1. Einleitung
2. Segregation
2.1 Begriffsklärung
2.2 Historischer Kontext
2.3 Formen der Segregation
2.4 Ursachen
2.5 Auswirkung von Segregation
3. Segregation durch die Mehrheitsgesellschaft
4.. Präventive Maßnahmen
4.1 Sozialpädagogische Familienhilfe
4.2 Soziale Stadt
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
1. Einleitung
Segregation ist ein in der Stadtsoziologie schon immer bestehendes Phänomen, das erst in der modernen Stadtforschung als problematisch betrachtet wird.
Unter Segregation versteht sich die ungleiche Verteilung innerhalb einer Stadt von Menschen mit ethnischem Hintergrund oder Menschen, die staatliche Transferleistungen beziehen. Am stärksten tritt Segregation in Großstädten bzw. urbanen Ballungszentren auf.
Wirft man einen Blick auf die Historie von Städten, so gab es schon im Mittelalters sozialräumliche Segregation durch die Stadtmauern und die Unterscheidung in niedrige und hohe Zünfte, sowie der damit einhergehenden Bestimmung des Wohnortes. Als ein ausschlaggebender Faktor für die ethnische Segregation in Deutschland wird die Anwerbung von Gastarbeiter_innen in den 1960er Jahren gesehen.
Die Ursachen von Segregation reichen von ökonomischen Faktoren über Diskriminierung, bis hin zu dem Wunsch nach einer homogenen Nachbarschaft. Genauso weitreichend wie die Ursachen sind die Auswirkungen. So sind eine verminderte Lebensqualität durch den unmittelbaren Wohnraum und die Chancenungleichheit, die die Geburt in ein bestimmtes Viertel mit sich zieht, nur zwei davon.
In unserer modernen Gesellschaft wird Segregation häufig als problematisch bezeichnet, da wir den Wert der gleichen Lebenschancen und der gleichen Verteilung von Gütern vertreten. Dennoch gibt es Segregationsforschungen, die dem widersprechen. Sie forschen nach den positiven Eigenschaften, die eine gleichwertige und gleich aufgestellte Nachbarschaft mit sich bringt.
Deshalb wird sich diese Hausarbeit besonders der sozialräumlichen und ethnischen Segregation widmen. Anhand dieser beiden Segregationsarten lassen sich sowohl die negativen als auch die positiven Eigenschaften von Segregation diskutieren.
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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Segregation
2.1 Begriffsklärung
2.2 Historischer Kontext
2.3 Formen der Segregation
2.4 Ursachen von Segregation
2.5 Auswirkungen von Segregation
3. Segregation der Mehrheitsgesellschaft
4. Maßnahmen der Sozialen Arbeit
4.1 Sozialpädagogische Familienhilfe
4.2 Soziale Stadt
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Segregation in modernen Großstädten, mit einem besonderen Fokus auf die Wechselwirkungen zwischen sozialräumlicher und ethnischer Ausgrenzung sowie der Rolle der Mehrheitsgesellschaft. Ziel ist es, die Ursachen und Auswirkungen dieses Prozesses aufzuzeigen und spezifische Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit zu identifizieren.
- Sozialräumliche und ethnische Segregationsmechanismen
- Die Rolle der Mehrheitsgesellschaft bei der Verstärkung von Ausgrenzung
- Negative Folgen der Segregation für betroffene Bewohnerinnen und Bewohner
- Positive Aspekte ethnischer Nachbarschaften als Auffangnetz
- Maßnahmen der Sozialen Arbeit wie Familienhilfe und Gemeinwesenarbeit
Auszug aus dem Buch
2.1 Begriffsklärung
Das Wort „Segregation“ kommt aus dem Lateinischen [segregare] und bedeutet wörtlich übersetzt „trennen“ oder „von der Herde abtrennen“ aber auch „jemanden von etwas trennen“ (vgl. Langenscheidt Digital 2017: o.S.).
