Der Kern der nachfolgenden Hausarbeit beschäftigt sich mit der Theorie des Marktversagens im Sport. Anfangs erkläre ich den Begriff des Sportmarkts. Im Mittelpunkt des Abschnitts steht der Aufbau des Sportmarktes, sowie dessen Akteure. Im zweiten Teil der Hausarbeit geht es dann einleitend um eine allgemeine Definition des Marktversagen. Nachfolgend stehen die Ursachen für Marktversagen im Fokus, wobei externe Effekte, Unteilbarkeiten, natürliche Monopole, öffentliche Güter und Informationsmängel den Kern darstellen. In Abschnitt 3.4 den Informationsmängeln werden weitere Formen der Problematik erläutert. Hauptmerkmale sind die adverse Selektion, Moral-Hazard und der Prinzipal-Agent-Ansatz. Weiterhin beschäftigt sich die Hausarbeit mit dem Marktversagen im Sport. Hierbei stehen die zuvor genannten Ursachen im Mittelpunkt. Anschließend werden Lösungsmöglichkeiten bei Marktversagen aufgeführt. Das Ende der Hausarbeit stellt die Zusammenfassung und das Resümee dar.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Der Sportmarkt
3. Marktversagen
3.1 Externe Effekte
3.2 Unteilbarkeiten und natürliche Monopole
3.3 Öffentliche Güter
3.4 Informationsmängel
3.4.1 Adverse Selektion
3.4.2 Moral Hazard (Moralisches Risiko)
3.4.3 Prinzipal-Agent-Ansatz
3.4.4 Lösungsmöglichkeiten bei Marktversagen in Folge von Informationsmängeln
4: Theorie des Marktversagens im Sport
4.1 Externe Effekte im Sport
4.2 Öffentliche Güter im Sport
4.3 Natürliche Monopole im Sport
4.4 Informationsmängel im Sport
5. Lösungsmöglichkeiten bei Marktversagen im Sport.
6. Zusammenfassung und Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen des Marktversagens im Kontext des Sportmarktes, um aufzuzeigen, wo und warum klassische ökonomische Marktmechanismen in diesem Sektor ihre Grenzen finden.
- Analyse der Funktionsweise und Akteure des Sportmarktes.
- Theoretische Herleitung von Marktversagen durch externe Effekte, öffentliche Güter, natürliche Monopole und Informationsmängel.
- Anwendung der ökonomischen Theorie auf sportökonomische Fragestellungen.
- Untersuchung von spezifischen Problematiken wie dem "Zitronen-Problem" oder dem Prinzipal-Agent-Ansatz im Sport.
- Diskussion von Lösungsmöglichkeiten bei Marktversagen im Sport.
Auszug aus dem Buch
3.4.1 Adverse Selektion
Um das Problem der adversen Auslese zu verstehen, ist zunächst der Begriff der asymmetrischen Informationsverteilung von Bedeutung. Bei dieser Konstellation ist entweder Anbieter oder Nachfrager besser informiert als sein gegenüber (vgl. Fritsch u.a. 1999: S.263). Zudem ist die Qualitätsunkenntnis von Bedeutung. Qualitätsunkenntnis ist vorliegend, wenn einer der Markakteure vor Vertragsabschluss die Qualität eines Gutes nicht ausreichend einschätzen kann (vgl. Fritsch u.a. 1999: S.263). Die Folge einer ungleichmäßigen Informationsverteilung vor Vertragsabschluss kann zur adversen Selektion führen (vgl. Hohlstein u.a. S.2009: 10). Verdeutlichen lässt sich die adverse Auslese an dem sogenannten "Zitronen Problem". George A. Ackerlof ein amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler legt in seinem Aufsatz The Market for Lemons im Jahr 1970 anhand des Gebrauchtwagenmarktes dar, dass Informationsasymmetrien zwischen Käufer und Verkäufer zu Marktversagen führen können. (vgl. Spiegel Online o.J.). Im Gebrauchtwagenmarkt verdrängen schlechte Autos (Lemons) die guten Autos (Peaches) vom Markt (vgl. dice.hhu.de o.J.). In seinem Modell geht Ackerlof von der Annahme aus, dass die Käufer ihre Zahlungsbereitschaft anhand der durchschnittlichen Qualität ausmachen. Grund hierfür ist, dass die Käufer die Qualität nicht richtig einschätzen können. Hingegen kennen die Autoverkäufer die Qualität ihres Autos genau. (vgl. dice.hhu.de o.J.). Die Folge hieraus ist, dass die Gebrauchtwagenkäufer nicht mehr als den Preis für ein durchschnittliches Auto bezahlen werden. Die sogenannten Peaches werden durch die ungleichmäßige Informationsverteilung falsch beurteilt und somit nicht verkauft. Aufgrund der sinkenden durchschnittlichen Qualität sinkt auch die Zahlungsbereitschaft der Nachfrager. In letzter Konsequenz werden die Gebrauchtwagen mit überdurchschnittlicher Qualität vom Markt verdrängt, bis es nur noch Lemons auf dem Markt gibt, oder erst gar kein Markt zustande kommt(vgl.dice.hhu.de o.J.).
