Ein elementares Werkzeug der Lehrerbildung ist die Beobachtung. Während Hospitationen, Unterrichtsbesuchen und Inspektionen kann Unterricht erfasst werden. In der Regel folgt auf die Beobachtung, wie am Beispiel des Unterrichtsbesuchs, eine Reflexionsrunde. Lehrende und Beobachter geben eine Rückmeldung zum Unterricht. Idealtypisch überlegt man gemeinsam, was gelungen und was weniger gelungen, also ausbaufähig, ist. Hierauf basierend können Handlungsstrategien überlegt werden, die zur Entwicklung von Unterricht und Lehrkraft dienen. Lehrende und Beobachter sind darauf angewiesen, schnell eine Rückmeldung zu geben und greifen auf den Fundus der eigenen subjektiven Erfahrungen zurück um Eindrücke direkt zu notieren.
Eine weitere und neuere Form der Unterrichtsanalyse ist die videobasierte Unterrichtsanalyse. Welche Vorteile und Nachteile kann die videobasierte Unterrichtsanalyse in der Lehrerbildung mit sich bringen? Mit dieser Frage beschäftigt sich diese Arbeit und möchte Möglichkeiten und Schwächen der Analyse von Videoaufzeichnungen in der Lehrerbildung erarbeiten.
Grundsätzlich scheint die Videoanalyse im Alltag der Lehrer eine geringe Bedeutung zu haben. Es gehört zwar zum Berufsbild, die eigene Person, das Wirken auf andere, die eigene Präsenz und den eigenen Unterricht zu reflektieren. Aber das Klischee des gemeinen Lehrers besagt, dass die Beobachtung und Bewertung der Lehramtsanwärter bis zum Ende des Referendariats enorm ist. Es regnet Feedback und man setzt sich im erhöhtem Maße mit dem eigenen Lehren und dem Unterricht auseinander. Nach dem Referendariat erfolgt eine weitere Begutachtung, die unter anderem als Grundlage für die Verbeamtung auf Lebenszeit dient. Danach, heißt es, könne man die Klassentür schließen und sich ganz seinem Unterricht widmen - ohne Störer von außen. Es herrscht bisweilen keine Willkommenskultur in den Klassen. Geschweige denn, Offenheit der videobasierten Analyse von Unterricht gegenüber und wenn, dann bloß nicht des eigenen Unterrichts. Da stellt sich die Frage, warum denn eigentlich nicht?
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Hintergrund: Videoanalyse
- Video als Unterrichtsbeobachtung in der Lehrerbildung
- Voraussetzungen der Videoanalyse
- Schluss
- Anhang - Reflexion persönlicher Erfahrungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, die Möglichkeiten und Schwächen der videobasierten Unterrichtsanalyse in der Lehrerbildung zu untersuchen. Sie beleuchtet die Vor- und Nachteile dieser Methode und erörtert, wie die Videoanalyse zur Entwicklung von Unterricht und Lehrkraft beitragen kann.
- Vorteile der Videoanalyse für die Lehrerbildung
- Nachteile der Videoanalyse für die Lehrerbildung
- Einsatzmöglichkeiten der Videoanalyse im schulischen Kontext
- Voraussetzungen und Herausforderungen der Videoanalyse
- Bedeutung der Videoanalyse für die Reflexion des eigenen Unterrichts
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung führt in das Thema der Unterrichtsbeobachtung und -analyse ein und stellt die Relevanz der Videoanalyse in der Lehrerbildung dar. Sie beleuchtet die traditionellen Methoden der Unterrichtsbeobachtung und erläutert, wie die Videoanalyse eine wertvolle Ergänzung darstellt.
Hintergrund: Videoanalyse
Video als Unterrichtsbeobachtung in der Lehrerbildung
Dieser Abschnitt beleuchtet die Bedeutung der videobasierten Unterrichtsanalyse im Kontext der Bildungsforschung. Er stellt die TIMSS Video Study 1995/1999 als Beispiel für die Anwendung der Videoanalyse in internationalen Studien vor und veranschaulicht die Vorteile dieser Methode für die Analyse von Unterrichtsqualität.
Voraussetzungen der Videoanalyse
Dieser Abschnitt befasst sich mit den Voraussetzungen der Videoanalyse. Er beschreibt verschiedene Formen der Videoanalyse, wie Selbstbeobachtung und gemeinsame Beobachtung, und erläutert die Bedeutung der Fokussierung auf spezifische Fragestellungen. Der Abschnitt behandelt auch potenzielle Fehlerquellen bei der Videoanalyse und bietet Lösungsansätze zur Minimierung dieser Fehler.
Schlüsselwörter
Lehrerbildung, Unterrichtsbeobachtung, Videoanalyse, Unterrichtsqualität, Reflexion, Professionswissen, Unterrichtsforschung, TIMSS Video Study, Selbstbeobachtung, Gemeinsame Beobachtung, Fehlerquellen, Wahrnehmungsfehler.
Häufig gestellte Fragen
Welche Vorteile bietet die Videoanalyse in der Lehrerbildung?
Sie ermöglicht eine objektive, wiederholbare Beobachtung von Unterrichtssituationen und hilft Lehrkräften, ihr eigenes Wirken und ihre Präsenz kritisch zu reflektieren.
Was sind die Nachteile der videobasierten Unterrichtsanalyse?
Nachteile sind der technische Aufwand, datenschutzrechtliche Hürden sowie die Schwellenangst vieler Lehrkräfte, sich selbst auf Video zu sehen.
Was ist die TIMSS Video Study?
Die TIMSS Video Study ist eine internationale Untersuchung, die Videoaufzeichnungen nutzt, um die Unterrichtsqualität und verschiedene Lehrpraktiken weltweit zu vergleichen.
Wie hilft Videoanalyse bei der Reflexion?
Im Gegensatz zur flüchtigen Live-Beobachtung erlaubt das Video, Details (Mimik, Schülerreaktionen) mehrfach zu analysieren und so "blinde Flecken" im eigenen Verhalten zu erkennen.
Was sind Voraussetzungen für eine erfolgreiche Videoanalyse?
Wichtig sind eine klare Fragestellung für die Beobachtung, eine vertrauensvolle Atmosphäre und die Fokussierung auf konstruktive Handlungsstrategien.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2015, Videoanalyse in der Lehrerbildung. Vor- und Nachteile, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/418615