In der vorliegenden Arbeit wird der Bildungsplan 2016 für Grundschulen für das Bundesland Baden-Württemberg im Hinblick auf den Sportunterricht, genauer betrachtet. Zunächst werden einige theoretische Grundlagen bezüglich der Anthropologie und der Bildung geklärt, um anschließend eine intensive Analyse der Anhörungsfassung des Bildungsplans 2016 vorzunehmen. Es werden Grundannahmen herausgearbeitet, die im Bildungsplan eine Rolle spielen. Abschließend wird eine ausführliche Analyse über die Bedeutung der physischen Dimension von Bildung im Bildungsplan 2016 des Faches Sport vorgenommen. Dabei wird der Aufbau vorgestellt, um anschließend tiefer in die Thematik der einzelnen Kompetenzen und deren Bedeutung für die allgemeine Bildung einzugehen.
Mit dieser Arbeit soll vor allem die Frage geklärt werden, inwieweit dem Sportunterricht im neuen Bildungsplan zugestanden wird, dass er mehr ist, als bloßer Bewegungsunterricht. Außerdem soll erörtert werden, in welchem Maß das Schulfach Sport einen Beitrag zur allgemeinbildenden Aufgabe der Schule zu leisten fähig ist und welche Kompetenzen hierfür benötigt werden. Bildung und Sport sollten um unserer Kinder Willen auf Augenhöhe zusammen agieren, um ihnen die bestmögliche Bildung zu ermöglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Anthropologische Grundlagen
2.2 Grundlagen zur Bildung
2.2.1 Der Bildungsbegriff
2.2.2 Bildung und Körper
3. Analyse Bildungsplan 2016 Grundschule und Sekundarstufe I
3.1 Grundannahmen
3.2 Analyse der physischen Dimension von Bildung im Bildungsplan 2016
3.2.1 Bildungsplan 2016 der Grundschule
3.2.2 Bildungsplan 2016 der Sekundarstufe I
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Bildungsplan 2016 in Baden-Württemberg hinsichtlich der Bedeutung des Sportunterrichts für die allgemeine Bildung von Kindern und Jugendlichen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern der neue Bildungsplan den Sportunterricht nicht nur als physische Aktivität, sondern als integralen Bestandteil der allgemeinbildenden Aufgabe der Schule und der Persönlichkeitsentwicklung begreift.
- Anthropologische Fundierung von Leibsein und Körperhaben im Sport
- Entwicklung des Bildungsbegriffs und dessen Relevanz für den Schulsport
- Analyse der physischen Dimension von Bildung im aktuellen Bildungsplan
- Bedeutung der prozessbezogenen Kompetenzen für die ganzheitliche Bildung
- Gegenüberstellung und Vergleich der Anforderungen für Grundschule und Sekundarstufe I
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Bildung und Körper
Leider wird immer noch viel zu selten anerkannt, welchen erheblichen Beitrag Bewegung in Bezug auf die Bildung leistet. Sport spielt im Bereich Bildung weiterhin eine untergeordnete Rolle (vgl. Sobotta, Zingler 2015, 240). Daher wird nachfolgend die Frage geklärt, wie die beiden Begriffe zusammen gehören und welche Bedeutung Körper und Bewegung im Hinblick auf den Sportunterricht für die allgemeine Bildung haben. Bezug nehmend auf den Sport lassen sich vier Bedeutungen des Körpers festhalten. Zunächst die instrumentelle Bedeutung. Der Körper stellt bezüglich der Bewegung ein Werkzeug dar. Dieser Umgang erfolgt unbewusst und ist für uns selbstverständlich. Bewusst wird er erst, wenn beispielsweise eine Verletzung oder altersbedingte Beschwerden Auslöser dafür sind, dass eine bestimmte Bewegung nicht mehr ohne weiteres ausgeführt werden kann.
Eine weitere Bedeutung ist die wahrnehmend-erfahrene Bedeutung. Durch Sporttreiben macht der Mensch vielfältige Erfahrungen. Diese können leiblich sein, also die Bewegung selbst, die wir mit unserem Körper ausführen. So spüren wir, was unser Körper leisten kann und was nicht. Materiell, indem wir uns in einer materialen Umwelt bewegen und diese miteinbeziehen. Schließlich sozial, indem wir beim Sporttreiben in Interaktion mit anderen treten und soziale Beziehungen aufbauen. Diese Erfahrungen sind von grundlegender Bedeutung für die Entwicklung eines angemessenen Körper- und Selbstbildes.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, den Bildungsplan 2016 hinsichtlich des Sportunterrichts zu analysieren.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erörtert anthropologische sowie bildungstheoretische Konzepte, die als Basis für die Schulsportdiskussion dienen.
3. Analyse Bildungsplan 2016 Grundschule und Sekundarstufe I: Hier erfolgt die detaillierte Untersuchung der Grundannahmen und Kompetenzbereiche des neuen Bildungsplans für die Grundschule und Sekundarstufe I.
4. Schluss: Das Fazit resümiert die Ergebnisse und hebt die veränderte, positivere Wahrnehmung des Sportunterrichts als Bildungschance im Bildungsplan 2016 hervor.
Schlüsselwörter
Sportunterricht, Bildungsplan 2016, physische Dimension, Allgemeinbildung, Bewegungskompetenz, Personalkompetenz, Sozialkompetenz, Schulsport, Körperwahrnehmung, Mehrperspektivität, ganzheitliche Bildung, Baden-Württemberg, Reflexionskompetenz, Erziehung zum Sport, Erziehung durch Sport.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Bildungsplan 2016 in Baden-Württemberg im Hinblick darauf, wie das Fach Sport als Beitrag zur allgemeinen Bildung der Schülerinnen und Schüler konzipiert ist.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die anthropologischen Grundlagen der Sportpädagogik, die Definition von Bildung im Kontext des Körpers sowie die detaillierte Untersuchung der prozess- und inhaltsbezogenen Kompetenzen des Bildungsplans.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Sportunterricht im neuen Bildungsplan eine Aufwertung erfährt und als wichtiges Element einer ganzheitlichen Bildung und Persönlichkeitsentwicklung wahrgenommen wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine systematische Analyse und theoretische Herleitung auf Basis fachwissenschaftlicher Literatur und der Dokumente des Bildungsplans 2016.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die prozessbezogenen Kompetenzen (Bewegungs-, Personal-, Sozial- und Reflexionskompetenz) sowie die spezifischen inhaltsbezogenen Kompetenzen in den unterschiedlichen Klassenstufen der Grundschule und Sekundarstufe I.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sportunterricht, Bildungsplan 2016, physische Dimension, Allgemeinbildung, Bewegungskompetenz und Kompetenzorientierung.
Wie unterscheidet sich der Bildungsplan 2016 vom Bildungsplan 2004?
Der Bildungsplan 2016 wird als wertvolle Weiterentwicklung beschrieben, da er deutlich ausführlicher ist, konkrete Umsetzungsmöglichkeiten bietet und den Sport konsequenter als Teil der Allgemeinbildung verankert.
Welche Bedeutung kommt der physischen Dimension in der Arbeit zu?
Die physische Dimension wird als Rahmen für die Allgemeinbildung verstanden, in dem durch Bewegung soziale, persönliche und bewegungsbezogene Kompetenzen erworben werden, die weit über rein physische Leistungen hinausgehen.
- Arbeit zitieren
- Laura Volkmann (Autor:in), 2016, Bildung durch Bewegung? Analyse des Bildungsplans 2016, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/421705