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Einführung in die Relevanz des Sportmarktes als Wirtschaftsfaktor und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich des Marktversagens.
2. Der Sportmarkt: Definition und Abgrenzung der Kernmärkte Sportlermarkt und Zuschauermarkt sowie Erläuterung ihrer Interdependenz.
3. Marktversagen: Theoretische Grundlagen der Marktstörungen durch externe Effekte, Unteilbarkeiten, öffentliche Güter und verschiedene Formen von Informationsmängeln.
4: Theorie des Marktversagens im Sport: Anwendung der theoretischen Marktversagenskonzepte auf konkrete Beispiele im Sport, wie Stadionbau oder Spielertransfers.
5. Lösungsmöglichkeiten bei Marktversagen im Sport.: Diskussion von Maßnahmen wie Screening und Signaling, um Informationsasymmetrien im Sport zu reduzieren.
6. Zusammenfassung und Resümee: Reflexion über die Ergebnisse der Arbeit und Einschätzung der zukünftigen Herausforderungen für den Sportmarkt.
Schlüsselwörter
Marktversagen, Sportmarkt, Sportökonomie, Externe Effekte, Öffentliche Güter, Natürliche Monopole, Informationsmängel, Adverse Selektion, Moral Hazard, Prinzipal-Agent-Ansatz, Screening, Signaling, Sportmanagement, Marktgleichgewicht, Pareto-Effizienz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Überblick über die ökonomische Theorie des Marktversagens und überträgt diese auf den Sektor des Sportmanagements, um problematische Marktprozesse zu identifizieren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind externe Effekte, natürliche Monopole, öffentliche Güter sowie Informationsasymmetrien und deren Auswirkungen auf den Sportmarkt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Sportmarkt trotz hoher Umsatzzahlen mit strukturellen Problematiken behaftet ist, die zu Marktversagen führen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine literaturgestützte theoretische Arbeit, die ökonomische Konzepte (wie das Modell der vollkommenen Konkurrenz) auf sportökonomische Beispiele anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Marktversagensursachen und eine praktische Anwendung dieser Theorie auf sportliche Phänomene wie Sportligen, Transfers und Großveranstaltungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Marktversagen, Informationsmängel, adverse Selektion, externe Effekte und Sportökonomie.
Wie lässt sich der Prinzipal-Agent-Ansatz im Sport veranschaulichen?
Der Ansatz beschreibt die Problematik, bei der ein Auftraggeber (z.B. ein Verein) einem Auftragnehmer (z.B. ein Scout oder Sportler) vertraut, der aufgrund eines Informationsvorsprungs eigennützig handeln könnte.
Warum gelten Sportligen laut einigen Autoren als natürliche Monopole?
Einige Autoren argumentieren, dass nur eine Liga die beste sportliche Qualität bündeln kann und Skaleneffekte den Wettbewerb für neue Anbieter erschweren, was zu natürlichen Monopolen führt.
- Arbeit zitieren
- Dustin Albrecht (Autor:in), 2017, Überblick über die Theorie des Marktversagens im Sport, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/426882