Die Bedeutung des Spanischen in den USA steigt stetig an, obwohl es sich um eine Minderheitssprache handelt. Die "Hispanics", deren Muttersprache Spanisch ist, sind die größte Minderheit in den USA. Die Einwanderung begann schon früh, etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Viele Hispanoamerikaner sind allerdings keine Immigranten, sondern die Nachkommen von Spanischsprechern, die schon auf amerikanischem Gebiet lebten, bevor dieses Teil der USA wurde. Dazu zählen in erster Linie die Staaten Kalifornien, New Mexiko und Texas. Heutzutage (Stand Mai 2014) leben ca. 53 Millionen "Hispanics" in den USA und stellen etwa 17% der Gesamtbevölkerung der Vereinigten Staaten dar. Darüber hinaus ist die Minorität mit hispanophonem Hintergrund die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe der USA. 2050 wird vermutlich jeder vierte Amerikaner einen hispanophonen Background besitzen.
Jedoch können über diese Bevölkerungsgruppe keine verallgemeinerten Informationen zu ihrer Lebensweise gegeben werden. Zu den "Hispanics", die in den USA leben, zählen sowohl arme und reiche, als auch gebildete und ungebildetere Menschen. Die "Hispanos" definieren sich somit hauptsächlich über ihre Sprache. Doch auch hier lassen sich Veränderungen erkennen. Die jüngeren Generationen sprechen kaum noch Spanisch, da der Sprachkontakt mit dem Englischen im Vordergrund steht.
Der Großteil der "Hispanics" spricht heutzutage das sogenannte Spanglish – eine Mischform aus Spanisch und Englisch.
Jedoch gibt es kein einheitliches Spanglish, sondern verschiedene Formen und Dialekte. Wegen der Existenz von Spanglish wird häufig die Frage gestellt, ob dies eine "eigene" Sprache ist. Die Kritiker sehen Spanglish nicht als eigenständige Sprache an, da es keine einheitlichen Strukturen aufweist. Deshalb wird Spanglish als planloser, willkürlicher Wechsel vom Spanischen ins Englische und umgekehrt kritisiert. Die Befürworter gehen davon aus, dass Spanglish als eigenständige Sprache anerkannt werden muss und nennen gerade den willkürlichen Wechsel der Sprachen als ein Zeichen von hohem linguistischem Verständnis der Sprecher.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Spanglish – eine "eigene" Sprache?
3 Sprachkontaktphänomene
3.1 Codeswitching
3.2 Entlehnungen
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die linguistische Einordnung von Spanglish in den USA, insbesondere die zentrale Forschungsfrage, ob es sich dabei um eine eigenständige Sprache oder um ein komplexes Sprachkontaktphänomen handelt. Dabei werden die theoretischen Argumente von Befürwortern und Kritikern gegenübergestellt und die Mechanismen der Sprachmischung analysiert.
- Die soziolinguistische Bedeutung der "Hispanics" in den USA.
- Die Abgrenzung zwischen Spanglish, Slang und eigenständiger Sprache.
- Detaillierte Analyse von Codeswitching (satzextern, emblematisch, satzinterne Formen).
- Strukturelle Auswirkungen von Entlehnungen und morphologische Integration.
Auszug aus dem Buch
3.1 Codeswitching
Beim Codeswitching handelt es sich um die Verwendung von zwei oder mehreren Sprachen, Varietäten, Dialekten oder Stilen innerhalb einer Äußerung oder eines Diskurses. Bilinguale Sprecher wechseln scheinbar willkürlich mitten im Satz die Sprachen - in diesem Fall zwischen Spanisch und Englisch und umgekehrt. Der Wechsel der Sprachen wird häufig als Defizit aufgefasst und mit mangelhafter Kenntnis der anderen Sprache in Verbindung gebracht. Jedoch haben wissenschaftliche Untersuchungen ergeben, dass Codeswitching genau das Gegenteil voraussetzt. Die Sprecher müssen über eine hohe sprachliche Kompetenz verfügen, um geschickt die beiden Sprachen kombinieren zu können und je nach Thema, Situation oder Diskurspartner die Sprache zu wechseln, ohne den Redefluss zu unterbrechen.
Eine Besonderheit tritt beim Codeswitching in Erscheinung: Das gewechselte lexikalische Element wird weder phonologisch, morphologisch, noch syntaktisch in die andere Sprache übertragen. Somit bleibt die interne Struktur der beiden Sprachen erhalten und die gewechselten Elemente sind nicht in die andere Sprache integriert worden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die demografische Bedeutung der "Hispanics" in den USA ein und stellt die Relevanz von Spanglish als Sprachmischung sowie die zentrale Fragestellung der Arbeit vor.
2 Spanglish – eine "eigene" Sprache?: Es werden die Argumente der Kritiker und Befürworter von Spanglish beleuchtet, wobei der Fokus auf linguistischen Kriterien wie Grammatik und Standardisierung liegt.
3 Sprachkontaktphänomene: Dieses Kapitel analysiert die linguistischen Mechanismen, die Spanglish ausmachen, mit Fokus auf Codeswitching-Typen und Entlehnungen.
3.1 Codeswitching: Hier werden die Formen, Funktionen und sozialen Motivationen des Sprachwechsels innerhalb eines Diskurses detailliert untersucht.
3.2 Entlehnungen: Dieses Kapitel befasst sich mit der morphologischen Integration von englischen Begriffen in das spanische Sprachsystem und den daraus resultierenden grammatikalischen Anpassungen.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Spanglish eher als Resultat von Sprachkontaktphänomenen denn als eigenständige Sprache zu bewerten ist.
Schlüsselwörter
Spanglish, Hispanics, Sprachkontakt, Codeswitching, Entlehnungen, Linguistik, Zweisprachigkeit, Grammatik, Syntax, Sprachmischung, Sprachwissenschaft, USA, Soziolinguistik, Morphologie, Identität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Phänomen Spanglish und dessen Status in den USA unter Berücksichtigung linguistischer Aspekte des Sprachkontakts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der soziolinguistischen Einordnung von Spanglish, dem Prozess des Codeswitchings und der Integration von englischen Lehnwörtern in das Spanische.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es zu klären, ob Spanglish als eine eigenständige, linguistisch definierte Sprache betrachtet werden kann oder ob es ein rein phänomenologisches Sprachkontaktprodukt ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse und Gegenüberstellung linguistischer Argumente vorgenommen, ergänzt durch die Untersuchung von Sprachdaten und gängiger Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Definitionen und Typologien von Codeswitching (satzextern, emblematisch, satzintern) sowie die morphologischen Regeln bei der Integration von Entlehnungen ausführlich erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Spanglish, Codeswitching, Entlehnungen, Sprachkontakt, Morphologie, Syntax und Sprachstandardisierung.
Warum wird Spanglish von vielen Kritikern nicht als Sprache anerkannt?
Kritiker führen an, dass Spanglish keine einheitliche Grammatik, keine standardisierte Syntax und kein Fachvokabular für abstrakte Themen besitzt.
Welche Rolle spielt die Bildung bei der Verwendung von Codeswitching?
Die Arbeit stellt fest, dass höhere Bildung und eine hohe Sprachkompetenz in beiden Sprachen die Fähigkeit zum fehlerfreien satzinternen Codeswitching erleichtern.
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- Selina Wegener (Author), 2015, "Spanglish" als eigenständige Sprache? Hispanics in den USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/419718