Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › German Studies - Literature of History, Eras

Autorinszenierung in der Popliteratur am Beispiel von Christian Kracht

Title: Autorinszenierung in der Popliteratur am Beispiel von Christian Kracht

Seminar Paper , 2015 , 27 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Simona Dunsche (Author)

German Studies - Literature of History, Eras

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der ‚Tod des Autors‘ wird im Jahr 1968 von dem französischen Philosophen und Schriftsteller Roland Barthes proklamiert und etabliert sich binnen kurzer Zeit als Schlagwort, das fortan in den verschiedensten kultur- und literaturwissenschaftlichen Kontexten kursiert. Den Rekurs auf den Autor als berechtigten Bestandteil einer Interpretation literarischer Texte auszuweisen, wird infolge von Barthes Essay bis auf weiteres gemeinhin als „theoretische[n] Naivität“ gehandelt. Seit den 1990er Jahren kommt allerdings vermehrt die „Rückkehr des Autors“ zur Sprache. Der Autor solle demnach wieder zu einem legitimen Untersuchungsgegenstand innerhalb der Literaturwissenschaft werden, insbesondere um die Spaltung zwischen Literaturtheorie und -praxis zu vermeiden bzw. zu beheben. Denn außerhalb des wissenschaftlich-universitären Kontextes und im praktischen Umgang mit Literatur ist der Autor stets präsent geblieben und zählt weiterhin als wichtige Kategorie, beispielsweise zur Kanonisierung von Literatur.

Besonders interessant ist die These von der Rückkehr des Autors im Hinblick auf die Popliteratur der 1990er Jahre: In dieser Zeit beginnt sich der Autor zu einer Instanz zu entwickeln, die durch eine enorme Präsenz, speziell in den neuen Medien, nicht mehr einfach aus dem literaturwissenschaftlichen Diskurs ausgeschlossen werden kann. Die Autoren der Popliteratur avancieren über ihre Werke hinaus zu regelrechten Popstars.

Ziel der Arbeit ist es, diese Entwicklung in der Popliteratur aufzuzeigen. Dazu wird Christian Kracht, einer der bekanntesten Vertreter der Popliteratur, als Beispiel hinzugezogen. Dennoch werden auch einige seiner Kollegen und deren Inszenierungstechniken erwähnt, die sich teilweise sehr von Krachts Taktik unterscheiden. Grundlage der Analyse ist zum einen das Werk Tristesse Royale, das in Zusammenarbeit mit vier weiteren Kollegen entsteht und oftmals als Höhepunkt und Manifest der Popliteratur gehandelt wird. Darüber hinaus werden zwei Interviews sowie Krachts Darstellung im sozialen Netzwerk Facebook betrachtet. Anhand der genannten Quellen wird untersucht, wie Kracht seinen Autorentwurf innerhalb dieser unterschiedlichen Medien konstruiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Popkultur und Popliteratur

2.1 Die Rückkehr des Autors

3. Inszenierungstechniken der Popliteraten

3.1 Tristesse Royale

3.2 Kracht im Gespräch

3.3 Kracht auf Facebook

4. Fazit und Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Inszenierungsstrategien von Autoren innerhalb der Popliteratur der 1990er Jahre, wobei der Fokus exemplarisch auf Christian Kracht liegt. Ziel der Analyse ist es, aufzuzeigen, wie Kracht seine Autorschaft in unterschiedlichen medialen Kontexten – vom literarischen Manifest bis hin zu sozialen Netzwerken – konstruiert und welche spezifischen Strategien des "Verschwindens" und der Inszenierung dabei zum Einsatz kommen.

  • Die theoretische Einordnung der "Rückkehr des Autors" im Kontext der Popliteratur.
  • Die Analyse des popkulturellen Manifests "Tristesse Royale" als peritextuelle Inszenierung.
  • Die Untersuchung von Krachts Gesprächsführung in Interviews als Mittel der Selbstdarstellung.
  • Die Rolle der sozialen Netzwerke (speziell Facebook) bei der medialen Konstruktion von Autorschaft.
  • Die Identifikation von Strategien wie Provokation, Oberfläche und demonstrativer Unnahbarkeit.

Auszug aus dem Buch

3.1 Tristesse Royale

Ein geeignetes Beispiel für den ausgeprägten Hang zur Selbstdarstellung innerhalb der Popliteratur ist das Werk Tristesse Royale, das im Jahr 1999 publiziert wird. Im Auftrag des Ullstein Verlags verbringt das selbsternannte „popkulturelle Quintett“, bestehend aus Joachim Bessing, Christian Kracht, Benjamin von Stuckrad-Barre, Eckhart Nickel und Alexander von Schönburg drei Tage im Berliner Adlon-Hotel. Das Ziel der Autoren: ein Sittenbild ihrer Generation zu entwerfen. Dabei bestimmen Themen aus der Popkultur wie Markenartikel, Ästhetik und Lifestyle die Gespräche. Allein der Schauplatz des Berliner Luxus-Hotels ist ein Indiz für den ausgeprägten Inszenierungs-Charakter des Projekts. Darüber hinaus sind es vor allem die peritextuellen Elemente, also der Titel, der Untertitel, das Cover sowie das Autorenfoto, die von enormer Relevanz hinsichtlich des zu untersuchenden Inszenierungsaspekts sind.

