Automatisierte Workflow-Systeme müssen compliant mit verschiedenen Normen, Regeln und Standards sein. Das bedeutet, dass die Geschäftsprozesse im Einklang mit bestimmten Regulierungen ausgeführt werden müssen. Es gibt verschiedene Ansätze, die sich mit Compliance im Kontext von intra-organizational Workflows befassen. Bei inter-organizational Workflows muss jedoch sowohl lokale, als auch globale Compliance gewährleistet werden. Prozessinterne Details sind dabei versteckt und für die anderen am Prozess beteiligten Partner nicht zugänglich. Das macht die Compliance-Überprüfung wesentlich komplizierter als bei intra-organizational Workflows. Im Rahmen dieser Arbeit werden Methoden zur Compliance-Unterstützung bei kooperativen Workflows vorgestellt, verglichen und bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen von kooperativen Workflows
3. Methoden zur Compliance-Unterstützung bei kooperativen Workflows
3.1 Musterbasierte Regelspezifikation und anschließende Verifikation
3.2 Methode zur Erzeugung von compliant-kooperativen Workflows
3.3 Contract Compliance Checker (CCC)
4. Vergleich und Auswertung der Methoden
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit adressiert die Herausforderung der Compliance-Gewährleistung in kooperativen Workflow-Systemen, bei denen prozessinterne Details verborgen bleiben. Das primäre Ziel ist die Vorstellung, der Vergleich und die Bewertung verschiedener methodischer Ansätze, um die Einhaltung von Regeln, Normen und Vertragsspezifikationen sowohl zur Modellierungs- als auch zur Laufzeit sicherzustellen.
- Compliance-Anforderungen in kooperativen Workflows
- Choreographie als Grundlage kooperativer Prozesse
- Musterbasierte Regelspezifikation mit PROPOLS
- Algorithmen zur Erzeugung compliant-kooperativer Workflows
- Laufzeitüberwachung durch den Contract Compliance Checker (CCC)
- Methodischer Vergleich nach Kriterien wie Erlernbarkeit und Werkzeugunterstützung
Auszug aus dem Buch
3.1 Musterbasierte Regelspezifikation und anschließende Verifikation
Bei dieser Methode wird die Sprache PROPOLS (Property Specification Pattern Ontology Language for Service Composition) zur Spezifikation von Regeln eingesetzt. Anschließend erfolgt eine automatisierte Verifikation der mittels dieser Sprache spezifizierten Regeln. Diese Methode setzt voraus, dass die entstehenden Kooperationsmodelle als Service-Interaktionsmodelle modelliert worden sind. Service Interaktionsmodelle können mit Hilfe der XML-basierten Ausführungssprache BPEL (Business Process Execution Language) spezifiziert werden. Sie wird benutzt zur Spezifikation von Geschäftsprozessen auf der Grundlage von Web-Services.
Die Sprache PROPOLS. PROPOLS ist eine Ontologiesprache zur Spezifikation von Geschäftsregeln. Durch Ontologie werden Begrifflichkeiten sprachlich ausgedrückt und sie erlaubt die Definition von standardisierter Terminologie. Das macht PROPOLS sehr einfach zu benutzen und lernen, da Regeln sehr intuitiv und fast wie in natürlicher Sprache spezifiziert werden. [4, 5]
Modellprüfung ist eine formale Methode zur Compliance-Überprüfung. Bei dieser Methode wird ein Workflow üblicherweise in Form von Petri-Netzen, Prozessalgebra oder endlichen Zustandsautomaten formalisiert. Alle Regeln werden formal ausgedrückt, z. B. mithilfe linearer temporaler Logik. Dann kann das formale Modell überprüft und verifiziert werden. Der größte Nachteil dieses Verfahrens besteht darin, dass die Geschäftsregeln formell sehr schwierig auszudrücken sind. Das macht diese Methode sehr schwierig zu benutzen, wenn man kein gutes Wissen im Bereich der formalen Systeme hat. PROPOLS versucht dieses Problem zu lösen, indem sie Muster zur Spezifikation von komplexen Geschäftsregeln bietet. Auf diese Weise können Leute ohne fundierte Kenntnisse im Bereich der temporalen Logik und der formalen Systeme komplexe Spezifikationen erstellen und bereits erstellte Spezifikationen verstehen. Das macht diese Methode leicht zu benutzen und lernen. Alle diesen Eigenschaften sind wichtige Kriterien bei der Auswahl einer Sprache zur Spezifikation von Regeln. [4, 5]
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Notwendigkeit von Compliance in kooperativen Workflows und erläutert die Schwierigkeiten aufgrund verborgener prozessinterner Details bei der globalen Überprüfung.
2. Grundlagen von kooperativen Workflows: Dieses Kapitel führt in Workflow-Management-Systeme ein und erläutert die Rolle der Choreographie bei der Koordination globaler Interaktionen zwischen verschiedenen Prozessen.
3. Methoden zur Compliance-Unterstützung bei kooperativen Workflows: Hier werden drei spezifische Ansätze – musterbasierte Spezifikation mit PROPOLS, algorithmische Erzeugung und der Contract Compliance Checker (CCC) – detailliert vorgestellt.
4. Vergleich und Auswertung der Methoden: Die Methoden werden anhand von acht Kriterien wie Benutzbarkeit, Erlernbarkeit und Werkzeugunterstützung systematisch gegenübergestellt und bewertet.
5. Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert den aktuellen Forschungsstand sowie potenzielle zukünftige Entwicklungen zur Verbesserung der Compliance-Unterstützung.
Schlüsselwörter
kooperative Workflows, Compliance, Compliance-Überprüfung, Choreographie, PROPOLS, Contract Compliance Checker, Modellierung, Regelspezifikation, Verifikation, BPEL, BPMN, Geschäftsregeln, Laufzeit, Designphase, Workflow-Management-Systeme
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Herausforderung, die Einhaltung von Regeln und Vertragsspezifikationen in kooperativen, automatisierten Workflow-Systemen sicherzustellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Modellierung von Choreographien, die Spezifikation von Compliance-Regeln zur Entwurfs- und Laufzeit sowie der Vergleich verschiedener methodischer Ansätze zur Verifikation dieser Regeln.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vorstellung, Analyse und Bewertung von drei spezifischen Methoden zur Unterstützung der Compliance in kooperativen Workflows.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden eine Literaturanalyse der bestehenden Ansätze durchgeführt sowie ein qualitativer Vergleich der Methoden anhand von acht definierten Kriterien vorgenommen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der kooperativen Workflows sowie die detaillierte Beschreibung der drei Methoden: musterbasierte Verifikation, algorithmische Erzeugung und der laufzeitbasierte Contract Compliance Checker.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Compliance, kooperative Workflows, Choreographie, PROPOLS und Compliance-Überprüfung charakterisiert.
Was unterscheidet die drei vorgestellten Methoden hinsichtlich des Zeitpunkts der Überprüfung?
Zwei der Methoden (PROPOLS und der Erzeugungs-Algorithmus) führen die Compliance-Überprüfung zur Modellierungszeit (Designphase) durch, während der Contract Compliance Checker (CCC) für die Überwachung zur Laufzeit ausgelegt ist.
Warum ist die Compliance-Überprüfung bei kooperativen Workflows komplizierter als bei intra-organisationalen?
Die Komplexität ergibt sich daraus, dass in kooperativen Workflows prozessinterne Details verborgen und für andere Prozesspartner nicht zugänglich sind, was die globale Sicht und damit die Überprüfung erschwert.
- Arbeit zitieren
- M.Sc. Radoslav Yankov (Autor:in), 2014, Compliance von kooperativen Workflows, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/424120