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Die „Historia D. Johann Fausten“ als Anti-Vita Martin Luthers

Die literarische Faustfigur als dämonisches Gegenbild Luthers und die »Historia« als streng lutherische Warnschrift

Titel: Die „Historia D. Johann Fausten“ als Anti-Vita Martin Luthers

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 28 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sabrina Rutner (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit soll aufgezeigt werden, dass ein Zusammenhang zwischen der literarischen Faustfigur der "Historia D. Johann Fausten" von 1587 und der historischen Person Martin Luthers besteht.

So inszeniert der anonyme Autor der "Historia" das gottlose Leben des D. Johann Fausten nicht nur als abschreckendes Negativ-Exempel, sondern gestaltet es gleichsam auch als dunkles und dämonisches Gegenbild zum heilsgewissen Leben Martin Luthers. Diese These soll im Rahmen der vorliegenden Arbeit anhand folgender Leitfragen überprüft werden: Inwiefern kann die "Historia" als lutherische Warnschriftngedeutet werden? Welche zentralen Parallelen und Unterschiede ergeben sich aus einem Vergleich zwischen dem Faust der "Histoira" und der Person Luthers? Und inwiefern ist die Lebensgeschichte des D. Johann Faust als Anti-Vita Martin Luthers konzipiert?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Historia von D. Johann Fausten und ihre Funktion als streng lutherische Warnschrift

3. Die Lebensgeschichte des D. Johann Fausten als dunkle und dämonische Anti-Vita Martin Luthers

3.1. Die frühen Jahre Fausts und Luthers – Herkunft, Bildung und Werdegang

3.2. Fausts und Luthers Entwicklung während ihrer Studienzeit

3.3. Über den menschlichen Erkenntnisdrang und den Grundkonflikt von Glaube und Wissen bei Faust und Luther

3.4. Faust und Luthers Auseinandersetzung mit dem Teufel

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der literarischen Faustfigur der "Historia von D. Johann Fausten" (1587) und der historischen Person Martin Luthers. Ziel ist es aufzuzeigen, dass die Lebensgeschichte des Faust in der Historia gezielt als "Anti-Vita" Luthers konzipiert wurde, um als streng lutherische Warnschrift vor Teufelsbündelei und den Sünden von Stolz und Neugier zu dienen.

  • Analyse der Historia als streng lutherische Warnschrift und deren konfessionellen Kontext.
  • Vergleichende Untersuchung der Lebenswege, Herkunft und Bildung von Faust und Luther.
  • Untersuchung des Grundkonflikts zwischen Glaube und Wissen unter Berücksichtigung von "curiositas".
  • Gegenüberstellung der Auseinandersetzungen von Faust und Luther mit dem Teufel.
  • Einordnung des Faust-Luther-Verhältnisses als Symbolfiguren in der deutschen Geschichte.

Auszug aus dem Buch

3.3. Über den menschlichen Erkenntnisdrang und den Grundkonflikt von Glaube und Wissen bei Faust und Luther

Ein zentraler Unterscheidungspunkt zwischen Faust und Luther ist ihre Einstellung zur Vernunft und ihr Umgang mit der menschlichen Neugierde.

Wie Kästner klar herausarbeitet, ist Luther gegenüber der Vernunft und der wissenschaftlichen Neugierde ambivalent eingestellt. So misst Luther der menschlichen Vernunft im Bereich der empirischen und äußeren Welt einerseits eine hohe Bedeutung zu: „Und es ist wohl wahr, daß die Vernunft das Höchste von allem ist und die übrigen Dinge dieses Lebens übertrifft als das Beste und etwas Göttliches […]. Sie ist die Erfinderin und Lenkerin aller Künste, der Medizin, der Jurisprudenz und all dessen, was in diesem Leben an Weisheit, Macht, Tüchtigkeit und Herrlichkeit von Menschen besessen wird.“

Andererseits betont Luther jedoch auch in seinen Schriften, dass die Vernunft und die menschliche Neugierde bestimmte Grenzen nicht überschreiten dürften. So verurteilt er das Erkenntnisstreben dort, wo es auf die Welt der Theologie übergreift, die Heilige Schrift in Frage stellt und somit den Glauben an Gott gefährdet. Die Versuche humanistischer Naturforscher und Philosophen des 16. Jahrhunderts, das „Primat der Theologie als Erkenntniswissenschaft“ anzuzweifeln und sich auf diese Weise über Gottes Wort zu erheben, wird auf die sogenannte curiositas, die unermessliche menschliche Neugierde zurückgeführt. Sie ist sowohl für Luther als auch für den Autor der Historia die „alles überragende, spezifisch diabolische Kernsünde“, die den Menschen zum Verlust seines Seelenheils und zur ewigen Verdammnis führt.

In der Historia ist es jedoch gerade diese curiositas, die Fausts Denken und Handeln bestimmt. So geht es Faust vor allem darum, die bestehenden Glaubenswahrheiten durch naturphilosophische Studien, Erfahrungen und Erkenntnisse zu überprüfen. Kästner stellt fest, dass Faust seine Neugier „nicht nur horizontal, sondern auch vertikal“ ausrichtet, indem er danach strebt, „alle Gründ am Himmel vnd Erden [zu] erforschen.“ (15, 17-18). Die Historia brandmarkt Fausts grenzenlosen Erkenntnisdrang, seine unermessliche Neugierde als gottlos und vermessen. So treibt ihn sein naturwissenschaftliches Streben, die Zusammenhänge der himmlischen und irdischen Sphären zu begreifen, schließlich dazu, einen Pakt mit dem Teufel zu schließen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die literarische Faust-Geschichte und Darstellung der Forschungsfrage nach dem Verhältnis zwischen Faust und Luther als Symbolfiguren.

