Das Referat versucht, die Arbeit der Missionare zu erfassen. Bedeutsam für die Mission im kolonialen Mexiko waren die drei Bettelorden der Franziskaner, Dominikaner und Augustiner deshalb, weil sie die Vorkämpfer der Mission waren und damit die Hauptlast trugen. Das Argument der erbrachten Leistungen wurde auch bei dem Streit zwischen Säkular- und Regulargeistlichkeit geltend gemacht, als die Weltgeistlichen verstärkt im 17./18. Jahrhundert die Pfarrämter der Religiosen ablösten. Ein Aspekt des Referats soll die sprachliche Ausbildung und die Methoden der Missionare sein. Nach Robert Ricard wird auf die Unterschiede zwischen christlicher und indianischer Glaubenswelt eingegangen. Ein weiteres Kapitel wird sich mit den Problemen bei der Ausbildung eines indianischen Klerus beschäftigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Missionare und Bettelorden
3. Das Verhältnis von christlichen zu indianischen Ideen und Riten
4.1 Das Sprachenproblem
4.2 Missionsmethoden
5.1 Die Ausbildung des indianischen Adels
5.2 Opposition gegen die Ausbildung eines indianischen Klerus
6. Schlußteil
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung der spanischen Mission sowie die angewandten Missionsmethoden der Bettelorden im kolonialen Mexiko während des 16. Jahrhunderts. Im Zentrum steht dabei die Analyse des Spannungsfeldes zwischen christlicher Missionierung, indianischer Kultur und der administrativen sowie ökonomischen Durchdringung durch die spanische Krone.
- Die Funktion der Mission als Instrument spanischer Kolonialpolitik
- Die Rolle der Bettelorden (Franziskaner, Dominikaner, Augustiner)
- Methoden der Glaubensvermittlung und Umgang mit indigenen Riten
- Das Sprachenproblem und die Rolle des Náhuatl
- Die Bemühungen um Bildung und die Debatte um einen indianischen Klerus
Auszug aus dem Buch
4.1 Das Sprachenproblem
Die grundlegendste Voraussetzung zur religiösen Unterweisung und zur Spendung der Sakramente war die Überwindung der Sprachbarrieren zwischen missionierenden Ordensbrüdern und Indianern. Baumgärtner weist darauf hin, daß es auf dem Gebiet des heutigen Mexiko 84 Sprachen gab, von denen 51 erfasst sind.
Königliche Anordnungen (z.B. die Order Philipp II. von 1580) und Beschlüsse der Konzilien machten das Sprachstudium für angehende Missionare zur Pflicht, andernfalls konnte die Priesterweihe nicht empfangen werden. Tatsächlich machten sich die Religiosen in mühseliger Arbeit bald daran, die fremden Sprachen, Dialekte und Idiome der Indianer zu erlernen. Versetzungen der Missionare wirkten sich auf das Sprachstudium negativ aus. Ricard nennt die 10 indianischen Sprachen, denen sich die drei Bettelorden widmeten: náhuatl, otomí, die Sprache des Taraskischen, die des Huaxtekischen, pirinda, die Sprache des Totonakischen, die des Mixtekischen, des Chichimetekischen, des Tlananekischen und Omiltekischen.
Die Kongregation ordnete aus Gründen der Arbeitsteilung an, daß sich die einzelnen Orden mit den Sprachen ihrer jeweiligen Provinz vertraut machen sollten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die ideologische Rechtfertigung der spanischen Mission als Teil des Imperialismus und der wirtschaftlichen Erschließung Mittelamerikas.
2. Missionare und Bettelorden: Das Kapitel beschreibt die zentrale Rolle der Bettelorden bei der Missionierung und den daraus resultierenden Streit zwischen Regularklerus und Weltgeistlichkeit.
3. Das Verhältnis von christlichen zu indianischen Ideen und Riten: Hier werden die Analogien und Konflikte zwischen dem christlichen Glauben und den indianischen Glaubenswelten sowie deren gegenseitige Beeinflussung untersucht.
4.1 Das Sprachenproblem: Dieser Abschnitt analysiert die Notwendigkeit des Sprachstudiums als Basis für die religiöse Unterweisung und die Bemühungen um eine einheitliche Sprache.
4.2 Missionsmethoden: Das Kapitel erläutert die praktischen Ansätze der Missionare, wie die Zerstörung indigener Götzenbilder und die erzwungene Ansiedlung in zentralisierten Dörfern.
5.1 Die Ausbildung des indianischen Adels: Hier wird die Gründung von Schulen für den indianischen Adel durch die Orden und die damit verbundenen Ziele und Schwierigkeiten dargestellt.
5.2 Opposition gegen die Ausbildung eines indianischen Klerus: Dieses Kapitel behandelt die Widerstände innerhalb der Kirche gegen die Priesterweihe von Indianern und das Scheitern dieses Vorhabens.
6. Schlußteil: Das Fazit fasst die Rolle der Bettelorden zusammen und bewertet den langfristigen Erfolg der Mission sowie die Zerstörung indigener Strukturen durch den spanischen Kolonialismus.
Schlüsselwörter
Spanische Mission, Mexiko, Bettelorden, Franziskaner, Dominikaner, Augustiner, Kolonialgeschichte, Náhuatl, Indianer, Christianisierung, Bildungswesen, Götzenkult, Taufpraxis, Konquista, Indigene Bevölkerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Methoden und die Bedeutung der Missionstätigkeit durch Bettelorden im Mexiko des 16. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die religiöse Bekehrung, das Sprachenproblem, Bildungsbemühungen für indigene Eliten und die sozio-ökonomischen Auswirkungen der Mission.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Rolle der Mission als Teil des spanischen Imperialismus und deren Einfluss auf die indianische Gesellschaft des 16. Jahrhunderts zu erfassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine geschichtswissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Quellen, historischer Sekundärliteratur und Berichten von Ordensangehörigen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Praxis der Missionierung, das Ringen um eine gemeinsame Sprache, die Ausbildung von Kazikensöhnen und die internen kirchlichen Debatten über einen indigenen Klerus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Missionierung, Bettelorden, Kolonialismus, Náhuatl und kultureller Wandel.
Warum war das Erlernen des Náhuatl so wichtig?
Das Náhuatl diente als Verkehrssprache im aztekischen Imperium und war für die Missionare die notwendige Voraussetzung, um die christliche Lehre überhaupt vermitteln zu können.
Warum scheiterte die Ausbildung eines indianischen Klerus weitgehend?
Es herrschte tiefgreifender Widerstand innerhalb der Kirche und rassistische Vorurteile führten zu der Befürchtung, Indianer seien nicht zur Enthaltsamkeit fähig oder würden bei höherer Bildung Ketzereien verbreiten.
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- Dr. phil. Volker Beckmann (Author), 1978, Die Bedeutung der Mission und der Missionsmethoden im kolonialen Mexiko des 16. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/423646