Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen der "lexikalischen Integrität", indem sie als Eigenschaft vom "Wort" definiert wird. Weiterhin wird eine Gegenstandsbeschreibung vorgenommen, sodass Zugänge und Varianten benannt werden können. Es wird Bezug genommen auf die Schnittstelle zwischen Syntax und Lexikon, sowie auf den syntaktischen Zugang zu morphologischen Einheiten, sodass im letzten Schritt eine Kurzevaluation der vorliegenden Testungen im fachdidaktischen Diskurs benannt werden kann.
Die Problematik ist die, dass Linguisten bezweifeln würden, dass die Syntax nur auf Wörtern operieren kann. In den nachfolgenden Kapiteln werde ich mich nun näher mit dem Prinzip der Lexikalischen Integrität befassen, eine Gegenstandsbeschreibung vornehmen, verschiedene Zugänge und Varianten erläutern und anschließend unterschiedliche Meinungen bezüglich dieses Prinzips im fachdidaktischen Diskurs gegenüberstellen.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Lexikalische Integrität als Eigenschaft vom „Wort“ – ein Definitionsversuch
2. Das Prinzip der Lexikalischen Integrität – eine Gegenstandsbeschreibung
2.1 Zugänge und Varianten
2.2 Lexikalische Integrität und die Schnittstelle zwischen Syntax und Lexikon
2.2.1 Anapher (ANAPHORA)
2.2.2 Gleichstellung (COORDINATION)
2.2.3 Gültigkeitsbereich (SCOPE)
2.2.4 Bewegung (MOVEMENT)
2.3 Lexikalische Integrität und der syntaktische Zugang zu morphologischen Einheiten
2.3.1 Anapher (ANAPHORA)
2.3.2 Gleichstellung (COORDINATION) und Auslassung (ELLIPSIS)
2.3.3 Gültigkeitsbereich (SCOPE)
2.2.4 Bewegung (MOVEMENT)
2.4 Kurzevaluation der Testungen im fachdidaktischen Diskurs
3. Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Prinzip der Lexikalischen Integrität, um zu klären, inwieweit die Syntax Zugang zur internen morphologischen Struktur von Wörtern hat. Dabei steht die theoretische Gegenstandsbeschreibung sowie die kritische Gegenüberstellung unterschiedlicher Ansichten im fachdidaktischen Diskurs im Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.
- Definition des Begriffs "Wort" und Einordnung in die Morphologie
- Analyse der Schnittstelle zwischen Syntax und Lexikon
- Untersuchung von anaphorischen Inseln und morphologischen Strukturen
- Diskussion der Varianten LIH-1 und LIH-2 durch verschiedene Testverfahren
- Evaluation der Gültigkeit des Prinzips der Lexikalischen Integrität
Auszug aus dem Buch
2. Das Prinzip der Lexikalischen Integrität – eine Gegenstandsbeschreibung
Rochelle Lieber und Sergio Scalise (2005) haben gemeinsam mit Geert Booij (2009) wichtige Ausarbeitungen mit dem Themenschwerpunkt der Lexikalischen Integrität verfasst, welche als Basisliteratur für mein weiteres Vorgehen dienen. Die Ausarbeitung von Lieber beispielsweise benennt unterschiedliche Ansichten verschiedener Morphologen, welche sich mit dem Prinzip der Lexikalischen Integrität befasst haben. Das Prinzip der Lexikalischen Integrität ist in den klassischen Konzepten der Grammatik eher implizit, aber in den Fachwerken der nachstehenden Morphologen explizit in den Vordergrund gerückt (Bosque 2012, S. 140).
Lapointe (1980, S. 8) beispielsweise beschreibt: „No syntactic rule can refer to elements of morphological structure (Generalized Lexicalist Hypothesis)“. Selkirk (1982, S. 70) führt an: „No deletion of movement transformations may involve categories of both W structure and S-structure (Word Structure Autonomy Condition)“.
Di Sciullo und Williams (1987, S. 49) hingegen argumentieren mit ihrer „Atomicity Thesis“ ähnlich: „Words are atomic at the level of phrasal syntax and and phrasal semantics. The words have features, or properties, but these features have no structure, and the relation of these(s) features to the internal composition oft he word cannot be relevant in syntax – this ist he thesis oft he atomacity of words, or the lexical integrity hypothesis, or the strong lexicalist hypothesis (as in Lapointe 1980), or a version oft he lexicalist hypothesis of Chomsky (1970), Williams (1978), and numerous others“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Lexikalische Integrität als Eigenschaft vom „Wort“ – ein Definitionsversuch: Das Kapitel führt in die Thematik ein und erarbeitet eine Definition des Wortbegriffs als notwendige Grundlage für die Untersuchung des Prinzips der Lexikalischen Integrität.
2. Das Prinzip der Lexikalischen Integrität – eine Gegenstandsbeschreibung: Hier werden zentrale theoretische Zugänge und Varianten des Konzepts vorgestellt und auf ihre Stimmigkeit im fachdidaktischen Diskurs geprüft.
3. Literatur- und Quellenverzeichnis: Dieses Kapitel listet sämtliche herangezogene Fachliteratur sowie Quellen für die in der Arbeit verwendeten Beispiele auf.
Schlüsselwörter
Lexikalische Integrität, Morphologie, Syntax, Wortstruktur, Anapher, Coordination, Gültigkeitsbereich, Bewegung, LIH-Hypothese, Linguistik, Grammatik, fachdidaktischer Diskurs, morphologische Einheiten, Lexikon, Schnittstellenforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem theoretischen Konzept der Lexikalischen Integrität und untersucht, inwieweit Wörter als atomare Einheiten in der Syntax betrachtet werden können oder ob syntaktische Prozesse in deren interne Struktur eingreifen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Schnittstelle zwischen Morphologie und Syntax, die Definition des Wortbegriffs sowie die kritische Prüfung der Lexikalischen Integritätshypothese (LIH) anhand verschiedener linguistischer Phänomene.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte Gegenstandsbeschreibung des Prinzips sowie der Nachweis, dass trotz theoretischer Argumente für die Integrität des Wortes zahlreiche Gegenbeispiele im fachdidaktischen Diskurs existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine evaluative Methode, bei der existierende Thesen und linguistische Testreihen (u.a. Anapher, Koordination, Bewegung) miteinander konfrontiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Differenzierung der Varianten LIH-1 und LIH-2 sowie deren Anwendung auf verschiedene syntaktische Testbereiche wie Anaphorik, Koordination und Bewegung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Lexikalische Integrität, Morphologie, Syntax, LIH, anaphorische Inseln, Wortbildungsregeln und die Schnittstelle zwischen Lexikon und Grammatik.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen LIH-1 und LIH-2?
LIH-1 fokussiert sich primär auf semantische Komponenten von Lexemen, während LIH-2 den Fokus auf die morphologischen Bestandteile und die Struktur von Wörtern innerhalb der Syntax legt.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der Gültigkeit des Prinzips?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Prinzip der Lexikalischen Integrität zwar wichtige Vorhersagen trifft, jedoch aufgrund einer Vielzahl an Gegenbeispielen nicht als uneingeschränkt gültiges universelles Gesetz betrachtet werden kann.
- Arbeit zitieren
- Rolf Kramer (Autor:in), 2018, Das Prinzip der lexikalischen Integrität. Eine Gegenstandsbeschreibung und Gegenüberstellung der unterschiedlichen Ansichten im fachdidaktischen Diskurs, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/420826