Auch in Deutschland führt das Wachstum von Wirtschaft und Gesellschaft zu einem immer höheren Energiebedarf. Dieser steht dem Ausstieg aus der Kernenergie und dem zum Teil geplanten Rückgang der Energiebeschaffung aus Kohlekraftwerken in Deutschland gegenüber. Die Bedeutung regenerativer Energien ist größer als je zuvor.
Insbesondere die Windenergie, die bereits jetzt den größten Teil der Energie aus erneuerbaren Ressourcen in Deutschland deckt, soll in diesem Paper beleuchtet werden. Dabei werden zunächst die Standortkriterien vorgestellt und anschließend die Grenzen aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Erneuerbare Energien in Deutschland
2. Windenergie in Deutschland
3. Wie ausbaufähig ist die Windenergie-Branche in Deutschland?
3.1 „Repowering“
3.2 Kraftwerksverbände
3.3 Offshore
3.4 Neue Standorte
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die zukünftige Ausbaufähigkeit der Windenergie-Branche in Deutschland vor dem Hintergrund der Energiewende, des Atomausstiegs und räumlicher sowie politischer Restriktionen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit die Windkraft unter Berücksichtigung von Standortkriterien und technologischen Grenzen den steigenden Energiebedarf decken kann.
- Status quo der Erneuerbaren Energien und Windkraft in Deutschland
- Standortkriterien und raumplanerische Herausforderungen
- Technologische Lösungsansätze wie „Repowering“ und Kraftwerksverbände
- Potenziale und Grenzen der Offshore-Windenergie
- Bedeutung der Windkraft im Kontext der Energiewende
Auszug aus dem Buch
3.1 „Repowering“
Um einem Lock-In aufgrund erreichter Kapazitätsgrenzen zu entgehen, sind Innovationen erforderlich, die die Leistungsfähigkeit der Anlagen steigern. Möglich ist dies aufgrund einer wachsenden Narbenhöhe und den größeren Rotordurchmessern der heutzutage gebauten Anlagen. Auf diese Art und Weise erreicht man eine höhere Bruttoleistung zu geringeren Energiekosten. Den zu diesem Zweck durchgeführten Ersatz alter Anlagen durch neuere, leistungsstärkere Windkraftanlagen nennt man „Repowering“ (vgl. Bayerisches Landesamt für Umwelt, 2013). Das 2010 veröffentlichte Energiekonzept, welches das erste seit der Ölkrise 1973 ist, hält zwar fest, dass Erneuerbare Energien finanziell unterstützt werden sollen. Das Geld wird überwiegend in den Ausbau von Offshore-Windanlagen der dominierenden Unternehmen e.on, RWE und Vattenfall geleitet, wodurch diese Anbieter ihren Vorsprung gegenüber mittelklassigen Unternehmen, die eher mit dem Ausbau von kostengünstigeren Anlagen beschäftigt sind (vgl. BOSCH und PEYKE, 2009, S. 51). Der oben bereits angeführte Windpark Hasenkrug-Hardebek wurde 2013 entsprechenden Maßnahmen unterzogen und hat auf diese Art und Weise seine Nennleistung mehr als verdoppelt.
Wie aber könnte die Zukunft der Windenergie in Deutschland aussehen? Im Rahmen der Energiewende, mit der der Ausstieg aus der Atomkraft verbunden ist, werden andere Energieträger zwangsweise einen starken Aufschwung erleben. Fraglich ist jedoch, ob dieser Aufschwung allein den Erneuerbaren Energieträgern zugute kommen wird. Denn seit Beginn der Blütezeit der erneuerbaren Energien in den 1990er-Jahren ist der Anteil von Strom aus Erdgas um etwa 40% gestiegen (vgl. Bundesverband für Energie- und Wasserwirtschaft, 2011, Abb. 1).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Erneuerbare Energien in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert den Stellenwert der Erneuerbaren Energien im Zuge des wirtschaftlichen Strukturwandels und der deutschen Energiewende.
2. Windenergie in Deutschland: Es werden die naturgeographischen und sozioökonomischen Faktoren beleuchtet, die die Standortwahl und das Ausbaupotenzial der Windkraft bestimmen.
3. Wie ausbaufähig ist die Windenergie-Branche in Deutschland?: Dieses Kapitel analysiert technologische und strategische Maßnahmen zur Kapazitätssteigerung unter Berücksichtigung räumlicher Grenzen.
3.1 „Repowering“: Die Erneuerung alter Anlagen durch modernere, leistungsstärkere Technik wird als wesentliche Strategie zur Effizienzsteigerung dargestellt.
3.2 Kraftwerksverbände: Es wird die Kopplung von Windkraft mit anderen Speichermöglichkeiten wie Pumpwasserspeichern zur Glättung der Stromnachfrage untersucht.
3.3 Offshore: Die Chancen und hohen Kosten der Windenergienutzung auf hoher See werden unter Berücksichtigung von Naturschutz und Raumplanung analysiert.
3.4 Neue Standorte: Es wird erörtert, wie technischer Fortschritt neue Gebiete für die Windkraft erschließen könnte, wobei bestehende restriktive Planungserlasse limitierend wirken.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Windenergie allein den steigenden Energiebedarf nicht decken kann und eine systemübergreifende Kooperation verschiedener regenerativer Energieträger notwendig ist.
Schlüsselwörter
Windenergie, Erneuerbare Energien, Energiewende, Repowering, Onshore, Offshore, Kraftwerksverbände, Standortkriterien, Stromerzeugung, Atomausstieg, Nachhaltigkeit, Strukturwandel, Klimaschutz, Energiebedarf, Windkraftanlagen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und dem Zukunftspotenzial der Windenergie in Deutschland innerhalb des komplexen Systems der Energiewende.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Standortplanung, technologische Innovationen zur Effizienzsteigerung, die räumliche Begrenzung an Land sowie die strategische Nutzung von Offshore-Standorten und Kraftwerksverbänden.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Frage, inwieweit die Windenergie-Branche in Deutschland unter den gegebenen politischen und naturräumlichen Rahmenbedingungen ausbaufähig ist.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, der Auswertung von Fachdaten, Statistiken und Kartenmaterial zur Windkraftnutzung sowie der Untersuchung konkreter Raumbeispiele.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der aktuellen Windkraftnutzung, die Darstellung von Standortkriterien und die Erörterung von technologischen Ansätzen wie Repowering, Verbundsystemen und Offshore-Projekten.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Kernbegriffe sind Windenergie, Energiewende, Repowering, Standortkriterien, Offshore-Windparks, Stromerzeugung und Nachhaltigkeit.
Warum spielt das Thema „Repowering“ für die deutsche Windbranche eine so wichtige Rolle?
Repowering ermöglicht es, an bereits etablierten Standorten durch moderne Technik die Energieausbeute signifikant zu erhöhen, ohne weitere unerschlossene Flächen beanspruchen zu müssen.
Welche Bedeutung haben Kraftwerksverbände für die Zukunft der Energiewende laut dem Autor?
Sie dienen als notwendige Ergänzung, um die zeitlichen und örtlichen Schwankungen volatiler Energiequellen wie Wind und Sonne durch Kopplung mit Speicherkraftwerken auszugleichen und die Versorgungssicherheit zu erhöhen.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Arts Kevin Ruser (Autor:in), 2015, Windenergie in Deutschland. Gestern, heute, morgen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/417451