Im soziologischen Sinne versteht man unter Segregation „die Konzentration bestimmter sozialer Gruppen auf bestimmte Teilräume einer Stadt oder einer Stadtregion“ (Häußermann/Siebel 2004: 140). Sundsboe (2014: 15) definiert Segregation ebenfalls als „ungleiche Verteilung verschiedener Bevölkerungsgruppen über ein Stadtgebiet“, bringt allerdings auch den Aspekt der Gesellschaft und der sozialen Prozesse mit ein, indem sie davon spricht, dass Segregation ein Abbild eben dieser ist (vgl. Sundsboe 2014: 15). Unter Segregation versteht sich allerdings auch ein soziales Problem, welches „mit einer Ungleichverteilung von Lebensqualität und Lebenschancen verbunden ist oder eine solche aktiv befördert“ (Reinprecht 2013: 58). Daraus lässt sich schließen, dass Segregation sowohl einen Prozess beschreibt als auch einen Zustand, in dem sich ein Stadtteil befindet. Ein abgegrenzter homogener Raum, in dem soziale Ungleichheit herrscht, ist das Ergebnis von Segregation (vgl. Schöning 2014: 55). Auffällig an der Segregationsforschung ist die Richtung, in welche geforscht wird. So wird der Segregationsbegriff nicht für gut situierte Bewohner_innen, die sich ihrerseits von den Sozialschwachen abgrenzen, verwendet. Segregation wird lediglich defizitorientiert im Zusammenhang mit der Konzentration sozial benachteiligter Bewohner_innen genutzt (vgl. Schneider 2005: 61).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Segregation als stadtsoziologisches Problem und Darlegung der zentralen Fragestellung sowie des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Segregation: Theoretische Herleitung des Segregationsbegriffs, des historischen Kontextes sowie Analyse der verschiedenen Ursachen und Auswirkungen sozialer und ethnischer Ausgrenzung.
3. Segregation der Mehrheitsgesellschaft: Untersuchung der bisher weniger beachteten Perspektive, wie die Mehrheitsgesellschaft durch Abgrenzungsprozesse zur Segregation beiträgt.
4. Maßnahmen der Sozialen Arbeit: Vorstellung praktischer Handlungsansätze der Sozialen Arbeit zur Bekämpfung von Segregation, insbesondere durch Familienhilfe und das Projekt „Soziale Stadt“.
5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage sowie ein Ausblick auf den zukünftigen Forschungsbedarf bezüglich der Rolle der Mehrheitsgesellschaft.
Schlüsselwörter
Segregation, Stadtsoziologie, Sozialraum, ethnische Segregation, Soziale Arbeit, Mehrheitsgesellschaft, Integration, Gemeinwesenarbeit, Wohnungsmarkt, Bildungsbenachteiligung, Sozialpädagogische Familienhilfe, Soziale Stadt, Identität, Diskriminierung, soziale Ungleichheit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem stadtsoziologischen Phänomen der Segregation, also der räumlichen Trennung von Bevölkerungsgruppen, und analysiert deren Ursachen sowie Auswirkungen auf die Betroffenen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind sozialräumliche und ethnische Segregation, die aktive Rolle der Mehrheitsgesellschaft bei Abgrenzungsprozessen und die entsprechenden Interventionsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuklären, wie Segregation entsteht, welche negativen Konsequenzen sie für Stadtteile und deren Bewohnerinnen und Bewohner hat und wie die Soziale Arbeit diesem Prozess entgegenwirken kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller stadtsoziologischer und sozialwissenschaftlicher Forschung basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und historische Einordnung von Segregation, die Analyse der Ursachen und Wirkungsweisen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der Mehrheitsgesellschaft und konkreten Maßnahmen der Sozialen Arbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Segregation, Sozialraum, ethnische Ausgrenzung, Integration, Soziale Arbeit und Gemeinwesenarbeit.
Inwiefern kann ethnische Segregation auch positive Effekte haben?
Die Arbeit weist darauf hin, dass ethnische Quartiere durch intakte Nachbarschaftsnetzwerke ein Auffangnetz bieten können, das neu zugewanderten Personen bei der Orientierung und Identitätsfindung hilft.
Warum spielt die Mehrheitsgesellschaft eine zentrale Rolle in der aktuellen Segregationsforschung?
Die Arbeit legt dar, dass Segregation oft nicht nur von den Migrantinnen und Migranten ausgeht, sondern aktiv durch die Abwanderung und soziale Abgrenzung der Mehrheitsbevölkerung verstärkt wird.
Wie unterscheidet sich die "Sozialpädagogische Familienhilfe" von anderen Maßnahmen?
Sie agiert als niedrigschwellige Einzelfallhilfe direkt im Lebensumfeld der Familien und verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, der alle Familienangehörigen einbezieht, um multiple Problemlagen zu bearbeiten.
- Arbeit zitieren
- Clara Stegemann (Autor:in), 2017, Segregation. Ursachen und Auswirkungen auf die ethnisch und sozialräumlich segregierten Bewohner, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/421309