Um herausfinden zu können, welche Arten von Medien und Unterricht den SuS für das Lernen im Unterricht hilfreich sind, ist es zunächst von größter Bedeutung zu wissen, wie Lernen neurologisch überhaupt funktioniert und wie man die Erkenntnisse aus der Forschung im Unterricht verwenden kann. Die Beantwortung dieser Fragen, stellt den Gegenstand dieser Arbeit da.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wie lernt der Mensch?
3. Erkenntnisse aus der Gehirnforschung
3.1 Neuigkeit und Bedeutsamkeit
3.2 Aufmerksamkeit
3.3 Emotionen
3.4 Stress
3.5 Motivation
4. Aspekt des Unterrichts- was bedeutet dies für den Unterricht?
4.1 Welche Chancen und Risiken bieten diese Erkenntnisse?
4.2 Welche Bedeutung haben Spitzers Erkenntnisse für den Unterricht und wie kann man diese umsetzen?
5. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die neurologischen Grundlagen des menschlichen Lernens, insbesondere basierend auf den Erkenntnissen von Manfred Spitzer, um daraus didaktische Impulse für die Unterrichtsgestaltung und Medienauswahl abzuleiten und die Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler zu fördern.
- Neurologische Voraussetzungen erfolgreichen Lernens
- Bedeutung von Emotionen und Stress bei Lernprozessen
- Strategien zur Steigerung der Aufmerksamkeit im Unterricht
- Rolle der Lehrpersönlichkeit bei der Lernmotivation
- Anwendung gehirngerechter Didaktik im Schulalltag
Auszug aus dem Buch
3.3 Emotionen
Einen weiteren wichtigen Punkt beim Lernen stellt der Faktor Emotionen dar. Auch das Auftreten von Emotionen ist ein subjektiver Vorgang, welcher von der momentanen Gefühlslage und der eigenen Biografie einer Person abhängt. Man kann Emotionen genauso wie alle anderen bisher genannten Aspekte wissenschaftlich untersuchen. Dabei teilt man Emotionen in zwei zu untersuchende Bereiche ein. Zum einen wird die Stärke von Emotionen von stark bis schwach gemessen; zum anderen wird die Valenz, d.h. die Art der Emotionen, in gut-schlecht bzw. positiv-negativ eingestuft (vgl. Spitzer 2010, 284).
Emotionale Erregung führt meistens dazu, dass wir uns Dinge besser merken können. So wurden hierzu Untersuchungen durchgeführt, wobei Probanden zwei verschiedene Geschichten vorgelesen wurden. Die Geschichten waren beide unterschiedlich emotional geladen. Das Ergebnis des Experiments zeigte, dass Geschichten, die über einen höheren Anteil emotionaler Sachverhalte verfügten, wesentlich besser im Detail gemerkt werden konnten als Geschichten, die nicht über diesen hohen Anteil an Emotionen verfügten. (Untersuchung von Cahill et.al 1994). Emotionen helfen also beim Lernen, da das Erlernte besser behalten werden kann, wenn es mit Gefühlen, emotionalen Geschichten und persönlich ansprechenden Inhalten versehen ist. Manfred Spitzer ist auf der Basis seiner Gehirnforschung der Meinung, dass es nicht ausreicht, stur etwas auswendig zu lernen, da dieser Prozess keinerlei Emotion hervorbringt und das Gelernte somit schnell wieder in Vergessenheit gerät.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Lernen oft negativ assoziiert wird, und stellt das Ziel der Arbeit dar, neurologische Erkenntnisse für den Unterricht nutzbar zu machen.
2. Wie lernt der Mensch?: Das Kapitel beschreibt, dass der Mensch ein lebenslanges lernendes Wesen ist und Faktoren wie Neugierde, Aufmerksamkeit und Emotionen dabei eine zentrale Rolle spielen.
3. Erkenntnisse aus der Gehirnforschung: Dieses Kapitel erläutert wissenschaftliche Grundlagen zu den Mechanismen des Gehirns, namentlich Neuigkeit, Aufmerksamkeit, Emotionen, Stress und Motivation.
4. Aspekt des Unterrichts- was bedeutet dies für den Unterricht?: Hier wird der Transfer der theoretischen Gehirnforschung in die praktische Schulpraxis vollzogen und Chancen sowie methodische Konsequenzen diskutiert.
5. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit für Lehrkräfte, über den eigenen Fachhorizont hinauszublicken, um Lernprozesse besser zu verstehen.
Schlüsselwörter
Lernen, Gehirnforschung, Manfred Spitzer, Neurologie, Unterrichtsgestaltung, Aufmerksamkeit, Emotionen, Stress, Motivation, Fachdidaktik, Schülerorientierung, Wissensvermittlung, Lernprozesse, Bildung, Lehrpersönlichkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie Erkenntnisse aus der neurologischen Gehirnforschung – insbesondere durch den Psychiater Manfred Spitzer – das Verständnis von Lernprozessen prägen und wie dieses Wissen den Schulunterricht verbessern kann.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert auf die fünf Schlüsselfaktoren Neuigkeit, Bedeutsamkeit, Aufmerksamkeit, Emotionen sowie Stress und Motivation im Kontext des schulischen Lernens.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Das Hauptziel ist zu klären, wie Lehrkräfte durch ein fundiertes Wissen über neurologische Lernvorgänge ihren Unterricht und die Medienauswahl so gestalten können, dass Schülerinnen und Schüler erfolgreicher und motivierter lernen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Studien und die fachdidaktische Reflexion, ergänzt durch Erfahrungen aus dem Schulpraxissemester.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Gehirnfunktionen beim Lernen und die praktische Übertragung dieser Konzepte auf den Unterrichtsalltag, inklusive der kritischen Würdigung von Belohnungssystemen.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben den genannten Lernfaktoren vor allem "Schülerorientierung", "Lehrerpersönlichkeit" und die neurologische Basis des Lernens als "Neuigkeitsdetektor".
Welche Rolle spielt der Hippocampus laut der Arbeit bei Lernprozessen?
Der Hippocampus fungiert als "Neuigkeitsdetektor"; er bewertet neue Informationen als relevant und initiiert durch die Ausbildung neuer neuronaler Verbindungen den Speicherprozess für neues Wissen.
Warum ist das klassische Notensystem aus Sicht der Autorin problematisch?
Noten werden oft als Bestrafung (bei schlechten Noten) oder Belohnung (bei guten Noten) wahrgenommen, was nach Ansicht der Autorin die natürliche Lernmotivation behindern und chronischen Stress auslösen kann.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2014, Lernen als Grundvoraussetzung des menschlichen Daseins, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/426382