2. Die Historia von D. Johann Fausten und ihre Funktion als streng lutherische Warnschrift: Untersuchung der Entstehung und Intention des Faustbuchs von 1587 als religiöses Lehrstück im konfessionellen Kontext der Reformation.

3. Die Lebensgeschichte des D. Johann Fausten als dunkle und dämonische Anti-Vita Martin Luthers: Analyse der Parallelen und Unterschiede zwischen Faust und Luther hinsichtlich Herkunft, Studium und Charakter.

3.1. Die frühen Jahre Fausts und Luthers – Herkunft, Bildung und Werdegang: Vergleich der bäuerlichen Herkunft und der schulischen Ausbildung beider Figuren als Ausgangspunkt für ihre späteren Lebenswege.

3.2. Fausts und Luthers Entwicklung während ihrer Studienzeit: Erörterung der Parallelen bei Intelligenz und Studienwahl sowie der unterschiedlichen Motivationen und Einstellungen zum Wissen.

3.3. Über den menschlichen Erkenntnisdrang und den Grundkonflikt von Glaube und Wissen bei Faust und Luther: Darstellung der Gefahr der "curiositas" und des Kontrasts zwischen Fausts Streben und Luthers Glaubenslehre.

3.4. Faust und Luthers Auseinandersetzung mit dem Teufel: Vergleich des Umgangs mit dem Teufel als Versucher und der Bedeutung der Rechtfertigungslehre für das Schicksal beider Figuren.

4. Fazit: Zusammenfassende Bestätigung, dass die Historia Faust als dämonisches Gegenbild Luthers inszeniert, um eine moralisch-lutherische Warnbotschaft zu vermitteln.

Schlüsselwörter

Historia von D. Johann Fausten, Martin Luther, Faust-Sage, Anti-Vita, Reformationszeitalter, Teufelspakt, Curiositas, Erkenntnisdrang, lutherische Rechtfertigungslehre, Symbolfiguren, Religionsgeschichte, Literaturwissenschaft, Konfessionalisierung, Wissenskonflikt, Teufelsbündner

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die „Historia von D. Johann Fausten“ (1587) und zeigt auf, dass der anonyme Autor die literarische Faustfigur als ein dunkles, dämonisches Gegenbild zum Leben von Martin Luther entworfen hat.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der konfessionellen Einordnung des Faustbuchs, dem Vergleich biographischer Details zwischen Faust und Luther sowie der Rolle von Glaube, Wissen und Teufelsglauben im 16. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage ist, inwiefern die Historia als streng lutherische Warnschrift zu deuten ist und ob die Lebensgeschichte des D. Johann Faust bewusst als "Anti-Vita" Martin Luthers konzipiert wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche und kirchenhistorische Analyse vorgenommen, die auf einem intertextuellen Vergleich der Historia mit Luthers Schriften und zeitgenössischen biographischen Zeugnissen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine quellenkritische Einordnung der Historia sowie einen systematischen Vergleich der Lebenswege, Bildungsbiographien, des Erkenntnisdrangs und der Teufelsauseinandersetzungen von Faust und Luther.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die lutherische "Anti-Vita", "curiositas" als diabolische Kernsünde, Rechtfertigungslehre, das Bild des Teufels als Versucher und der Kontext der konfessionellen Spannungen des 16. Jahrhunderts.

Warum wird Faust in der Historia als "Anti-Vita" zu Luther bezeichnet?

Weil der Autor Fausts Leben in vielen Punkten (Herkunft, Studium, Aufstieg) parallel zu Luther anlegt, ihn jedoch bei nahezu allen moralischen und theologischen Entscheidungen den gegenteiligen, "bösen" Weg wählen lässt, um Luthers Heilsgewissheit zu unterstreichen.

Welche Rolle spielt die "curiositas" bei Faust?

Die "curiositas" (grenzenlose Neugier) wird als gottlose Sünde markiert, die Faust dazu treibt, sein Wissen über den göttlichen Glauben zu stellen und so erst den Pakt mit dem Teufel ermöglicht.

Wie unterscheidet sich Luthers Umgang mit dem Teufel von dem des Faust?

Luther widersteht dem Teufel durch festen Glauben und die Gnade Gottes, während Faust den Teufel aktiv beschwört, sein Seelenheil durch den Pakt aufs Spiel setzt und letztlich an der rettenden Gnade Gottes zweifelt.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die „Historia D. Johann Fausten“ als Anti-Vita Martin Luthers
Untertitel
Die literarische Faustfigur als dämonisches Gegenbild Luthers und die »Historia« als streng lutherische Warnschrift
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main  (Historisches Seminar)
Note
1,0
Autor
Sabrina Rutner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
28
Katalognummer
V426483
ISBN (eBook)
9783668721494
ISBN (Buch)
9783668721500
Sprache
Deutsch
Schlagworte
historia johann fausten anti-vita martin luthers faustfigur gegenbild warnschrift
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sabrina Rutner (Autor:in), 2017, Die „Historia D. Johann Fausten“ als Anti-Vita Martin Luthers, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/426483
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  28  Seiten
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