reschin
  • Einfluss von Geschlechterhierarchien auf Strafverfahren
  • Diskurs um Todesstrafe und Aufklärung im 18. Jahrhundert

Auszug aus dem Buch

„Andert articulirt güttiges Examen“

Auf die Frage des Protokollanten, ob sie sich dazu bekenne, „wie es aigentlich mit dem Kind hergegangen“ ist, antwortet Theresia Reschin, dass sie alles sagen wolle und kein Wort verhalten werde.

Ihr sei „um 10 Uhr vormittag sehr übl worden, diese Üblichkeiten hätten stätts zuegenohmen und diese hätten angehalten bis um 1 Uhr nachmittag“.

Um ein Uhr seien die Schmerzen dann zu groß geworden und sie sei in den Stall gegangen, „hätte sich auf ein Schipl Futter-Stroh geleget und in grossen Schmerzen bis um 2 Uhr also zuegebracht“. Als das Kind dann auf der Welt war,

so nahme sie das Kind bey der Mitte des Leibs von ihren Füssen herauf, legte es neben ihrer Schoss auf das Stroh, griffe dem Kind mit ihrere rechten Handt an die Gurgl, den Taum von der linken Handt stekhte sie in des Kindts Hals hinein, so weith sie hinab langen kunte, drukhte und drosslete mit der rechten Handt an dem Hals des Kindts bei 3 Vatter unser lang, bis sie endlich an dem Kind kein Leben mehr verspürte.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Exposé: Einleitung in das Thema des Kindsmordes in der frühen Neuzeit, Darstellung der Forschungsrelevanz und der methodischen Herangehensweise der Arbeit.

2 Dienstboten und Gesinde: Untersuchung der Lebensumstände der Unterschichten, aus denen die Mehrheit der betroffenen Frauen stammte.

3 Kindsmord im 18. Jahrhundert: Erörterung der moralischen und gesellschaftlichen Sichtweise auf das Delikt sowie der sozialen Belastungen für junge Mägde.

4 Rechtsgrundlage: Analyse der peinlichen Gerichtsordnungen, insbesondere der Carolina von 1532, als rechtliches Fundament für die Strafverfolgung.

5 Gerichtsakt: Theresia Reschin: Detaillierte Rekonstruktion des Falls Theresia Reschin anhand von Verhörprotokollen, ärztlichen Gutachten und Urteilsspruch.

6 Schluss: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Reflexion über die historische Relevanz der untersuchten Gerichtsakten.

Schlüsselwörter

Kindsmord, Frühe Neuzeit, Carolina, Theresia Reschin, Dienstboten, Gesinde, Strafrecht, 18. Jahrhundert, Prozessakte, Todesstrafe, Geschlechterhierarchie, soziale Not, Kindstötung, Rechtsgeschichte, Sittlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem historischen Delikt des Kindsmordes im 18. Jahrhundert, wobei der Fokus auf den gesellschaftlichen Ursachen und der rechtlichen Verfolgung liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die soziale Lage von Dienstboten, die Rechtsgrundlagen (insbesondere die Carolina), der gesellschaftliche Umgang mit unehelichen Schwangerschaften und der Prozessverlauf gegen eine Täterin.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, anhand einer Fallstudie (Theresia Reschin) ein tieferes Verständnis für die Beweggründe und das juristische Vorgehen gegen Kindsmörderinnen in dieser Epoche zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine historische Fallstudie, die auf der Analyse von Gerichtsakten und dem Vergleich mit zeitgenössischen Rechtsquellen und wissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des sozialen Umfelds, die Erläuterung der rechtlichen Grundlagen des 16. bis 18. Jahrhunderts und die detaillierte Auswertung des Kriminalprozesses gegen Theresia Reschin.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kindsmord, Carolina, Dienstbotenmilieu, Rechtsgeschichte und soziale Not charakterisiert.

Welches Schicksal ereilte Theresia Reschin?

Theresia Reschin wurde im Jahr 1757 aufgrund der Anwendung der Carolina zum Tode durch das Schwert verurteilt.

Welche Rolle spielten Männer in diesem Prozess?

Männer waren in allen Funktionen des Prozesses – vom Denunzianten über den Zeugen bis hin zum Schreiber und Richter – maßgeblich beteiligt und übten eine machtvolle Kontrolle über die Angeklagte aus.

Warum wird die Glaubwürdigkeit der Protokolle kritisch hinterfragt?

Die Autorin weist darauf hin, dass es sich nicht um wörtliche Zitate handelt, sondern um Zusammenfassungen männlicher Schreiber, die Gefühlsregungen der Frauen möglicherweise unvollständig oder subjektiv wiedergaben.

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Details

Title
Kindsmord im 18. Jahrhundert
College
University of Vienna  (Geschichte)
Grade
1,0
Author
Theresa Hönig (Author)
Publication Year
2017
Pages
27
Catalog Number
V426956
ISBN (eBook)
9783668712553
ISBN (Book)
9783668712560
Language
German
Tags
Kindsmord 18. Jahrhundert Kindsmörderin Theresia Reschin
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Theresa Hönig (Author), 2017, Kindsmord im 18. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/426956
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