Der Titel Tristesse Royale ist laut Jörg Döring äußerst „bedeutungsoffen“, da er verschiedene Anspielungselemente enthalte und in die unterschiedlichsten Richtungen interpretiert werden könne. Am ehesten meint Tristesse (frz. für „Traurigkeit“ oder „Tristheit“) jedoch in diesem Fall wohl die Langeweile, die Alexander von Schönburg im Text explizit anspricht: Sie sei der „Hauptfeind“ ihrer Generation, die damit aufgewachsen sei, „verwöhnt und von Reizen überflutet“, sozusagen ‚royal(e)‘, zu leben. Schon an dieser Stelle wird auf die in der Gesellschaft radikalisierte oberflächliche Betrachtungsweise und Abgestumpftheit aufmerksam gemacht, die das Medienzeitalter mit sich bringt. Darüber hinaus verweist der Titel möglicherweise auf den 1954 erschienenen Roman Bonjour Tristesse von Françoise Sagan, eine Autorin, die als Vorbild für die deutschen Popliteraten gilt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der "Rückkehr des Autors" ein und skizziert das Ziel der Arbeit, die Inszenierungstechniken von Christian Kracht innerhalb der Popliteratur zu untersuchen.

2. Popkultur und Popliteratur: Das Kapitel beleuchtet die Definitionsschwierigkeiten des Begriffs "Pop" und stellt die Popliteratur als eine Ausdrucksweise der 1990er Jahre vor, die sich auf das flüchtige "Gerade Eben Jetzt" konzentriert.

2.1 Die Rückkehr des Autors: Hier wird der historische Kontext der Selbstinszenierung erläutert und aufgezeigt, wie Autoren durch neue Medienstrategien versuchen, sich in einem kompetitiven Umfeld als Individuen hervorzuheben.

3. Inszenierungstechniken der Popliteraten: Dieser Abschnitt definiert den theoretischen Rahmen der Analyse, insbesondere durch das Konzept der Paratexte nach Gérard Genette, um die öffentliche Präsentation von Autoren zu untersuchen.

3.1 Tristesse Royale: Anhand des Manifests der Popliteratur wird analysiert, wie peritextuelle Elemente und das inszenierte Auftreten der Autoren zur Konstruktion einer spezifischen Identität beitragen.

3.2 Kracht im Gespräch: Dieses Kapitel untersucht Krachts Rhetorik und Gesprächsverhalten in Interviews, welche durch Ausweichen, Provokation und eine demonstrative Unnahbarkeit geprägt sind.

3.3 Kracht auf Facebook: Die Untersuchung zeigt auf, wie Kracht soziale Medien nutzt, um sein Image der Distanz und des "Verschwindens" aufrechtzuerhalten, ohne jedoch in einen authentischen Diskurs mit der Community zu treten.

4. Fazit und Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Kracht ein stetes Wechselspiel zwischen Präsenz und Abwesenheit betreibt, das ihn als modernen Dandy charakterisiert.

Schlüsselwörter

Popliteratur, Christian Kracht, Autorinszenierung, Tristesse Royale, Rückkehr des Autors, Paratext, Selbstdarstellung, Dandy, Medienzeitalter, Popkultur, Oberfläche, Provokation, Verschwinden, Literaturwissenschaft, Inszenierungstechnik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie Autoren der Popliteratur, insbesondere Christian Kracht, ihre öffentliche Identität durch gezielte Inszenierungstechniken konstruieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Begriffe "Popliteratur", "Autorschaft", "Selbstinszenierung" sowie die mediale Präsenz von Schriftstellern im späten 20. und frühen 21. Jahrhundert.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die spezifischen Strategien des Autors Christian Kracht zu identifizieren, die es ihm ermöglichen, trotz medialer Präsenz unnahbar und rätselhaft zu bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Hausarbeit angewandt?

Die Autorin nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die insbesondere auf dem Konzept der Paratexte (Epitext und Peritext) von Gérard Genette basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Manifests "Tristesse Royale", die rhetorische Analyse von Krachts Interviews sowie die Auswertung seines Verhaltens in sozialen Netzwerken wie Facebook.

Welche Schlagworte charakterisieren die untersuchte Autorschaft von Kracht?

Die Arbeit identifiziert vor allem die Motive der Provokation, der Oberflächlichkeit, des demonstrativen Verschwindens und einer wechselhaften Rolle zwischen Arroganz und Schüchternheit.

Wie unterscheidet sich Christian Kracht von seinen Kollegen im Werk "Tristesse Royale"?

Während die anderen Autoren im Gruppenfoto und im Dialog oft präsenter wirken, fällt Kracht durch seine halbseitige Positionierung auf dem Foto und seine Tendenz, Aussagen nicht zu beenden oder vom Thema abzuschweifen, aus dem Schema.

Welche Funktion hat die Facebook-Seite für Christian Kracht?

Die Facebook-Seite dient Kracht dazu, das Motiv des "Verschwindens" weiterzuführen: Er liefert nur bruchstückhafte Informationen oder Links, verweigert jedoch jeden direkten, authentischen Austausch mit seinen Fans.

Warum wird Kracht im Fazit als "moderner Dandy" bezeichnet?

In Anlehnung an Hiltrud Gnüg wird er als Dandy charakterisiert, da er eine "Aura der Undurchschaubarkeit" pflegt und durch Distanz sowie bewusste Irritation seine Wirkung beim Publikum erzeugt.

Excerpt out of 27 pages  - scroll top

Details

Title
Autorinszenierung in der Popliteratur am Beispiel von Christian Kracht
College
University of Bonn  (Institut für Germanistik, vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft)
Course
Was ist ein Autor? Eine Theoriegeschichte des literarischen Schreibens
Grade
2,3
Author
Simona Dunsche (Author)
Publication Year
2015
Pages
27
Catalog Number
V421406
ISBN (eBook)
9783668687899
ISBN (Book)
9783668687905
Language
German
Tags
Autor Inszenierung Popliteratur Christian Kracht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simona Dunsche (Author), 2015, Autorinszenierung in der Popliteratur am Beispiel von Christian Kracht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/421406
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  27  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint