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Zur Darstellung und Wirkungsweise Gottes in Wirnt von Grafenbergs "Wigalois"

Titel: Zur Darstellung und Wirkungsweise Gottes in Wirnt von Grafenbergs "Wigalois"

Hausarbeit , 2017 , 14 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Steffen Kutzner (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Ausarbeitung befasst sich unter anderem mit der Frage, warum sich Gott in Wirnt von Grafenbergs Artusroman ‚Wigalois’ zuweilen ebenso widersprüchlich verhält, wie im Paradies. Weshalb etwa straft er den gottgläubigen, gegen die Armen großzügigen König Jorel mit zehn Jahren Fegefeuer, während der Heide Roaz, der ihm das Land stahl und ihn und seine Ritter heimtückisch meuchelte, ein glückliches Leben führt? Und was steckt dahinter, wenn er dem titelgebenden Helden des Romans immer wieder hilft, auch gern dann, wenn Wigalois schon bei kleineren Schwierigkeiten lethargisch wird, sich, wie bei der Schwertradepisode, kurzerhand schlafen legt und darauf vertraut, dass Gott schon alles richten wird, statt selbst aktiv zu werden?

Um die Darstellung von Gott und göttlichem Wirken abzurunden, wird auch untersucht, wer wann und wofür betet, welche Rolle Frömmigkeit im Roman spielt und welche der Figuren mit Gott – subtil oder explizit – in Verbindung gebracht werden. Dafür wird besonders die recht offensichtliche Erlöserfunktion von Wigalois untersucht, wie auch bestimmte Parameter bei der Darstellung weiblicher Schönheit.

Geleitet wird die Hausarbeit von der These, dass Wigalois ohne Gottes Hilfe scheitern würde, mehr noch, im Grunde kein Held ist, sondern ein ritterlicher Antiheld, dessen maßgebliche Schwäche seine übersteigerte Gottergebenheit ist, denn „[d]er Held wird Held nur, indem er handelt“ , und eben das vermeidet Wigalois in Schlüsselmomenten. Stattdessen erledigt der titelgebende Held „seine Aufgabe in dem Bewusstsein, Gottes Beistands zu bedürfen“ , was von Vornherein wie eine wenig heldenhafte Einstellung anmutet. - Eine Diskussion.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Welche Rolle spielen Gott und Frömmigkeit im Roman?

2.1 - Frömmigkeit im ‚Wigalois’

2.2 - Gottes Figuren

3. Klage, Gebet und Gottesdienst

3.1 - Wer betet in welchen Situationen?

3.2 - Gottesdienste und Bekehrungen

4. Wann und wie wirkt Gott?

4.1 - Der oberste Richter und Wegbereiter

4.2 - Die Wege des Herrn…

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Darstellung von Gott, Glauben und Frömmigkeit in Wirnt von Grafenbergs Artusroman ‚Wigalois‘ und untersucht, wie diese göttliche Dimension die Handlungsfähigkeit des Protagonisten beeinflusst. Dabei wird die These geprüft, dass Wigalois maßgeblich durch eine übersteigerte Gottergebenheit als Antiheld charakterisiert wird, der ohne göttliches Eingreifen in kritischen Situationen scheitern würde.

  • Die Funktion von Gott und Frömmigkeit im hochmittelalterlichen Artusroman.
  • Die Erlöserrolle von Wigalois und Parallelen zur Christusfigur.
  • Analyse der Gebetspraxis und des Gottesbezugs in Notsituationen.
  • Widersprüche zwischen Gottes Allmacht, seinem Wirken und menschlichem Handeln.
  • Die Charakterisierung des Helden durch Passivität und Gottergebenheit.

Auszug aus dem Buch

2.2 - Gottes Figuren

Im ‚Wigalois’ werden wiederholt körperliche Aspekte, besonders die von Frauen, als ‚göttlich’, bzw. ‚von Gott verliehen’ beschrieben. Einen Sonderfall, wenn auch keine Ausnahme, bildet hier die Darstellung von Florie, Wigalois’ Mutter: Sie wird trotz ihrer detailliert geschilderten Schönheit lange Zeit nicht mit einer Göttin verglichen. Stattdessen ist ihr Äußeres mit einschlägigen Hinweisen versehen, die Parallelen zur Jungfrau Maria zumindest nahelegen: So trägt sie ein blendend weißes Gewand, das sie wie eine göttliche Erscheinung strahlen lässt, und einen leuchtenden Stein, der „vor der juncvrouwen […] schein/ des nahtes swâ si gie“. Flories Jungfrauenstatus wird auch immer wieder betont, was möglicherweise beim Leser noch mehr Assoziationen zur biblischen Maria hervorrufen soll. Ihre Ohren und Wangen werden in Vers 888 und 898 schließlich doch explizit als gottgleich beschrieben, was in dem mehr als 200 Verse umfassenden Abschnitt zur Huldigung Flories recht spät ist. Es wirkt fast so, als hätte der direkte Vergleich vermieden werden sollen, um ihm schließlich doch nachzugeben.

Nicht nur Äußerlichkeiten stellen Parallelen zwischen Gott und den Figuren her, sondern auch implizite Gleichsetzungen zwischen den Figuren und Gott bzw. Jesus. Eine sehr deutliche ‚Gottesfigur’ ist natürlich Wigalois selbst. Seine Erlöserfunktion wird mehrfach explizit erwähnt, etwa als es um die Rückeroberung von Korntin geht: „nu hât dich got her gesant/ das du uns erledigen solt“. Wigalois’ Reise nach Korntin wird seitens der Forschung auch überwiegend als „Jenseitsreise“ in eine gedachte Unterwelt gelesen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, inwieweit Gott in Wigalois widersprüchlich wirkt und ob Wigalois durch seine Gottergebenheit eher als Antiheld zu charakterisieren ist.

2. Welche Rolle spielen Gott und Frömmigkeit im Roman?: Dieses Kapitel beleuchtet, dass Frömmigkeit zwar ein zentraler Aspekt ist, aber oft nur implizit bleibt, und untersucht die religiöse Aufladung der Romanfiguren.

3. Klage, Gebet und Gottesdienst: Es wird analysiert, in welchen Situationen die Figuren beten und wie der Gottesdienst im Romanalltag, wenn auch selten, in Erscheinung tritt.

4. Wann und wie wirkt Gott?: Hier werden Widersprüche zwischen Gottes Allmacht und seinem tatsächlichen Wirken diskutiert, insbesondere anhand von Episoden, in denen göttliches Handeln schwer mit moralischer Gerechtigkeit vereinbar scheint.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Ausgangsthese, dass Wigalois ohne Gottes Hilfe scheitern würde, wobei jedoch Einschränkungen durch unvorhersehbare Episoden bestehen bleiben.

Schlüsselwörter

Wigalois, Wirnt von Grafenberg, Artusroman, Gottergebenheit, Antiheld, Erlöserfunktion, Mittelalter, Gottesbild, Frömmigkeit, Literaturwissenschaft, Christentum, Heldenhaftigkeit, Minne, Gebet, Heilsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der göttlichen Instanz und den handelnden Figuren im mittelhochdeutschen Artusroman ‚Wigalois‘.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die religiöse Konzeption des Werkes, die Rolle von Frömmigkeit sowie die Interpretation von Wigalois als ritterlicher Antiheld.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage ist, inwieweit Wigalois als Antiheld zu verstehen ist, dessen maßgebliche Schwäche in einer übersteigerten Gottergebenheit liegt, die ihn handlungsunfähig macht.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Textanalyse, die den Wortlaut des Romans im Kontext theologischer und ritterlicher Wertesysteme interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Gebetspraxis der Figuren, die religiöse Symbolik bei der Figurendarstellung sowie die spezifischen Eingriffe Gottes in das Handlungsgeschehen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Wigalois, Antiheld, Gottergebenheit, Erlöserfunktion, göttliches Wirken und mittelalterliche Frömmigkeit.

Wie wird das Verhältnis von Wigalois zu Gott in der Fischer-Episode bewertet?

Die Episode dient als Beispiel dafür, wie der Erzähler Widersprüche zwischen Gottes Allwissenheit und dem tatsächlichen Ausgang der Ereignisse übergeht.

Was bedeutet es, wenn der Autor Wigalois als „Antiheld“ bezeichnet?

Damit ist gemeint, dass der Held in schwierigen Situationen dazu neigt, in Lethargie zu verfallen und statt eigenständiger ritterlicher Taten passiv auf göttliche Hilfe zu vertrauen.

Welche Rolle spielt die „Minne“ im Kontext dieser Untersuchung?

Die Minne wird als eine Instanz betrachtet, die teilweise in Konkurrenz oder Ergänzung zum göttlichen Wirken steht und das Verhalten der Figuren maßgeblich beeinflusst.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur Darstellung und Wirkungsweise Gottes in Wirnt von Grafenbergs "Wigalois"
Hochschule
Universität Leipzig
Veranstaltung
Ältere deutsche Literaturgeschichte
Note
1,7
Autor
Steffen Kutzner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
14
Katalognummer
V419828
ISBN (eBook)
9783668685833
ISBN (Buch)
9783668685840
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wigalois Wirnt von Grafenberg Mediävistik Literaturwissenschaft Mittelalter Religion Gott Wunder Frömmigkeit Wirnt von Gravenberg Wirnt von Gräfenberg Ritter Artussage
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Steffen Kutzner (Autor:in), 2017, Zur Darstellung und Wirkungsweise Gottes in Wirnt von Grafenbergs "Wigalois", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/419828
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Leseprobe aus  14  Seiten
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